Stiftung Warentest: Bambusbecher fallen mit "mangelhaft" durch - Gesundheitsgefahr!

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Viele Bambusbecher enthalten Schadstoffe. Das hat Stiftung Warentest geprüft. Foto: picture alliance/Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Eigentlich gelten Coffee-to-go-Becher aus Bambus als umweltfreundliche Alternative zu den Einwegprodukten. Doch Stiftung Warentest warnt vor Bambusbechern.

Bambusbecher gelten als umweltfreundliche Alternative zu den Coffee-to-go-Bechern, die nur einmalig benutzt werden. Doch Stiftung Warentest und dieVerbraucherzentrale warnen nun.

  • Stiftung Warentest und die Verbraucherzentrale warnen vor dem Gebrauch von Coffee-to-go-Bechern aus Bambus.
  • Die Bambusbecher sind schädlich für die Umwelt und gefährlich für die Gesundheit.
  • Sieben von zwölf getesteten Produkten sind mit "mangelhaft" durchgefallen.

Anstatt den Kaffee im Pappgefäß zu kaufen, nutzen bereits viele Leute eine andere Lösung. Doch diese kann sogar krank machen.

Stiftung Warentest: Bambusbecher täuschen die Kunden

Egal, ob Teller, Besteck oder Becher - aus Bambus wirken die Produkte umweltfreundlicherals Plastik oder Einweg-Artikel aus Pappe. Doch sieben von zwölf Coffee-to-go-Becher sind bei Stiftung Warentest mit der Note "mangelhaft" durchgefallen. Außerdem gibt es immer wieder Rückrufe von solchem Geschirr.

Viele Marken werben laut den Experten mit Aufschriften wie, "aus Bambusfasern" oder etwa mit "dieser Becher wurde aus umweltfreundlichen Bambusfasern hergestellt". Doch das sei irreführend für die Kunden. Denn Bambusbecher sind kein reines Naturprodukt.

Damit aus dem Bambusein Becherwird, kommt zu dem Pulver der asiatischen Pflanze noch Kleber. Und der hat bei der Überprüfung von Stiftung Warentest gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt, nämlich Formaldeyd und Melamin.

Nur ein Coffee-to-go-Becher ist ohne Schadstoffe

Bei dem Test befüllten Experten die Gefäße mehrmals mit heißem Wasser über 70 Grad Celsius. Bereits beim dritten Testdurchgang waren die Schadstoffe messbar.

Nur ein getesteter Bambusbecher ist ohne Auffälligkeiten: der "Chicmic Bamboo Cup". Die anderen Produkte, darunter der Becher von Aldi Nord, der Ikea "Mugg" und der "Bamboo Travel Mug".

Um trotzdem auf Einweg-Geschirr zu verzichten, empfiehlt die Verbraucherzentrale beim Kontakt mit heißem Wasser und Lebensmitteln Materialien wie Glas, Edelstahl, Porzellan und Polypropylen.

Außerdem fordert die Verbraucherzentrale, dass es ein Verbot für die Bambusproduktegibt. Denn sie dürften aufgrund der Gesundheitsgefahr gar nicht erst in den Verkauf gelangen.

Wer sich über neue Produkte informieren möchte, sollte unbedingt auf seriöse Testurteile achten. Die Stiftung Warentest warnt jetzt vor Fake-Testportalen im Netz, die eigentlich nur Profit machen wollen. Unabhängige Testurteile wie zum Beispiel zu mobilen Bluetooth-Boxen gibt es eher selten.