Neue Preise im neuen Jahr

Krankenkasse, Rauchen und Fliegen: Vieles wird 2023 noch teurer

Mit dem Jahreswechsel steigen die Preise für die Krankenkasse, Netflix, Zigaretten und Flüge. Auch in weiteren Lebensbereichen wird es 2023 teurer.

Dortmund – Steigende Preise sind für Verbraucher bei der aktuellen Inflation keine Überraschung mehr. Schon jetzt steht fest: Auch das neun Jahr hält Preiserhöhungen bereit. Beim Reisen, einzelnen Produkten, dem Freizeitkonsum, Steuern und Versicherungen müssen sich Deutsche auf steigende Kosten einstellen.

Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen 2023 auf Rekordniveau

Gleich zu Beginn des neuen Jahres werden viele gesetzlich Versicherte beim Blick auf ihren Gehaltscheck überrascht: Die Krankenkassen können ab Januar 2023 ihre Zusatzbeiträge anheben. Die Zahlungen sollen so hoch werden, wie noch nie zuvor. Im Zusammenhang mit dem „Spargesetz“ von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach war zuletzt von einem Anstieg um durchschnittlich 0,3 Prozentpunkte die Rede.

Die Barmer hat gegenüber RUHR24 bereits mitgeteilt, dass sie ihre Beiträge nicht anheben werde. Viele andere Krankenkassen entscheiden noch im Dezember über mögliche Beitragserhöhungen.

Die machen sich für Verbraucher unmittelbar im Portemonnaie bemerkbar: Mindestens die Hälfte der Zusatzbeiträge zahlen die Versicherten selbst. Obacht: Die Krankenkassen müssen die Versicherten nicht gesondert über die Preiserhöhungen informieren.

Höhere Kosten bei Netflix 2023: Geteilte Konten werden stärker kontrolliert

Auch der Freizeitbereich bleibt von weiter steigenden Kosten nicht verschont. So wird zum Beispiel der Streaming-Dienst Netflix für viele Nutzer teurer. Das gilt für alle, die sich bisher einen Account über verschiedene Haushalte hinweg teilen. Bis zu fünf Profile können mit dem Premium-Abo gleichzeitig streamen. Das bietet Netflix eigentlich nur für Personen an, die zusammen in einem Haushalt leben.

Daran haben sich bisher aber nur die Wenigsten gehalten. Wer darüber hinaus sein Profil mit Freunden oder anderen Bekannten teilt, sollte sich das für das kommende Jahr doppelt überlegen. Netflix hat angekündigt, das Account-Sharing in Mitteleuropa ab Frühjahr 2023 strenger zu prüfen.

Kunden und Kundinnen, die „erwischt“ werden, sollen dann die Möglichkeit bekommen, entweder ein eigenes Profil anzulegen oder einen Aufpreis für „Unter-Konten“ zu zahlen. Seit November gibt es außerdem ein vergünstigtes Basis-Abo, bei dem Werbung geschaltet wird.

Höhere Kosten für Verbraucher: Flugpreise verdoppeln sich 2023 teilweise

Wer 2023 in den Urlaub fliegen möchte, sollte für die Flüge mit einem größeren Budget planen als bisher. Wie der ADAC berichtet, können die Flugpreise um bis zu 46 Prozent im Vergleich zu 2022 steigen (mehr Service-News bei RUHR24).

Besonders teuer sollen Flüge wohl mit Lufthansa und ihrer Tochter Swiss International Air Lines werden. Im Preisvergleich von 2021 zu 2023 verdoppeln sich die Ticketpreise bei ihnen zum Teil. Das Gegenteil beim türkischen Billigfliegers Pegasus Airlines: Hier fliegt man 2023 sogar billiger als noch 2021. Das hat das Vergleichsportal Idealo ausgewertet.

Zigaretten rauchen wird teurer: Tabaksteuer wird im Januar angehoben

Raucher müssen sich auf teurere Zigaretten gefasst machen. Am 1. Januar 2023 steigt die Tabaksteuer in Deutschland. In erster Linie betrifft das die Unternehmen. Die geben die Kosten aber für gewöhnlich an die Kunden weiter. Ein Päckchen Zigaretten wird nach Informationen des Münchner Merkur voraussichtlich rund 10 Cent teurer.

Die Tabaksteuer wird 2023 angehoben. Zigaretten und weitere Tabakwaren werden deshalb teurer. Auch in anderen Lebensbereichen bringt das neue Jahr Preiserhöhungen mit sich.

Laut Bundesministerium für Finanzen steigt die Tabaksteuer für eine Packung Zigaretten (20 Stück) im Zeitraum von 2022 bis 2026 stufenweise um durchschnittlich circa 8 Cent pro Jahr. Die Tabaksteuer für eine Packung Feinschnitt (40 g) legt im selben Zeitraum um durchschnittlich etwa 13 bis 16 Cent pro Jahr zu.

Energiepreise und Kosten für Lebensmittel steigen auch 2023 weiter

Klar ist schon jetzt: Auch die Energie- und Lebensmittelpreise werde 2023 wegen der Inflation und dem Krieg in der Ukraine weiter steigen. Experten rechnen damit, dass die Energiepreise noch lange nicht ihr Maximum erreicht haben. Aktuell sollen Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme Verbraucher entlasten. Die tatsächlichen Preissteigerungen könnten laut Handelsblatt bei vielen Bürgern aber erst 2023 ankommen.

Auch im Lebensmittel- und Drogeriehandel tut sich aktuell einiges. Hersteller wie Procter & Gamble (ihnen gehören beispielsweise Marken wie Gillette, Ariel, Lenor und Always) machen ihre Produkte teurer. Coca-Cola will dagegen seine Preise 2023 ein weiteres Mal anziehen. Die letzte Preiserhöhung ist erst wenige Monate her. Ein Vorstoß, dem möglicherweise noch weitere Firmen folgen werden.

Supermarkt-Kunden sollten vor allem bei versteckten Preiserhöhungen weiterhin wachsam sein. Etwa, wenn die Preise von Artikeln zwar gleich bleiben, aber der Packungsinhalt schrumpft.

Es betrifft weniger Deutsche, aber auch Erben wird durch das Jahressteuergesetz 2023 ab Januar teurer. Bei der Bewertung von Immobilien gelten ab Anfang nächsten Jahres neue Maßstäbe.

Rubriklistenbild: © Rolf Poss/Imago, NurPhoto/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24