Ereignisse am Tag und in der Nacht

Sterne im Januar: Welches besondere Spektakel der Himmel bietet

Der Sternenhimmel in Brandenburg
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Im Januar gibt es viele Möglichkeiten, tolle Ereignisse am Sternenhimmel zu beobachten.

Der Sternenhimmel im Januar 2021 zeigt sich von seiner schönsten Seite. Mehrere Himmelsereignisse machen das Beobachten der Sterne diesen Monat zu einem wahren Abenteuer.

Nordrhein-Westfalen – Bisher gab es nicht viel vom Winter in NRW* zu sehen: Verhältnismäßig hohe Temperaturen und auf den Schnee wird man wohl noch etwas warten müssen, berichtet RUHR24.de*. Auch die Wintersonnenwende haben wir bereits am 21. Dezember hinter uns gebracht und können nun jeden Abend sehen, wie die Sonne länger scheint.

PlanetensystemSonnensystem
Innere PlanetenMerkur, Venus, Erde, Mars
Asteroiden­gürtelVesta, Juno, Ceres, Pallas
Äußere PlanetenJupiter, Saturn, Uranus, Neptun

Himmelsereignis im Januar: Erde ist so nah an der Sonne wie sonst nie

Und das ist gar nicht mal so wenig, denn immerhin wird es jetzt jeden Monat eine Stunde länger hell sein, erklärt Prof. Dr. Susanne Hüttemeister, Leiterin des Planetariums in Bochum, gegenüber WAZ. Das erste Phänomen am Sternenhimmel kann man schon am Samstag (2. Januar) beobachten.

Um exakt 14.50 Uhr erreicht die Erde das Perihel. Das ist der Punkt auf unserer Umlaufbahn, an dem die Erde der Sonne am nächsten ist – genau 147.100.000 Kilometer entfernt. Aber wieso ist das Ereignis denn im Winter, schließlich sollte uns doch alle warm sein, wenn wir so nah an der Sonne sind? Für die Jahreszeiten ist die Neigung der Erdachse zuständig, nicht unbedingt die Entfernung zur Sonne.

Quadrantiden im Januar: Sternschnuppen am Himmel zu beobachten – mit einem Haken

Am Sonntag (3. Januar) darf man sich etwas zum neuen Jahr wünschen – theoretisch, denn praktisch könnte das ein wenig komplizierter Werden. In der gesamten ersten Woche des Jahres können wir die sogenannten Quadrantiden beobachten. Das Maximum in Mitteleuropa wird allerdings tagsüber sein. Die vielen Sternschnuppen werden wir daher nicht so gut beobachten können, wie im August 2020 die Sternschnuppen der Perseiden*.

Was sind Quadrantiden?

Die Quadrantiden sind ein zum Jahreswechsel wiederkehrender Meteorstrom. Dieser zählt zu den vier aktivsten Sternschnuppenschwärmen. Den Höhepunkt kann man meist zwischen dem 3. und dem 4. Januar erleben.

Bei idealen Bedingungen, und nicht wie in diesem Jahr bei Tageslicht, kann man bis zu 110 Meteore pro Stunde beobachten, manchmal sogar 200. Allerdings sind die Meteore nicht unbedingt sehr hell, man braucht also zum Beobachten beste Sicht und idealerweise ein Teleskop.

Video: Den schönsten Sternenhimmel der Welt gibt es in Niue

Wintersechseck im Januar: Sechs Sternbilder sind am Himmel klar zu erkennen

Aber auch die Sternenbilder werden wir im Januar 2021 gut beobachten können. Allen voran ist der Große Wagen, der im Nordosten hoch über den Horizont steht. Die berühmten schönen Winterbilder am Sternenhimmel sind ab 22 Uhr Richtung Süden erkennbar.

Das Bekannteste von ihnen ist das „Wintersechseck“. Das sind sechs Sterne aus sechs verschiedenen Sternenbildern, die man alle identifizieren kann. Der Stern, der am einfachsten zu finden ist, ist der Stern Aldebaran. Der riesige Stern leuchtet rot-orange und steht im Tierkreissternbild Stier.

Sternenhimmel im Januar: Stern Sirius im Großen Hund ist das hellste Objekt am Himmel

Blickt man weiter nach Westen, entdeckt man den Sternenhaufen „Siebengestirn“. Davon weiter westlich der rötliche Mars – so kann man sich leicht am Sternenhimmel orientieren. Tipp: Der Mars und der Aldebaran leuchten rötlich. Doch der Mars ist dabei wesentlich heller. So kann man die beiden gut unterscheiden.

Habt ihr euch im Winter schon einmal gefragt, was das für ein heller leuchtender Stern am Himmel ist? Das wird vermutlich Sirius sein, der derzeit hellste Stern am Himmel. Und das ist unabhängig davon, wo man sich auf der Erde befindet – im Sternbild Großer Hund ist er immer der hellste.

Der Stern Sirius

Der Stern Sirius ist im Januar südlich im Sternenbild Großer Hund zu finden – unverkennbar an seiner Helligkeit. Er schimmert weiß-blau-rötlich und hat doppelt so viel Maße wie die Sonne. Der Stern wird alle 50 Jahre von einem kleinen Zwergstern umkreist und trägt den Namen „Sirius B“. Dieser ist der Rest eines bereits implodierten Sternes, der einst noch massereicher und heller war als Sirius. Dieser ist allerdings nur mit einem Profiteleskop erkennbar.

Für die alten Ägypter war Sirius ein wichtiger Stern. Wenn dieser sich in der Morgendämmerung deutlich zeigte, stand die Nilflut bevor. Diese war für die Ägypter vor 4.000 Jahren überlebenswichtig, denn die jährliche Nilflut bedeutete fruchtbaren Boden für den Ackerbau.

Merkur beschäftigt das Sternenbild im Januar

Wenige Tage später, am 10. und 11. Januar (Sonntag und Montag), kann man mit einem Fernglas in der frühen Abenddämmerung ein weiteres Phänomen beobachten: Am westsüdwestlichen Horizont begegnen sich gegen 17 Uhr die Planeten Merkur, Jupiter und Saturn. Allerdings ist dies mit dem bloßen Auge kaum erkennbar.

Apropos Merkur: Der sonnennächste Planet lässt sich vom 22. bis zum 26. Januar etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang über den Horizont erkennen. Da sind Jupiter und Saturn allerdings bereits untergegangen. *RUHR24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.