Aktuelles Naturphänomen

Sterne am Himmel funkeln derzeit eigenartig - was hinter dem Phänomen steckt

Im Sommer, aber auch zu anderen Jahreszeiten, kann man sehen, dass die Sterne am Himmel funkeln und blinken. Das hat einen bestimmten Grund.
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Im Sommer, aber auch zu anderen Jahreszeiten, kann man sehen, dass die Sterne am Himmel funkeln und blinken. Das hat einen bestimmten Grund.

Warum funkeln die Sterne am Nachthimmel aktuell so besonders? Stecken Ufos hinter dem Blinken? Das hat es mit dem Phänomen auf sich.

  • Das Weltall bietet immer wieder neue Überraschungen, die am Nachthimmel zu sehen sind.
  • Diesen Sommer bescherten uns Komet Neowise und der Sternschnuppenschauer der Perseiden echte Highlights.
  • Doch dabei bleibt es nicht - aktuell funkeln und blinken unsere Sterne eigenartig hell. 

Dortmund - Wer diese Tage einen Blick in den Nachthimmel wirft, bekommt ein wahnsinnig schönes Naturspektakel geboten. Denn die Sterne leuchten aktuell besonders hell. Wir verraten, warum das Funkeln im Sommer so anders ist als im Herbst oder Winter.

Himmelskörper

Sterne

Bekannte Sternbilder

Großer Wagen, Großer Bär, Kassiopeia, Orion

Beobachtung

Freier Nachthimmel ohne Lichtverschmutzung

Funkeln der Sterne am Nachthimmel: Blinken ist im Sommer besonders gut zu sehen

Nach Komet Neowise im Juli und dem Sternschnuppenschauer der Perseiden im August können Astro-Fans derzeit sämtliche Planeten unseres Sonnensystems am Nachthimmel beobachten. Dazu braucht man noch nicht einmal ein Fernglas.

Und das Beste: Neben den Planeten sind auch etliche Sterne gut zu sehen. Erkennbar sind sie an ihrem hellen Funkeln, das typisch ist für die aktuelle Jahreszeit.

Sterne dienten den Menschen als Orientierung - heute kann man sie am Himmel kaum noch sehen

Sterne gelten bereits seit vielen Jahrhunderten als wichtige Wegweiser der Menschen. Früher orientierten sich vor allem Seefahrer an den Sternen, um nicht vom Kurs abzukommen. Aber auch Menschen an Land nutzten sie beispielsweise bei Wanderungen stets als Orientierung.

Heutzutage wird es immer schwieriger, Sterne oder gar Sternenbilder am Nachthimmel zu erkennen. Der Grund dafür ist der Lebenswandel und das industrielle Zeitalter. 

Sterne funkeln und blinken am freien Nachthimmel - das steckt hinter dem Phänomen

Menschen zieht es zunehmend in die Großstädte, sie leben auf engstem Raum und treiben die Lichtverschmutzung durch Häuser, Autoscheinwerfer und Straßenbeleuchtung stetig voran. Die Sicht auf Kometen, Planeten und die Sterne wird dadurch stetig problematischer.

Wer einen ungehinderten Blick auf den Nachthimmel haben möchte, muss raus aufs Land. Dort, wo kaum noch Häuser stehen und keine Autos fahren, kann man die Sterne auch heutzutage noch beobachten. Und wer genau hinschaut, dem fällt auf, dass die Himmelskörper nicht nur besonders hell strahlen, sondern auch funkeln und blinken. Wie kann das sein?

Sterne können ziemlich stark leuchten, aber das Funkeln kommt ausschließlich durch die Erdatmosphäre zustande.

Erdatmosphäre ist für das Funkeln und Blinken der Sterne verantwortlich

Der Grund dafür ist die Atmosphäre. Das Licht der Sterne gelangt auf unmittelbarem Weg zur Erde, unterwegs gibt es so gut wie keine Barrieren. 

Erst in der Erdatmosphäre wird das Licht der Sterne gebrochen und der Lichtweg massiv beeinflusst. Das liegt daran, dass die Atmosphäre auf ihrer Oberfläche eine andere Dichte hat als in den unteren Schichten. Zusätzlich entstehen tagsüber warme Luftströmungen, wodurch die Atmosphäre noch einmal durchgemischt wird. 

Wenn nun das Licht der Sterne auf die sich konstant verändernde Erdatmosphäre und ihre Luftschichten unterschiedlicher Dichte trifft, bricht das Sternenlicht konstant. 

Durch die Luft, die sich zusätzlich bewegt, erscheint das Sternenlicht als Blinken. Außerdem kann ein leichter Farbwechsel möglich sein - der besteht aber nur rein optisch. Sterne verändern ihre Farbe grundsätzlich nicht. (alle Service-Artikel auf RUHR24.de)

Planeten und der Mond funkeln nicht wie Sterne - Schuld ist ihre Größe

Achtung: Das Funkeln und Blinken tritt ausschließlich bei Sternen, nicht aber bei Planeten oder dem Mond auf. Das liegt daran, dass Sterne besonders kleine Himmelskörper sind.

Der Mond funkelt anders als Sterne nicht. Das Gleiche gilt für Planeten. Schuld ist ihre Größe - sie sind deutlich massiver als Sterne.

Planeten und Mond sind wesentlich größer - auch ein vermeintlicher Farbwechsel ist bei ihnen ausgeschlossen. Die Farbe des Mondes ändert sich höchstens, wenn es zum besonderen Naturphänomen eines sogenannten Blutmondes kommt. Dabei handelt es sich um eine totale Kernschattenfinsternis, bei der Sonne, Erde und Mond in einer Linie hintereinanderstehen.

Die Sonnenstrahlen, die auf den Mond treffen, werden durch die Erdatmosphäre gefiltert und ausschließlich die langwelligen, roten Lichtstrahlen schaffen den Weg zum Mond. Der nächste Blutmond findet voraussichtlich am 16. Mai 2022 statt.

Den schönsten Sternenhimmel der Welt gibt es in Niue

Blinken der Sterne ist im Sommer besonders gut zu sehen - wegen des Wetters

Im Sommer wird das Blinken der Sterne übrigens als besonders stark empfunden, da eine bessere Sicht auf den Nachthimmel besteht. Das Wetter ist oft besser als zum Beispiel im grauen und verregneten Herbst. 

Das Funkeln der Sterne ist also nicht unbedingt stärker, wenn es wärmer ist, sondern einfach nur besser sichtbar. Im Winter kann man das Blinken genauso gut sehen - vorausgesetzt das Wetter spielt mit.

Tipp: Auf einer freien Wiese oder außerhalb der Stadt ist das Blinken noch besser zu sehen, weil dort die Lichtverschmutzung nicht so hoch ist.