Alternative Produkte

Starbucks will Kuhmilch ersetzen - und das ist nicht die einzige Änderung

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Der Kaffee-Gigant Starbucks will umweltverträglicher werden - und setzt deshalb auf Pflanzenmilch

Mitte Januar gab die Kaffeekette Starbucks bekannt, umweltverträglicher werden zu wollen. Mehrere Maßnahmen sind geplant.

  • Starbucks teilte im Januar mit, bis 2030 seine CO²-Emission zu reduzieren.
  • Dafür will das US-Unternehmen verstärkt auf vegane Produkte setzen.
  • Vegane Milch ist nicht die einzige Maßnahme, um Starbucks umweltfreundlicher zu gestalten.

Seattle - Vanilla Macchiato, Toffee Nut Latte oder Strawberries Frappuccino: Starbucks ist bekannt für seine außergewöhnlichen Kaffeekreationen. Gibt es das beliebte Heißgetränk beiStarbucks aber in Zukunft nur noch in vegan? Das lässt zumindest eine Mitteilung von Starbucks-Chef Kevin Johnson vermuten, wie RUHR24.de* berichtet. In einer Nachricht gab er bekannt, dass Starbucks umweltverträglicher werden wolle.

Starbucks will sein Angebot an veganen Produkten ausweiten

Starbucks betreibt über 30.000 Filialen und ist damit einer der weltweit größten Kaffeehausketten. Da werden täglich nicht nur jede Menge Kaffee aufgebrüht, sondern auch literweise Milch aufgeschäumt, Müll verursacht und Ressourcen verschwendet. Doch damit ist laut Starbucks-Chef Kevin Johnson bald Schluss. 

Um das US-Unternehmen umweltfreundlicher zu gestalten, will er einiges ändern. Eine Maßnahme ist, dass vegane Pflanzenmilch am Ende die Kuhmilch ersetzen soll, weil diese zu klimaschädlich sei. Kommen Kunden also bald nur noch in den Genuss von Hafermilch Latte und Mandelmilch Flat White? Bis es so weit ist, wird es, wenn überhaupt, wohl noch eine Weile dauern. 

Starbucks will Kunden ermutigen, vegane Milch zu trinken

Denn die Ankündigung bei Starbucks sind noch wenig konkret. In der Mitteilung des CEO heißt es wage, er wolle die Verbraucher künftig ermutigen, pflanzliche Milchalternativen aus Mandeln, Hafer, Kokosnüssen und Soja statt Kuhmilch zu wählen. Um das zu ermöglichen, soll das vegane Angebot bei Starbucks zunächst einmal erweitert werden - nicht aber die tierischen Produkte ausnahmslos zu ersetzen.  

Die Erweiterung des Angebots an veganer Milch kommt vermeintlich nicht nur der Umwelt zugute, sondern auch vielen Kunden. Denn wie der Starbucks-Chef mitteilte, verschiebe sich die Nachfragekurve bereits in Richtung pflanzlicher Alternativen. 

Starbucks geht also mit seinen veganen Milchprodukten auch einem Trend nach. So könnte man dem Kaffeekonzern auch reines Marketing und weniger ehrliches Umweltbewusstsein unterstellen. Doch die vegane Milch ist nicht die einzige Maßnahme, die sich bei Starbucks in den kommenden Jahren ändern wird.

Vegane Milch bei Starbucks ist nicht die einzige Maßnahme

Neben pflanzlichen Milchalternativen soll auch die Speisekarte um einige vegane Optionen erweitert werden. In diesem Kontext gab es bereits Gerüchte, dass es bald auch Fleischalternativen wie Beyond Meat bei Starbucks geben könnte. Doch auch hier gibt es bislang nur vage Aussagen. 

Das Unternehmen denke zwar über Fleischalternativen für sein Frühstücksangebot nach, mache aber noch keine konkreten Angaben über einen Zeitplan oder zu einem möglichen Zulieferer, äußerte sich eine Unternehmenssprecherin von Starbucks gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters

Pläne für Umweltschutz nicht nur im Food-Bereich bei Starbucks

Andere Pläne von Starbucks in Richtung Umweltschutz sind dahingegen schon wesentlich konkreter. In der Mitteilung von Kevin Johnson heißt es, dass Starbucks daran arbeiten werde, mehr Ressourcen zu schaffen als es verbrauche. 

"Unser Anspruch ist es […] mehr Kohlenstoff zu speichern, als wir ausstoßen, Abfall komplett zu verhindern und mehr sauberes Süßwasser zur Verfügung zu stellen, als wir benutzen", so der CEO von Starbucks. Neben der veganen Milch wird sich deshalb bei Starbucks so einiges ändern, einige Maßnahmen für eine bessere Klimabilanz wurden bereits umgesetzt. 

Video: To-Go-Becher von Starbucks bei "Game of Thrones" zu sehen

Bereits 2019 führte Starbucks eine Gebühr von 5 Cent auf Pappbecher ein - ein solcher To-Go-Becher war übrigens zur Belustigung der Fans auch schon in einer "Game of Thrones"-Folge zu sehen. 

Maßnahme für vegane Milch bei Starbucks hat einen Haken

Langfristig will die Kaffeekette Einwegprodukte komplett durch Mehrweg-Verpackungen ersetzen. Aber auch an anderen Stellen soll der Müll reduziert werden. Schon in diesem Jahr wird es keine Plastikstrohhalme mehr geben. 

Außerdem sollen in den Starbucks-Läden bessere Abfallentsorgungs-Systeme für eine höhere Recycling-Quote eingeführt werden. Zusätzlich will der Konzern in Wiederaufforstungsprojekte, Waldschutz und regenerative Praktiken investieren. Wie viel davon jedoch Greenwashing-Kampagne und wie viel ehrliche Ambition ist, bleibt abzuwarten. 

Comedian Atze Schröder setzt sich übrigens auch für den Umweltschutz ein. Der Essener hat einem Landkreis einen ganzen Wald geschenkt. Das steckt hinter der Aktion. 

Vegane Milch-Kampagen hat einen Haken

Denn einen Haken hat die ganze Sache noch: Aktuell kostet die vegane Milch bei Starbucks noch deutlich mehr als Kuhmilch. Das missfällt vielen Kunden und auch der Tierschutzorganisation Peta. Die hatte erst kürzlich mit einer Protestaktion dazu aufgefordert, sich gegen einen Pflanzenmilch-Aufpreis bei Starbucks zu wehren. Ob das Unternehmen darauf reagieren wird oder ob sich das aber im Zuge der Umwelt-Ziele auch ändern wird, ist noch unklar. libe

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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