Alles andere als sauber

Stiftung Warentest checkt Spülmaschinentabs: der Testsieger überrascht

Spülmaschinentabs im Test: Nur 6 Mittel "gut" bei Stiftung Warentest
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Spülmaschinentabs im Test: Nur 6 Mittel "gut" bei Stiftung Warentest.

Die Stiftung Warentest hat 14 Spülmaschinentabs gecheckt. Von Aldi, dm und anderen Anbietern. Das Ergebnis überrascht - jedoch nicht nur positiv.

  • Stiftung Warentest hat erneut Spülmaschinentabs unter die Lupe genommen. 
  • Die Reinigungsleistung der Tabs war das wichtigste Kriterium im Test.
  • Das Ergebnis zeigt: Nur wenige Mittel halten, was sie versprechen, einige fallen komplett durch.

In rund 10.000 Spülstunden und bei 3.000 Geschirrteilen hat Stiftung Warentest die Reinigungsleistung von Spülmaschinentabs geprüft. Im Fokus standen 14 Multitabs - denn die können laut Angaben der Hersteller so einiges: reinigen, klarspülen und trocknen. Das Rundum-Versprechen konnte allerdings kaum einer der getesteten Tabs halten, wie RUHR24.de* berichtet.

Stiftung Warentest nimmt Spülmaschinentabs unter die Lupe 

Getestet wurden sowohl Markenprodukte als auch Mittel von Supermärkten und Drogerien. Unter anderem waren bei den 14 Spülmaschinentabs Marken von Aldi, dm, Ecover, Frosch, Kauf­land, Finish und Somat dabei. Über das Ergebnis staunten dann die Prüfer von Stiftung Warentest nicht schlecht. Denn nicht nur die Reinigungsleistung ließ bei den meisten Spülmaschinentabs zu wünschen übrig, einige von ihnen richteten regelrecht Schaden am Geschirr an. 

Das hat zur Folge, dass keines der Produkte mit der Bestnote "sehr gut" bewertet wurde. "Gut" war somit in diesem Test die höchste Auszeichnung für die Spülmaschinentabs. Die konnte Stiftung Warentest immerhin sechsmal vergeben.

Stiftung Warentest untersucht Reinigungskraft bei Spülmaschinentabs 

Um die Reinigungskraft der Spülmaschinentabs zu testen, wurde Geschirr mit Tee, Hackfleisch, Eigelb, Käserückständen, Stärke oder Fett beschmutzt und dann durch die Spülmaschine gejagt. Kam das Geschirr sauber aus der Maschine, gab es schonmal einen Pluspunkt. Untersucht wurde aber auch, wie gut die Mittel Kalkbeläge verhindern, das Geschirr schonen und wie groß der Einfluss der Spülmaschinentabs auf die Umwelt ist. 

Diese Kriterien standen bereits bei dem Test der Spülmaschinentabs im vergangenen Jahr im Fokus von Stiftung Warentest. Das Erschreckende: An den Ergebnissen hat sich kaum etwas geändert. Nur wenige Mittel reinigen "gut", keines "sehr gut" und einige fallen sogar komplett durch. In diesem Jahr schnitten unter anderem die Tabs von Aldi Süd, dm und Edeka ganz gut ab. Teure Markenprodukte, zum Beispiel von Somat, bekam nur die Note "befriedigend". Und die Powerball-Quantum-Tabs von Finish sind nur "ausreichend". Einige der Spülmaschinentabs ließen Verschmutzungen zurück, andere machten die Teller stumpf - und das will ja nun wirklich niemand. 

Spülmaschinentabs bei Stiftung Warentest: Das ist der Testsieger

Doch ein Produkt macht Hoffnung: Der Testsieger in diesem Jahr ist von Kaufland. Die Spülmaschinentabs "K-Klassik-Geschirr-Reiniger-Tabs All in 1" halten noch am ehesten, was sie versprechen. Laut Stiftung Warentest sind sie ein echtes Multitalent: Sie schafften sauberes Besteck, schonten das Geschirr und hinterließen keine Kalk- oder Wasserflecken. Doch warum bekommen die Tabs von Kaufland nicht die Note "sehr gut"?

Wie auch in den anderen konventionellen Spülmaschinentabs fand Stiftung Warentest das Silberschutzmittel Benzotriazol (BTA). Das gab einen Punkt Abzug im Hinblick auf die Umweltverträglichkeit der Mittel. Denn die Chemikalie steht im Verdacht, Einfluss auf das Hormonsystem von Organismen zu haben. Außerdem kann BTA in Kläranlagen kaum abgebaut werden - und findet sich auch in unserem Trinkwasser wieder.

Video: Stiftung Warentest untersucht Spülmittel

Stiftung Warentest untersucht nicht nur Spülmaschinentabs in regelmäßigen Abständen, sondern testet auch immer wieder Pulver für die

Spülmaschine, Klarspüler oder Handspülmittel. Stiftung Warentest hat ebenfalls Katzenfutter getestet und das mit überraschenden Ergebnissen

Und auch hier lassen die Ergebnisse immer wieder zu wünschen übrig. Entweder halten sie nicht ihr Versprechen bei der Reinigungsleistung, hinterlassen dicke Fettschlieren auf den Gläsern oder lösen durch kritische Inhaltsstoffe Allergien aus. Das ist alles andere als sauber.

Öko-Spülmaschinentabs fallen bei Stiftung Warentest durch

Und wie sieht es da bei Spülmitteln und Spülmaschinentabs von vermeintlichen Öko-Firmen aus? Die enthalten zwar keine umweltschädlichen Chemikalien, fallen bei Stiftung Warentest dennoch durch. Warum? Die Produkte von Frosch und Ecover hinterließen unter anderem weiße Beläge auf den Gläsern, reinigten weniger gut oder setzten Silberbesteck heftig zu. Sie verfärbten das Silber so stark, dass die Beläge auf dem Edelmetall nicht mehr zu entfernen waren. 

Und das dürfte so manch einen Kunden ziemlich verärgern, wenn das gute Silberbesteck von der Oma plötzlich mattgolden aus der Spülmaschine kommt. Außerdem ist der Materialverschleiß wenig nachhaltig.

Und auch beim Spülmittel enttäuschten die Öko-Marken. Sie bekamen alle die Note "mangelhaft", weil sie das dreckige Geschirr nicht wirklich sauber machten. Das liegt daran, dass die Öko-Putzmittel in der Regel auf pflanzliche Inhaltsstoffe statt auf aggressive Chemie setzen - gut für die Umwelt, schlecht für das Besteck.

Wünschenswert wäre also ein Multi-Spülmaschinentab oder ein Handspülmittel, das trotz guter Umwelteigenschaften mit seiner starken Leistung überzeugt und schonend das Geschirr blitzen und blinken lässt. Da müssen die Hersteller aber wohl noch etwas nacharbeiten. Es bleibt also spannend, was der nächste Test von Stiftung Warentest ergibt.

libe

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