Algen für die Gesundheit

Spirulina: Was taugt das neue Superfood aus dem Meer wirklich?

Algenextrakten wie Spirulina werden viele Wirkungen nachgesagt. Doch was steckt dahinter?
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Algenextrakten wie Spirulina werden viele Wirkungen nachgesagt. Doch was steckt dahinter?

Regelmäßig werden neue Lebensmittel als Superfood gefeiert. Aktuell ist Spirulina angesagt. Doch welche Wirkung hat das grüne Pulver aus Algen wirklich?

NRW - Das Frühstück noch gesünder zu machen soll mit Superfoods ganz einfach sein: Chia-Samen, Goji-Beeren oder auch Gerstengras sind vielen bereits ein Begriff. Derzeit erobert das Spirulina die Vorratsschränke.

AlgeSpirulina
Höhere KlassifizierungSpirulinaceae
KlasseCyanobakterien (Cyanobacteria)

Spirulina: Das steckt hinter dem angeblichen Superfood

„Neu“ ist das grüne Pulver aber streng genommen nicht. Die Mikroalge Spirulina existiert seit Millionen Jahren auf der Erde und ist als Nahrungsergänzungsmittel in unterschiedlichen Formen, etwa als Pulver oder tablettenartig, erhältlich. Allerdings ist die tatsächliche Wirkung umstritten, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet.

Von Bloggern wird Spirulina als „Superfood“ angepriesen, und soll angeblich das Immunsystem stärken, Allergien beseitigen und sogar gegen Viren wirken. Auch Gurkenwasser werden einige Wunderwirkungen nachgesagt.

Wirklich gesund? Diese Inhaltsstoffe stecken in Spirulina

Laut Angaben der Verbraucherzentrale ist allerdings keines dieser Versprechen bestätigt. Und auch Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung bestätigt im Gespräch mit der Apotheken Umschau, dass Experimente zu der Wirkungsweise von Spirulina bisher nur mit Tieren oder im Reagenzglas durchgeführt wurden.

Es gebe Hinweise, dass die Alge den Cholesterinspiegel senken und sich positiv auf den Blutdruck auswirken kann. Außerdem enthalten Produkte mit Spirulina Vitamin B12, welches beispielsweise bei veganer Ernährung oftmals supplementiert werden muss.

Laut Bundeslebensmittelschlüssel liefern 100 Gramm getrocknete Spirulina etwa 60 Gramm Eiweiß, 19,8 Milligramm Eisen und 3,6 Milligramm Beta-Carotin sowie 1820 Mikrogramm Folate. Jod enthält die Süßwasseralge nicht.

Spirulina ist als Nahrungsergänzungsmittel überflüssig

Trotz ihres guten Rufs sind Spirulina als Nahrungsergänzungsmittel überflüssig, meint Gahl. Andere Lebensmittel weisen insbesondere beim Proteingehalt bessere Werte auf. Aber wie konnte dann der Hype um das grüne Pulver entstehen?

Im Jahr 1974 wurde die Mikroalge von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als “Bestes Nahrungsmittel der Zukunft” ausgezeichnet. Der Trend kam erst vor kurzem nach Europa und erscheint deshalb neu. Qualitätsstandards für Spirulinaprodukte gibt es nicht, daher sind Belastungen mit Schwermetallen und Toxinen möglich (mehr Ratgeber und Tipps auf RUHR24.de).

Mit diesen Vorerkrankungen sollte man auf Spirulina verzichten

Wer dennoch auf Spirulina setzt, sollte laut Verbraucherzentrale auf rückstandkontrollierte Ware zurückgreifen. Außerdem solle man die Alge besser vor Ort in Geschäften kaufen, statt von Anbietern aus dem Internet.

Menschen mit Phenylketonurie, einer Störung des Aminosäurestoffwechsels, sollten Spirulina am besten gar nicht zu sich nehmen. Grundsätzlich sind auch allergische Reaktionen möglich. Die Alge bindet außerdem Eisen, deswegen kann es bei häufigem Verzehr zu einer Eisenunterversorgung kommen.