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Spielzeug im Test 2020: Stiftung Warentest warnt - gefährliche Schadstoffe enthalten

Zu Weihnachten stehen bei vielen Kindern wieder Plüschtiere auf dem Wunschzettel. Die Stiftung Warentest hat jetzt 22 davon geprüft. Acht rasseln durch.

Berlin – Kunterbunte Spielsachen lassen nicht nur Kinderaugen leuchten – sie stehen leider auch immer wieder wegen zu hoher Schadstoffbelastung und anderen Sicherheitsmängeln in der Kritik. Die Verbraucherzentrale verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass die gesetzlichen Regelungen in Deutschland weniger streng sind als man erwarten würde. Es handele sich dabei eher um Mindestanforderungen, die keine richtige Sicherheit bieten.

Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug Zweite Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz
Inkrafttreten der letzten Änderung: 28. Oktober 2018; (Art. 2 VO vom 9. Juli 2018)
Inkrafttreten am: 1. Januar 1990
Art Bundesrechtsverordnung

Spielzeug im Test: Augen auf beim Kauf – woran man sichere Produkte erkennt

Anders als viele vermuten ist laut Verbraucherzentrale das CE-Zeichen kein Prüfzeichen und gewährleistet demnach auch keine Sicherheit. Das GS-Zeichen hingegen steht für „geprüfte Sicherheit“. Derart zertifizierte Spielzeuge sind auf Schadstoffe und andere Mängel untersucht worden. Auf dieses Zeichen sollten Eltern also achten.

Einige Mängel kann man außerdem auch selbst erkennen. Laut Verbraucherzentrale gibt es folgende Anzeichen für Sicherheitsrisiken bei Spielzeugen:

  • Materialien, die abfärben,
  • unangenehmer oder strenger Geruch,
  • Füllungen, die sich aus Stofftieren ziehen lassen,
  • weitere Verarbeitungsfehler wie kaputte Nähte,
  • Duftstoffe (sind für Kinder ungeeignet)
  • und bei Babyspielzeugen auch verschluckbare Kleinteile, die sich ablösen lassen.

Außerdem seien vor allem billig produzierte Spielzeuge oft minderwertig verarbeitet und hätten daher Sicherheitsmängel.

Stiftung Warentest prüft Stofftiere – nur die Hälfte empfehlenswert

Dieses bestätigt sich im aktuellen Test der Stiftung Warentest allerdings nicht. In der test-Ausgabe 12/2020 (Online-Artikel der test vom 17.11.2020) stellen die Tester die Produkte vieler großer Marken auf den Prüfstand. Darunter auch Steiff, Simba, Kik, IKEA, Nici, Rossman oder dm. Insgesamt können die Prüfer nur 11 von 22 getesteten Kuschel-Spielzeugen empfehlen.

Bei den Testergebnissen schneiden die günstigen Produkte aber nicht schlechter ab als die teuren. So werden beispielsweise sowohl ein Bär von Kik (8 Euro) und ein Orang-Utan von IKEA (13 Euro) als auch ein Hase von Steiff (39,50 Euro) mit „Gut“ bewertet.

Bemerkenswert: Unter den drei mit der Note „Sehr gut“ bewerteten Produkten sind zwei vergleichsweise auch sehr günstige Plüschtiere. Ein Dino der dm-Eigenmarke Pusblu (5,95 Euro) und ein Hund der Eigenmarke Babydream von Rossmann (4,70 Euro). Ebenfalls „sehr gut“ ist ein Sorgenfresser von Schmidt Spiele (16,80 Euro).

Plüschspielzeug bei Stiftung Warentest – diese Kuscheltiere rasseln durch

Mit der Note „Mangelhaft“ werden gleich acht Produkte von den Testern bewertet, das sind:

  • die Eiskönigin 2 „Elsa“ von Disney
  • das Spieltier „Mabel“ von Sterntaler,
  • der Hase „Pino“ von Käthe Kruse,
  • der Jack-Russel-Terrier „Rusty“ von Kösen,
  • das „Schlenkertier Bär“ von Senger Naturwelt,
  • eine Siamkatze von Teddy Hermann,
  • die Beanie Babies „Peppa Pig“ von Ty
  • und ebenfalls von Ty das Flippables Einhorn „Diamond“.

Mängel bei Spielzeugen – Warnung vor verschluckbaren Kleinteilen, Erstickungsgefahr und weiteren Risiken

Die Mängel sind dabei unterschiedlich zu bewerten. So war bei den Produkten von Käthe Kruse und Senger Naturwelt die Verpackungsfolie zu dünn, wodurch Erstickungsgefahr droht. Bei Peppa Pig von Ty löst sich der Aufkleber am Etikett zu leicht – was bei Kleinkinder zur Gefahr durch Verschlucken werden kann.

Gefahr durch verschluckbare Kleinteile besteht ebenso auch beim Einhorn von Ty, wo sich die Glitzer-Pailletten am Tier selbst lösen können. Eine ganz andere Gefahr geht von der Siamkatze von Teddy Hermann aus: Sie ging beim Belastungstest in Flammen auf.

Schadstoffe in Spielzeugen – krebserregende Substanzen nachgewiesen

Bei weiteren Plüschspielzeugen bestehen sogar Risiken durch Schadstoffe. Beispielsweise fanden die Tester in „Elsas“ Schuh TCPP, das in Verdacht steht, krebserregend zu sein. Im Ohr von Kösens Terrier wurde mit Formaldehyd ebenfalls ein krebserregender Stoff nachgewiesen.

Auch das Spieltier „Mabel“ von Sterntaler enthielt mit Naphthalin eine Substanz, die in Verdacht steht, Krebs zu erzeugen. Die Tester verweisen allerdings darauf, dass die Schadstoffbelastung in diesem Test insgesamt viel geringer war als beim letzten Plüschtiertest.

Sicherheit von Kinderspielzeug – wo Eltern sich informieren können

Gesetzlich geregelt ist die Sicherheit von Spielzeug über die EU-Spielzeugrichtlinie, die in Deutschland über die Verordnung zur Sicherheit von Spielzeug umgesetzt wird.

Da viele vermeintliche Prüfsiegel bei Spielzeugen weniger aussagen als man vermutet, verweist die Verbraucherzentrale in puncto Spielzeugsicherheit auf die Tests der Stiftung Warentest. Für konkrete Produktempfehlungen oder -warnungen sind die unabhängigen Prüfer demnach die erste Instanz für Eltern.

Auch bei der Verbraucherzentrale selbst, beim TÜV Rheinland oder beim Bundesinstitut für Risikobewertung können Eltern sich informieren. Hier findet man beispielsweise Infos zu Naphthalin oder Blei in Spielzeugen.

Rubriklistenbild: © Bodo Marks/dpa; Collage: RUHR24

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