Mehr Kosten für Händler

Neue EC-Karte für Sparkassen-Kunden – die wird aber nicht überall akzeptiert

Die EC-Karte der Sparkasse steht vor dem Aus. Ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Doch die neue Debitkarte hat ihre Nachteile.

Dortmund – Die Sparkasse schickt eine neue Bezahlkarte ins Rennen. Da es ab dem Jahr 2023 keine Maestro-Funktion mehr für deutsche Girokarten geben wird, muss also etwas Neues her. Doch die neue Debitkarte hat entscheidende Nachteile.

Sparkasse setzte auf neue Debitkarte: Im Gegensatz zur Girokarte hat sie Vor- und Nachteile

Girokarten ausgestattet mit der Maestro-Funktion der Sparkasse hatten den Vorteil, dass Kundinnen und Kunden damit auch im Ausland Geld abheben und in Geschäften bezahlen konnten. Das Verfahren wird aber bald eingestellt.

Mit der neuen Debitkarte der Sparkasse sollen Kundinnen und Kunden aber weltweit weiter flüssig bleiben. Genau wie bei der Girokarte wird das Konto nach einer Zahlung mit der Debitkarte sofort belastet (mehr digitale News bei RUHR24).

Sie soll weltweit gültig sein und im Gegensatz zur Girokarte sollen Nutzerinnen und Nutzer mit der neuen Karte auch online bezahlen können – ähnlich wie mit einer Kreditkarte. Hier die Unterschiede von Girokarte, Debitkarte und Kreditkarte:

  • Karten, bei denen Umsätze direkt vom Girokonto abgebucht werden: Girokarte, Debitkarte
  • Karten, die weltweit akzeptiert sind: Girokarte mit V-Pay oder Maestro, Debitkarte, Kreditkarte
  • Karten, mit denen online gezahlt werden kann: Debitkarte, Kreditkarte

Debitkarte wird in Deutschland teilweise nicht akzeptiert – auch im Ausland schwächelt sie

Wenn Kundinnen und Kunden also bald mit der brandneuen Debitkarte der Sparkasse ausgestattet werden, können sie dann nicht direkt ihre Kreditkarte kündigen? Immerhin soll die neue Karte weltweit akzeptiert werden und online kann auch damit gezahlt werden. Nein, die Kreditkarte sollte besser noch im Portemonnaie bleiben.

Auch wenn die Debitkarte in Kooperation mit Visa laut Stiftung Warentest in 200 Ländern bei rund 70 Millionen Händlern anerkannt wird, gibt es dennoch Ausnahmen. Mehrere Leserinnen und Leser berichteten gegenüber Finanztest, dass die Debitkarte in Deutschland in Restaurants, Apotheken, Werkstätten, Friseuren, der Post oder kleinen Händlern nicht akzeptiert wurde. Auch im Ausland wurde sie teilweise abgelehnt.

Debitkarte der Sparkasse: Für Händler wird die Akzeptanz teuer

Die Stiftung Warentest rät dazu, immer eine zweite Karte oder genügend Bargeld dabei zu haben. Debitkarten seien demnach weder für eine Girokarte noch eine Kreditkarte ein vollwertiger Ersatz.

Auch die Verbraucherzentrale hat eine klare Meinung zur beworbenen weltweiten Einsatzmöglichkeit der Debitkarte: „Aus unserer Sicht ist dies mitnichten der Fall.“ Demnach würden viele Händlerinnen und Händler die neue Karte nicht akzeptieren, da bei ihnen hohe Gebühren anfallen, wenn sie die Karte als Zahlungsmittel zulassen.

Bald könnten Kundinnen und Kunden mit einer Debitkarte Geld bei der Sparkasse abheben. (Symbolfoto)

Neue Sparkassen-Card schon früher als erwartet im Umlauf

Gegenüber Chip befürchtet Malte Rau, CEO von Pliant, einem Anbieter für digitale Firmenkreditkarten, dass Händlerinnen und Händler die steigenden Kosten möglicherweise an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben könnten. Trotzdem rechnet er damit, dass Kredit- und Debitkarten ab Mitte 2023 der neue Standard sind.

Eigentlich wollte die Sparkasse erst Anfang 2023 damit anfangen, die neue Debitkarte auszugeben. Doch wie Finanz Szene berichtet, sollen erste Kundinnen und Kunden schon jetzt die neue Sparkassen-Card erhalten haben.

Rubriklistenbild: © Westend61/Imago

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