Temporäres Liquiditätsproblem droht

Bargeld abheben am Geldautomat – erste Banken schränken Angebot ein

Geld hat man zu haben, heißt es. Kunden der Commerzbank und Sparkasse könnten aber künftig zumindest zeitweise Liquiditätsprobleme bekommen.

Dortmund – Man nehme einen Bankautomaten, eine Karte, die passende Zahlenkombination und ein nicht völlig erschöpftes Konto – voilà: In Windeseile hat man das Bargeld in der Hand. Dieser Trick auf eigene Kosten funktioniert 365 Tage im Jahr zu jeder Tag- und Nachtzeit. Bisher. Denn einige Banken verhängen nun eine Sperrstunde – aus ernstem Grund, wie Merkur.de berichtet.

Commerzbank, Sparkasse und Co.: Geld jenseits von Münzen und Scheinen

Über Geld spricht man nicht, so heißt es, und doch gibt es gegenwärtig einige Neuerungen hinsichtlich der Scheine und Münzen, die sprichwörtlich die Welt regieren. Denn im Zuge der Digitalisierung wird auch das monetäre Metier zunehmend virtuell. Womöglich steht das Bargeld sogar vor dem Aus.

Schon lange verschickt man Geld via Überweisungen als Buchgeld. Nun betreibt man auch Online-Banking, schürft im Netz nach Cryptowährung oder sendet Moneten über Zahlungsdienste wie Paypal.

Dass dabei nichts Greifbares über den gedachten Tisch wandert, ist bekannt. Den Gegenwert, so zumindest die Theorie, soll Gold dem Geld zusichern (weitere Service-News auf RUHR24).

2017 schloss die Deutsche Bundesbank die Rückverlagerung ihrer Reserven ab. Und während die Inflation vielen Bürgern den Kontostand spürbar eindampft, nimmt der Goldpreis seit der Corona-Pandemie deutlich Fahrt auf.

Digitalisierung des Geldes: Diebe verlagern sich auf perfidere Maschen

Umso digitaler die Finanzwelt wird, desto vielschichtiger auch die Gefahren für das eigene Geld. Trickbetrüger versuchen auf verschiedenste Weisen, fremdes Vermögen zu erbeuten.

Neben den sogenannten Enkeltricks, bei denen Betroffene schockierende Anrufe erhalten, mehren sich hierbei vor allem digitale Angriffe wie beispielsweise mit Phishing-Mails. Kombiniert mit aktuellen Thematiken verleiten die Benachrichtigungen Kunden oft dazu, unvorsichtig zu sein.

Immer mehr Bankfilialen schließen nachts komplett, sodass auch kein Bargeld abheben mehr möglich ist.

Was hingegen weniger im Fokus des Verbrauchers liegt, ist die Gefahr, die für das althergebrachte Bare besteht. Überfälle und Bankraube? Doch derartiges geschieht öfter, als man meint.

Von über 700 Attacken auf Finanzinstitute im Jahr 2002 ist die Zahl zwar deutlich gefallen – 2021 waren es knapp 30 Stück. Doch ganz vorbei ist die Zeit physischer Überfälle auf Banken nicht.

Automatensprengungen nehmen zu – Erste Banken ziehen Konsequenzen

Besorgniserregend ist auch die Zahl der Automatensprengungen. So berichtete die Tagesschau, 2022 sei statistisch gesehen täglich ein Geldautomat Ziel einer solchen Attacke. Und deshalb schließen erste Banken nun nachts ihre Türen.

Die Commerzbank bietet Kunden zwischen 23.00 Uhr und 6.00 Uhr vielerorts keinen Zutritt zu den Filialen samt der Bankautomaten mehr an. Dies soll nicht nur die Geräte selbst schützen, sondern auch die Filialen und potenzielle weitere Besucher. Die Sparkasse, die wegen eines massiven Problems mit gesprengten Automaten bereits SB-Geschäftsstellen im Münchner Umland schließen ließ, tut es ihrer Kollegin gleich.

Was das für Kunden bedeutet? Wer dringend Bargeld braucht, kann heutzutage oft an Tankstellen oder auch im Supermarkt mittels des sogenannten Cash-Back-Services Geld abheben. Mitten in der Nacht dürften aber auch diese Optionen rar gesät sein.

Es bleibt in diesem Fall der Rückgriff auf frei zugängliche Geldautomaten, die sich meist an belebten Straßen oder großen Plätzen finden. Hier ist allerdings regelmäßig eine recht hohe Bereitstellungsgebühr zu zahlen.

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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