Bargeld am Schalter

Bargeld abheben vor dem Aus: Sparkassen stellen Pläne vor

Digitale Bezahlmethoden spielen eine zunehmende Rolle. Doch was bedeutet das für die Perspektive des Bargelds an Schaltern? Die Sparkassen äußern sich.

Berlin – Bargeld ist weiterhin gefragt unter vielen Deutschen, doch auch bargeldloses Bezahlen wurde während der Corona-Pandemie immer beliebter. Bei Sparkassen im Allgemeinen lässt sich eine zunehmende Digitalisierung beobachten – auch wenn es ums Abheben von Bargeld geht: Mittlerweile kann an einigen Sparkassen-Geldautomaten mit dem Handy statt der EC-Karte Bargeld abgehoben werden. Doch mit der zunehmenden Verwendung digitaler Zahlmethoden stellen sich die allgemeinen Fragen: Steht das Bargeld vor dem Aus? Gibt es am Schalter bald kein Geld mehr? Die Sparkassen haben sich zu dieser Frage nun geäußert, berichtet kreiszeitung.de.

Bargeld abheben: Sparkassen halten an Auszahlungen fest – Deutsche Bank perspektivisch nicht

Zuletzt ließ die Deutsche Bank durchblicken, dass sie in vielen Filialen langfristig kein Bargeld mehr ausgeben will. Perspektivisch soll es diesen Service nur noch in einigen großen Zentren geben, so das Bankenhaus – und natürlich am Bankautomaten. Doch ganz grundsätzlich: Steht das Bargeld vor dem Aus?

Das fragen sich derzeit auch viele Kundinnen und Kunden der Sparkassen in Deutschland. Um diese Frage zu beantworten, hat sich das Handelsblatt direkt bei den Sparkassen erkundigt. Die Auskunft, die sie dabei erhielten, dürfte Gegner digitaler Bezahlmethoden beruhigen. Vorab: es geht um Auszahlungen am Schalter – Bankautomaten stehen ohnehin nicht zur Disposition.

Bargeld vor dem Aus? Sparkasse stellt Pläne für die Zukunft vor

Die Rückmeldungen kamen unter anderem von den Sparkassen in Köln sowie Hamburg. Aus Köln hieß es laut Handelsblatt: „In allen 116 Filialen haben Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, über die Kasse Geld abzuheben.“ Auch in Hamburg möchte man das Angebot nicht einschränken.

Es scheint, als könnten auch Kundinnen und Kunden in Niedersachsen beruhigt sein: Es ist unwahrscheinlich, dass die Bankfilialen im Bundesland von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) einen gänzlich konträren Kurs einschlagen werden.

Bargeld vor dem Aus? In Sparkassen am Schalter wird immer seltener abgehoben

Bei den Sparkassen steht Bargeld offensichtlich keineswegs vor dem Aus, nicht am Schalter, und erst recht nicht am Bankautomaten. Ein Trend zeichnet sich trotzdem ab: Immer seltener wird der klassische Bankschalter zum Abheben von Bargeld aufgesucht. Viele dürften es aus eigener Erfahrung ähnlich kennen: Der schnellste Weg ist der Bankautomat.

Der Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) erklärte ebenfalls im Handelsblatt, dass insbesondere höhere Geldbeträge, oder spezielles Bargeld, etwa aus anderen Ländern, an Schaltern abgehoben werde.

Bargeld abheben könnte bald vor dem Aus stehen.

Der Verband hierzu: „Er wird insbesondere dann, wenn Sorten oder größere Geldbeträge benötigt werden, in Anspruch genommen.“ Auf Änderungen müssen sich Sparkassen-Kunden trotzdem einstellen: Bei der EC-Karte gibt es perspektivisch Änderungen.

Bargeld vor dem Aus – aber nur temporär: Sparkassen und Co. von Streiks betroffen

Vor dem Aus steht Bargeld also nicht. Zu Beginn der Woche war das noch anders – doch auch da nur kurzfristig. Der Grund: Von Montag, 04. Juli 2022, an streikten Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen der Geld- und Wertbranche für einige Tage. An Geldautomaten von Sparkassen und Co. drohte es zu Engpässen zu kommen. Der Streik war bis zum Mittwoch angelegt. Die Gewerkschaft ver.di rechnet bis zum Wochenende mit Einschränkungen.

Kurzum: Das Bargeld-Aus drohte höchstens zu Beginn der Woche an einigen Bankautomaten und anderen Orten – kurzfristig. Perspektivisch werden Kundinnen und Kunden der Sparkassen also auch weiter Bargeld am Bankautomaten ziehen können, ebenso wie am Schalter – auch wenn sie letzteres ohnehin meist eher in Ausnahmefällen tun.

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