Auch Volksbanken und Co.

Sparkassen-Kunden können aufatmen: Banken schaffen umstrittene Gebühr ab

Bankkunden können aufatmen: Nachdem der Leitzins gesenkt wurde, schaffen einige Geldinstitute das Verwahrentgelt wieder ab.

Dortmund – Geld dafür zahlen, dass man es auf dem Bankkonto liegen hat? Das war in der seit Jahren andauernden Phase niedriger Zinsen seit Anfang 2022 bei vielen Banken beliebt. Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins erhöht hat, rudern die ersten Banken zurück.

Organ:Europäische Zentralbank
Sitz:Frankfurt
Thema:Erhöhung des Leitzinses

Europäische Zentralbank erhöht Leitzins auf 0,5 Prozent: Banken nehmen Verwahrentgelt zurück

Seit 2016 mussten Banken im Euroraum der EZB selbst Geld zahlen, wenn sie es dort ablegten. Diese Kosten gaben zahlreiche Geldinstitute seitdem teilweise als „Verwahrentgelt“ an ihre Kunden weiter. Denn es ist für sie ein Minusgeschäft in Milliardenhöhe.

Am Donnerstag (21. Juli) hat die EZB den sogenannten Leitzins etwas überraschend auf 0,5 Prozent erhöht. Damit reagiert sie auf die steigende Inflation, die das Geld immer weniger Wert werden lässt (alle Service-News auf RUHR24 lesen).

Christine Lagarde ist die Präsidentin der Europäischen Zentralbank.

EZB streicht Negativzinsen: Erste Banken erlassen Kunden das Verwahrentgelt

Außerdem müssen die Banken im Euroraum für ihr geparktes Geld nun keine Negativzinsen mehr an die EZB zahlen. Daher reagieren jetzt auch die Banken und nehmen das Verwahrentgelt zurück. Zahlen musste es nicht jeder. Meist wurde es erst ab einer höheren Summe auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto fällig. Laut dem Portal Verivox etwa ab 25.000 Euro bei der PSD-Bank Rhein-Ruhr oder 50.000 Euro bei der ING Diba.

Auch die Volksbank Dortmund kündigt nun an, die Kosteneinsparung ab Mittwoch (27. Juli) an die Kunden weiterzugeben. „Somit werden wir das Verwahrentgelt bei uns streichen“, ist am Freitag (22. Juli) auf Facebook zu lesen. Die ING Diba will ab dem 1. August nachziehen.

Verwahrentgelt: Volksbank und weitere Geldinstitute streichen Abgabe für Kunden wieder

Was nach tollem Kundenservice klingt, gilt jedoch als umstritten. Denn unter anderem die Sparkasse hatte Kunden gar mit der Konto-Kündigung gedroht, sollten sie der Abgabe nicht zustimmen. Die Volksbank Rhein-Lippe hatte das Verwahrentgelt bei Neukunden bereits ab einer Einlage von 10.000 Euro verlangt. Das ist unzulässig, urteilte das Landgericht Düsseldorf 2022. Klar ist die Rechtslage aber nicht.

Laut der Verbraucherzentrale hatten sich die Banken mit dem Verwahrentgelt einfach ein neues Geschäftsfeld erschlossen. Denn auch für Omas Goldkette im Tresor der Bank wird ja eine Gebühr fällig, so die Idee dahinter. Was mit dem Geld der Sparer bei der Bank wirklich passiert, erfahre dieser in der Regel aber gar nicht. Diese könne es auch ohne Gebühren bei der EZB geparkt haben, so die Verbraucherzentrale.

Laut dem Vergleichsportal Verivox hatten rund vier Dutzend Banken das Verwahrentgelt bereits vor der Zinserhöhung gestrichen. Jetzt wird erwartet, dass alle Banken das Verwahrentgelt in absehbarer Zeit wieder abschaffen. Damit hätten Negativ- und Strafzinsen vorerst ein Ende. Sofern der Leitzins nicht wieder sinkt.

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