Coronavirus-Pandemie nicht am Ende

Risikogebiet Spanien: Reisewarnung ausgeweitet - Situation verschlimmert sich dramatisch

Der Urlaub in Spanien 2020 droht wegen des Coronavirus auszufallen. Fast alle Regionen sind nach Coronaausbrüchen aktuell Risikogebiete.

  • In Spanien war der Anstieg der Corona-Neuinfektionen so hoch, dass das Robert Koch-Institut und das Auswärtige Amt reagiert haben.
  • Nach den Gebieten der Costa Brava, in den Pyrenäen und für Navarra gibt es nun eine verschärfte Reisewarnung.
  • Für Urlauber, die in den drei besonders betroffenen Regionen waren, gilt die Quarantänepflicht

Update, Samstag (15. August), 16.25 Uhr: Dortmund - Nachdem zunächst nur einige Teile des Urlaubslandes kritisch im Hinblick auf Corona-Ansteckungen gesehen wurden, hat sich die Situation verschärft. Ab sofort gilt nahezu das komplette Land Spanien als Risikogebiet. Ausgenommen von der Reisewarnung sind die Kanaren. Das hat das Auswärtige Amt auf Twitter verkündet.

Ursprungsmeldung: Erst im Juli hatte das Auswärtige Amt die Reisewarnung für Spanien aufgehoben. Nun ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in einigen Regionen im beliebtesten Urlaubsland der Deutschen wieder deutlich angestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) schlägt Alarm – mit Konsequenzen für die Urlauber

Land:

Spanien

Hauptstadt:

Madrid

Bevölkerung:

46,94 Millionen (2019)

Staatsform:

Parlamentarische Monarchie

Beliebte Urlaubsziele:

Costa Brava (Barcelona), Costa Blanca, Pyrenäen, Balearen, Kanaren

Urlaub 2020 in Spanien: Für diese drei Risikogebiete gibt es eine Reisewarnung

Kaum gab es wieder Hoffnung, dass der Sommerurlaub in diesem Jahr trotz Coronavirus-Pandemie doch noch halbwegs problemlos über die Bühne gehen könnte, gibt es wieder eine Warnung für beliebte Urlaubsorte in Spanien und Kroatien

Bereits Ende Juli hatte das Auswärtige Amt vor einer Reise nach Spanien gewarnt. Besonders abgeraten hatten das Ministerium von einem Urlaub in drei Risikogebieten: Aragón, Katalonien und Navarra. Am 30. Juli folgte dann die offizielle Reisewarnung und das Robert Koch-Institut stufte die drei Urlaubsziele erneut als Risikogebiete ein.

Urlaub 2020: Reisewarnung für die Costa Brava in Spanien

Die Enttäuschung über diese Nachricht wird für viele Touristen besonders groß sein. Denn in den drei Regionen Aragón, Katalonien und Navarra liegen beliebte Reiseziele. 

So ist Katalonien bekannt für seine traumhaften Badeorte an der Costa Brava und natürlich für seine Hauptstadt Barcelona. Ein Städtetrip dorthin muss also erst einmal hinten angestellt werden. 

Gleiches gilt für die spanischen Regionen Aragón und Navarra, wo es insbesondere Outdoorfans zum Wandern in die Pyrenäen zieht.

Risikogebiete in Spanien: Zahl der Neuinfektion übersteigen kritischen Wert

Laut Bundesgesundheitsministerium wurde in den betroffenen Regionen die kritische Schwelle von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das hatte das RKI dazu bewegt, Katalonien mit Barcelona und der Costa Brava sowie die anderen beiden Touristenziele als Risikogebiete auszuweisen.

Und auch an anderen beliebten Urlaubsorten in Spanien steigen die Coronazahlen wieder deutlich an. So zum Beispiel an der Costa Blanca in der Provinz Alicante. Noch sollen die örtlichen Infektionszahlen an der Costa Blanca aber nicht so hoch sein, dass das Auswärtige Amt Handlungsbedarf sieht. Das Portal costanachrichten.com berichtet ebenfalls über die aktuelle Reisewarnung für die drei Regionen in Spanien

Urlaub in Spanien: So ist die Lage auf Mallorca und an der Costa Blanca

Auch auf Mallorca, den anderen Balearen-Inseln sowie den Kanaren ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus im Vergleich zu den drei spanischen Risikogebieten noch relativ niedrig. Und das, obwohl zahlreiche Bilder von Partys auf dem Ballermann ohne Einhaltung des Mindestabstands durch die Medien kursierten. 

Noch ist Urlaub an der Costa Blanca möglich. Wenn auch hier die Zahlen mit dem Coronavirus steigen, könnte es ebenfalls Konsequenzen geben. 

Und ganz glimpflich ging die Sache auch nicht aus: Eine Person, die auf Mallorca Urlaub gemacht haben soll, wurde bei ihrer Rückkehr positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt.

Urlaub in spanischen Risikogebieten: Nach Rückkehr besteht Quarantänepflicht

In Quarantäne müssen auch alle Touristen, die trotz Reisewarnung Urlaub in einem der drei spanischen Risikogebiete gemacht haben. Die Pflicht kann allerdings aufgehoben werden, wenn man einen negativen Coronavirustest vorweisen kann.

Für Spanien-Besucher, die nicht in den Regionen Aragón, Katalonien und Navarra waren, gelten ebenfalls gesonderte Regeln bei der Rückkehr nach Deutschland: Jeder Urlauber muss ein Online-Formular ausfüllen und erhält dann einen QR-Code, der bei der Einreise per Flugzeug vorzuweisen ist. Außerdem kann eine Temperaturmessung erfolgen.

Reisewarnung für Teile von Spanien: So ist die Lage im Land

Und wie sieht es in den betroffenen Regionen in Spanien selbst aus? Weiterhin gelten in dem EU-Land strenge Vorsichtsmaßnahmen wie etwa der Mindestabstand oder die Maskenpflicht – und die gilt nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch im Freien.

Die Kapazität in den Restaurants ist außerdem stark reduziert und das Nachtleben äußerst eingeschränkt. In Barcelona gilt sogar die Aufforderung, das Haus, wenn möglich, nur zu wichtigen Anlässen zu verlassen.

Rubriklistenbild: © Andreas Drouve/dpa, Collage: RUHR24.de

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