Wegen Verbrauchertäuschung

Edeka, Lidl, Kaufland: Verkaufsverbot für beliebtes Produkt nach Beschwerden

Werbeversprechungen können schon mal überzogen sein. Ein Produkt fliegt deswegen jetzt sogar aus den Supermarkt-Regalen.

Dortmund – Werbeversprechen von Herstellern können oftmals ein beschönigtes Bild vermitteln. So könnten Lebensmittel mit dem Hinweis „ohne Konservierungsstoffe“ ein Eindruck vermitteln, diese seien besonders natürlich. Bei Verpackungen könnte das Versprechen „recyclebar“ vorgaukeln, es handle sich um ein nachhaltiges Produkt. Ein Hersteller ist mit seinem Werbeversprechen nun zu weit gegangen, wie RUHR24* berichtet.

UnternehmenMaggi Gmbh
GründerJulius Maggi
Gründung1947

Produkt fliegt aus dem Supermarkt: Maggi kassiert Abmahnung

Konkret geht es dabei um eine „Immunsuppe“, des Herstellers Maggi. Diese wurden in drei Sorten verkauft:

  • „Hühnernudelsuppe mit Karotten, Kurkuma und Ingwer“
  • „Gemüsecremesuppe mit Kürbis, Karotten und Kurkuma“
  • „Blumenkohl-Broccoli mit Kurkuma, Spinat und Brokkoliröschen“

Bereits im Dezember hatte der Utopia kritisiert, dass hinter dem Namen ein irreführendes Werbeversprechen steckt. Doch auch Kunden ist das scheinbar aufgefallen. „Ich bin verärgert über die Vortäuschung eines Gesundheitsversprechens: hier Immunität bei Maggi Immunsuppe“, schreibt ein Kunde auf dem Portal Lebensmittelklarheit.de.

Bei dem Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) sind etliche Beschwerden über die Immunsuppe von Maggi eingegangen. Daher wurde der Hersteller der fertigen Tütensuppen nun abgemahnt. Der Grund: Der Name des Produktes sei nicht richtig und führe zur Verwirrung.

Nach Beschwerden: Maggi muss Produkt aus dem Supermarkt-Regal nehmen

Der Artikelname „Immunsuppe“ könnte Verbraucher in dem Glauben lassen, dass die Suppe das Immunsystem stärken würde. Das soll laut Verbraucherzentrale aber nicht zutreffen. Bei gesundheitsbezogenen Angaben auf Lebensmitteln sind die Vorgaben in Deutschland streng.

Die Suppe von Maggi soll laut Herstellerangaben die Vitamine B12, B6 und C enthalten, die das Immunsystem grundsätzlich stärken können. Der Name der Suppe ist laut Verbraucherzentrale dennoch nicht zulässig.

Immunsuppe von Maggi: Darum fliegt sie aus dem Supermarkt

Die Verbraucherzentrale stellte nach Prüfung der etlichen Beschwerden fest, dass die „Immunsuppe“ zu Täuschungen der Kunden führt. Der Bundesverband legte dem Hersteller Maggi eine Unterlassungserklärung vor, die das Unternehmen ohne Komplikationen unterschrieb.

Allerdings weist das Portal Lebensmittelklarheit darauf hin, dass der Hersteller die Produktion der Tütensuppe ohnehin Ende 2021 eingestellt hatte. Wegen des Ukraine-Kriegs fliegen aktuell aber noch weitere Artikel aus dem Supermarkt*.

Wenige Wochen lang ist die Immunsuppe allerdings noch in Supermärkten und Discountern* erhältlich. Denn Maggi hat eine Ablauffrist erhalten, weil einige Geschäfte noch mit der Tütensuppe beliefert wurden. Danach werden alle vorhandenen Produkte nur noch abverkauft. Maggi erklärte gegenüber der Verbraucherzentrale erklärt, dass die Auslieferung in den Handel noch bis Ende März 2022 erfolgt. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

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