Kritische UV-Filter im Fokus

Sonnencreme im Vergleich bei Stiftung Warentest – Testsieger ist eine Überraschung

Im Sommer ist Sonnencreme unabdingbar. Stiftung Warentest wollte wissen, welches Sonnenschutzmittel am besten schützt. Die Testsieger sind gut und günstig zugleich.

Dortmund – Zwar macht das Wetter hitzetechnisch gerade eine kleine Pause, aber ein Blick in die Vorhersage verrät: Auch 2021 wird der Sommer wieder richtig heiß. Es schadet also nicht, sich mit Sonnencreme auszustatten – auch mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien. Doch welche Sonnencreme ist die Beste?

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964
HauptsitzBerlin

Sonnencreme-Test 2021: Stiftung Warentest prüft 26 Produkte von Dm, Garnier, Nivea und Co.

Das wollte auch Stiftung Warentest wissen und hat dafür 26 Sonnenschutzmittel mit unterschiedlichem Lichtschutzfaktor (30, 50 und 50+) getestet. Im Sonnencreme-Test 2021 sind unter anderem Marken wie Garnier, Annemarie Börlind, Nivea oder Vichy dabei.

Aber auch die Eigenmarken von Dm, Müller, Rossmann und Edeka wurden in einem Labor auf effektiven Schutz, Bestandteile von Mineralöl, Anwendung und kritische UV-Filter wie beispielsweise Octocrylen hin getestet (mehr Testberichte bei RUHR24).

Sonnencreme im Test 2021: UV-Filter Octocrylen im Fokus

Damit Sonnencreme gut schützt, müssen sie laut Stiftung Warentest Filtersubstanzen enthalten. Diese können entweder organisch oder mineralisch sein. Aktuell stehen der Kosmetikindustrie dafür 29 UV-Filter zur Verfügung, die gemäß den EU-Richtlinien als sicher gelten.

Der UV-Filter Octocrylen ist dabei in den letzten Jahren immer wieder in die Kritik geraten. Der Wirkstoff stand im Verdacht, das hormonelle Gleichgewicht beim Menschen zu stören. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) konnte das jedoch in einem abschließenden Fazit einer Untersuchung nicht bestätigen.

Dennoch ist der UV-Filter in Verruf geraten. Viele Hersteller, wie zum Beispiel Dm, weisen deshalb explizit darauf hin, dass ihre Sonnencreme kein Octocrylen enthält.

Die beste Sonnencreme bringt nichts, wenn man sich nicht richtig eincremt.

Sonnencreme im Test: Das sind die aktuellen Testsieger 2021 bei Stiftung Warentest

Das Gute: Die Testsieger unter den Sonnencremes enthalten diesen UV-Filter nicht. Die Tester von Stiftung Warentest haben insgesamt vier Sonnenschutzmittel mit der Note „sehr gut“ bewertet. Das Urteil: Sie schützen zuverlässig vor UV-Strahlung und versorgen die Haut auch noch sehr gut mit Feuchtigkeit.

Der Preis ist ein weiterer Pluspunkt: Denn die Testsieger sind nicht nur bezüglich ihrer Wirkung und ihrer Inhaltsstoffe überzeugend, sondern auch noch vergleichsweise günstig:

  • dm Sundance Sensitive Sonnenbalsam: 1,73 Euro pro 100 ml, Note 1,4
  • Sun D‘Or Sonnenmilch: 2,15 Euro pro 100 ml, Note 1,4 (bei Edeka oder Drogerie Budni erhältlich)
  • Müller Lavozon Sonnenmilch: 1,23 Euro pro 100 ml, Note 1,5

In den Testergebnissen wurden außerdem Produkte berücksichtigt, die bereits von Stiftung Warentest 2019 getestet wurden, aber immer noch unverändert im Handel erhältlich sind. Auch 2019 lag die Sonnenmilch von Dm bereits auf Platz 1, ebenso wie die Sonnencreme der Drogerie Müller auf Platz 3.

Stiftung Warentest kürt die teuersten Produkte zu Verlierern im Sonnencreme-Test

Zehn weitere Sonnenschutzmittel hat Stiftung Warentest mit „gut“ oder befriedigend bewertet. Allerdings kritisieren die Tester, dass die Haut nicht ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt werde. Absolute Verlierer sind jedoch drei andere Produkte gewesen. Die Hersteller der Sonnencreme werben mit „optimalem Schutz“ vor UVA- und UVB-Strahlung.

Laut Stiftung Warentest versagten die Testverlierer (Bezahlartikel) aber bei beidem oder der Schutz fiel im Test zu gering aus. Das Ärgerliche: Die Testverlierer gehören mit über 20 Euro pro 100 ml zu den teuersten Produkten im Test. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch Öko-Test bei seinem Sonnencreme-Test.

Stiftung Warentest: Sonnencreme für effektiven Schutz richtig anwenden

Beide Verbrauchermagazine merken jedoch an, dass auch der die beste Sonnencreme nichts bringt, wenn man sie nicht korrekt verwendet. Außerdem passieren beim Eincremen mit Sonnenmilch auch immer wieder Fehler, teils aus Unwissenheit, teils aus Nachlässigkeit. So soll man zum Beispiel die Sonnencreme aus dem Vorjahr besser nicht mehr verwenden.

Das ist beim Anwenden von Sonnencreme zu beachten:

  • Sonnencreme nach dem Motto „viel hilft viel“ auftragen. Eine gute Richtlinie kann dabei sein: Ein Esslöffel Sonnencreme pro Arm, Bein, Gesicht
  • Die Schutzwirkung von Sonnencreme nimmt ab, wenn diese in die Haut eingerieben wird. Daher ist es besser, die Creme als dünnen Film aufzutragen.
  • An den Rändern der Kleidung vergisst man gerne sich einzucremen, diese Stellen sind daher besonders anfällig für Sonnenbrand. Beim Eincremen unbedingt darauf achten und auch unter der Kleidung Sonnencreme verteilen.
  • Aufgrund von Schweiß besser wasserfeste Sonnencreme nutzen, damit der Sonnenschutz nicht zu stark nachlässt. Aber Achtung: Wasserfest bedeutet nicht, dass die Schutzschicht Baden und Abtrocknen übersteht.
  • Für durchgängigen Schutz unbedingt regelmäßigen eincremen – insbesondere nachdem man im Wasser war.

Wer diese Tipps beherzigt, beugt einem Sonnenbrand und langfristig auch Hautkrebs vor. Generell gilt jedoch: Bei großer Hitze sollte die direkte Sonne gemieden werden und lieber ein Platz im Schatten aufgesucht werden.

Rubriklistenbild: © William West/AFP

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