Überraschung beim Testsieger

Sonnencreme im Test: Öko-Test kürt überraschend günstigen Testsieger – Top-Marken enttäuschen

Sonnencreme Öko-Test
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Sonnencreme bei Öko-Test – Schadstoffe sind ein Problem. (Symbolbild)

Passend zur nahenden Sommer-Saison hat Öko-Test Sonnencremes auf den Prüfstand gestellt. Das klare Fazit: Schadstoffe sind bei den konventionellen Produkten oft ein Problem.

Deutschland – Noch lässt das richtig schöne Wetter zwar auf sich warten, aber der Sommer steht vor der Tür. Zeit, sich Gedanken über das passende Sonnenschutzmittel zu machen. Die Auswahl ist dabei gar nicht so einfach, denn Schadstoffe – insbesondere bedenkliche UV-Filter – sind in Sonnenschutzmitteln immer noch ein Problem, wie Öko-Test in einem aktuellen Test herausgefunden hat.

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Sonnencreme im Test: UV-Schutz ist ein Muss – aber chemische Filter können die Haut belasten

Adäquater Sonnenschutz gilt unter Hautexperten als wichtigstes Mittel, um Hautkrebs vorzubeugen. Ebenso dienen Sonnenschutzmittel auch dazu, vorzeitige Hautalterung zu verhindern. Auch bei niedrigeren Temperaturen raten Hautärzte daher, bei Sonnenschein die Haut mit Sonnencreme zu schützen.

Gleichzeitig können chemische UV-Filter aber auch eine Belastung für die Haut sein. Es gibt einige Filter in den Sprays, Lotions und Cremes, die als bedenklich gelten. Im aktuellen Sonnencreme-Test hat Öko-Test 22 bekannte Produkte dahingehend einem kritischen Blick unterzogen (weitere Testberichte auf RUHR24).

Sonnencreme bei Öko-Test – so wurde getestet

Um die Produkte besser vergleichen zu können, wurde von allen Marken eines mit Lichtschutzfaktor 30 ausgewählt. Ein Drittel der getesteten Sprays, Lotions und Cremes zählt zur zertifizierten Naturkosmetik, zwei Drittel zur konventionellen Kosmetik.

Relevant für eine gute Bewertung von Öko-Test sind zunächst die Anwendungs- und Warnhinweise auf der Verpackung. Auch wurden die Hersteller dahingehend überprüft, ob sie für die Verpackung recyceltes Plastik verwenden.

Insbesondere wurde aber geprüft, ob die Produkte bedenkliche Stoffe wie halogenorganische Verbindungen, PEG/PEG-Derivate oder Formaldehyd/-abspalter enthalten. Ebenso wurde geschaut, ob bei Sonnencremes mit den mineralischen Filtern Titandioxid und Zinkoxid eventuelles Nanomaterial richtig deklariert ist. Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, ob das krebsverdächtige Molekül Benzophenon in Sonnencremes mit Octocrylen nachweisbar ist.

Öko-Test: Sonnencreme enthält bedenkliche Sonnenschutzfilter

Denn Octocrylen gilt unter den Sonnenschutzfiltern als besonders bedenklich. Dieser chemische Filter steht im Verdacht, hormonell zu wirken. Ein noch größeres Problem: Sein Zerfallsprodukt Benzophenon gilt als krebserregend.

Tatsächlich hat Öko-Test in allen Produkten, die Octocrylen enthalten auch Benzophenon gefunden – allerdings nur in einem Fall in einer bedenklichen Menge. Dennoch raten die Tester von sämtlichen Sonnenschutzmitteln ab, die den Filter enthalten. Stiftung Warentest hat indessen Selbstbräuner getestet und darüber informiert, wie man ihn richtig anwendet. Darüber berichtete 24vita.de*.

Öko-Test hat klare Empfehlung: Sonnencreme mit Octocrylen besser nicht kaufen

Denn kürzlich erst haben französische Forscher eine weitere besorgniserregende Entdeckung gemacht: Umso älter die Creme ist, desto mehr des schädlichen Benzophenons bildet sich. Eine Sonnencreme aus dem Vorjahr wiederzuverwenden, die Octocrylen enthält, ist daher keine gute Idee.

Schaut man auf die Liste der Inhaltsstoffe bekannter Marken wird deutlich: Obwohl der Stoff schon länger als bedenklich gilt, ist er in zahlreichen der bekannten Produkte enthalten. Wer solche Produkte meiden möchte, kann die Liste der Inhaltsstoffe seiner Creme checken (INCI: OCTOCRLYLENE).

Video – Vorsorge und Nachsorge: Das hilft gegen einen Sonnenbrand

Immer noch ein Problem: Schadstoffe in konventionellen Sonnencremes

Ebenso als nicht empfehlenswert bewertet Öko-Test den Filter Ethylhexylmethoxycinnamat. Dieser steht ebenfalls im Verdacht, hormonell zu wirken. Im aktuellen Sonnencreme-Test hat Öko-Test ihn aber nur in einem Produkt nachgewiesen.

In drei weiteren Produkten fanden die Tester bedenkliche PEG-/PEG-Derivate. lch LSF 30. Diese können die Haut durchlässiger machen für Fremdstoffe. Auch halogenorganische Verbindungen wiesen sie in einigen Cremes nach.

Sonnencremes im Test: Problemstoffe – von diesen Produkten besser die Finger lassen

Besonders viele solcher schädlichen Stoffe enthalten die folgenden Cremes beliebter Marken, die mit „mangelhaft“ komplett durchfallen:

  • Produkt: Cetaphil Sun Daylong Liposomale Lotion SPF 30, Marke: Galderma, Preis: 39,90 Euro, bedenkliche UV-Filter: Ethylhexylmethoxycinnamat, weitere bedenkliche Stoffe: halogenorganische Verbindungen, BHT, Testergebnis Inhaltsstoffe: ungenügend, Gesamtnote: ungenügend
  • Produkt: Garnier Ambre Solaire Sonnenschutz-Milch LSF 30, Marke: L‘Oréal, Preis: 5,45 Euro, bedenkliche UV-Filter: Octocrylen, weitere bedenkliche Stoffe: halogenorganische Verbindungen, PEG/PEG-Derivate, Benzophenon in Spuren, Testergebnis Inhaltsstoffe: ungenügend, Gesamtnote: ungenügend
  • Produkt: Piz Buin Moisturising Ultra Light Sun Spray SPF 30, Marke: Johnson & Johnson, Preis: 8,99 Euro, bedenkliche UV-Filter: Octocrylen, weitere bedenkliche Stoffe: PEG/PEG-Derivate, Benzophenon, Testergebnis Inhaltsstoffe: ungenügend, Gesamtnote: ungenügend
  • Alle Gewinner und Verlierer gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Am allerschlechtesten schneidet also das Produkt Piz Buin Moisturising Ultra Light Sun Spray von Johnson & Johnson ab. Hier wurde vergleichsweise viel des krebserregenden Stoffes Benzophenon nachgewiesen.

Grundsätzlich gilt: Zwar schneiden auch konventionelle Produkte im Test mit „gut“ oder „sehr gut“ ab, wirklich überzeugen können aber vor allem die Naturkosmetik-Produkte. Auch bei konventionellen Kinder-Produkten sind oftmals Schadstoffe problematisch,* wie hna.de berichtet.

Sonnencreme im Test: Naturkosmetik liegt bei Öko-Test klar vorn

So erhalten sämtliche der getesteten Sonnenschutzmittel, die als Naturkosmetik zertifiziert sind, die Noten „gut“ oder sogar „sehr gut“. Denn sie können allesamt bei den Inhaltsstoffen überzeugen. Der Grund: Statt der bedenklichen chemischen Filter enthalten sie mineralische Filter wie Titaniumdioxid und Zinkoxid. Damit konnte unter anderem auch ein überraschend günstige Bio-Sonnencreme von Dm überzeugen.

Diese Filter legen sich schützend auf die Haut und dringen dabei nicht in sie ein. Zertifizierte Naturkosmetik muss sich auf solche mineralische Filter beschränken. Viele empfinden Sonnenschutzmittel mit diesen Filtern als weniger angenehm, da sie oftmals einen weißen Schleier auf der Haut hinterlassen.

Die Hersteller haben hier reagiert und setzen teilweise auf Nanomaterial, das weniger Weiß hinterlässt. Experten sind sich noch nicht sicher, ob diese Nanopartikel eventuell bedenklich sind. Sie sollten aber entsprechend deklariert sein, sodass vorsichtige Verbraucher beim Kauf darauf achten können. Dennoch gilt: Wer kritisch auf die Inhaltsstoffe schaut, ist in Sachen Sonnenschutz mit Naturkosmetik gut beraten. *hna.de und 24vita.de sind Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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