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Wer sich in die Sonne legt, sollte seine Haut vorher mit Sonnencreme einschmieren. Das weiß eigentlich jeder. Trotzdem ranken sich rund um das Thema zahlreiche Mythen. Wir haben versucht, einige davon für euch zu klären.

  • Sonnencreme ist nicht der einzige Schutz vor Hautkrebs.
  • Ein Sonnenbrand ist eine schlimme Verletzung der Haut.
  • Wer keiner UV-Strahlung ausgesetzt werden möchte, muss drin bleiben.

Wenn ich Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50 benutze, werde ich nicht braun

Das stimmt nicht. Allerdings gehört die Annahme, dass man nicht braun wird, wenn man einen hohen Lichtschutzfaktor verwendet, zu den am weitesten verbreiteten Irrtümern. Der LSF gibt aber lediglich an, um welchen Faktor sich die Eigenschutzzeit eurer Haut verlängert.

So hat ein Mensch mit Hauttyp 3 eine helle bis hellbraune Haut und graue oder braune Augen. Dazu kommen dunkelblonde bis braune Haare. Dieser Hauttyp hat eine Eigenschutzzeit von 20 bis 30 Minuten. Mit LSF 50 könnte er also bis zu 1500 Minuten lang in der Sonne bleiben, ohne dass Sonnenbrand droht. Stimmt dann noch die Auftragsmenge, ist der Schutz für einen ganzen Tag garantiert.

Nicht so wichtig hingegen ist, wie teuer der verwendete Sonnenschutz ist. Im Test von Stiftung Warentest konnten sich die günstigen Cremes durchsetzen. Wer eine sensible Haut hat, sollte allerdings besonders aufpassen. Denn nicht jede Creme ist dafür geeignet, wie Ökotest herausfand.

Einmal am Tag eincremen reicht vollkommen aus

Es kommt darauf an. Wer sich einmal morgens eincremt und dann den ganzen Tag nicht schwitzt, baden geht oder seinen Schutz auf irgendeine andere Art verliert, kommt mit einmal eincremen hin. Auch, wenn auf manchen Sonnencremes steht, dass sie wasserfest sind – sie sind es nicht zu 100 Prozent.

Denn dieses Prädikat dürfen sich die Hersteller auf die Verpackung schreiben, wenn nach 20 Minuten Baden noch 50 Prozent Sonnencreme auf dem Körper sind. Das Abtrocknen tut dann sein Übriges. Also lieber nach jedem Sprung ins Freibad noch einmal mit Sonnenschutz eincremen.

Es ist egal, wie viel Sonnencreme ich benutze

Das ist falsch. Und auch der größte Fehler, den die meisten Menschen machen, wenn sie ihre Haut vor der Sonne schützen wollen. im Idealfall werden zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut verwendet. Das klingt erst einmal furchtbar kompliziert.

Eine einfache Faustregel kann aber weiterhelfen. Wenn ihr über euren gesamten Körper ein Schnapsglas (etwa 25 ml) voll mit Sonnencreme verstrichen habt, seid ihr geschützt. Aber Vorsicht: Vergesst nicht euren Scheitel oder die Zwischenräume eurer Zehen!

Ein Sonnenbrand ist vergleichbar mit einer Schürfwunde oder einer anderen Verletzung eurer Haut. Deshalb tut er auch so weh. Und wer sich nicht richtig schützt, könnte als Spätfolge sogar Hautkrebs bekommen. Wer sich nicht eincremt, begünstigt außerdem vorzeitige Hautalterung.

Ich muss mich erst eincremen, wenn ich in die Sonne gehe

Das gilt nur, wenn ihr euch irgendwo im Inneren und Dunklen befindet. Denn ein Teil der UV-Strahlen können sogar durch das Fenster gelangen. Die UVA-Strahlen sorgen zwar nicht für Sonnenbrand, können die Haut aber trotzdem nachhaltig schädigen. Und das gilt natürlich auch für den Schatten.

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Eigentlich sollte sich jeder Mensch, der in Deutschland lebt, jeden Tag eincremen, zumindest zwischen Ostern und Oktober, also ähnlich wie bei den Sommerreifen. Denn schon 15 Minuten in der Sonne können für einen rothaarigen Hauttypen zu viel sein.

Sonnencremes machen krank

Eine US-Studie hat herausgefunden, dass die Anwendung von Sonnenschutzmittel giftige Basisgrenzwerte im Blut der Nutzer kurzfristig um das bis zu 1000-fache übersteigen lässt. Die Dortmunder Hautärztin Dr. Pia Dücker vom Klinikum Dortmund hat sich die Studie genau angeschaut.

Ihr Fazit: Es konnte bislang nicht bewiesen werden, dass diese Überschreitung tatsächlich gesundheitsschädlich ist. Es müsse weiter daran geforscht werden. Allerdings übersteigt der Nutzen der Sonnencremes deren möglichen Schaden derzeit noch um ein vielfaches. Denn Sonnencremes sind neben UV-undurchlässiger Kleidung die einzige Möglichkeit, sich wirkungsvoll vor Hautkrebs zu schützen.

Sonnencreme schützt vor Hautkrebs

Das stimmt nur teilweise. Sonnencreme sollte nicht als Freibrief für den dauerhaften Aufenthalt im Freien missverstanden werden, sagt Dr. Pia Dücker vom Klinikum Dortmund. Sie weist auf den Einsatz von Kleidung zum Schutz vor Sonne hin. „Dunkle, trockene, nicht eng anliegende Textilien schützen besser als helle und nasse Kleidung“, sagt Dr. Dücker.

Außerdem solle man sich mit einer Kopfbedeckung und einer Sonnenbrille schützen. Das hilft nicht nur gegen Hautkrebs, sondern auch gegen hitzebedingte Kopfschmerzen und einen Sonnenstich.