Gesundheitsgefahr

Sonnencreme-Irrtümer: Sechs hartnäckige Mythen im Check

Sonnencreme hilft dabei, sich vor Sonnenbränden zu schützen und das Hautkrebsrisiko zu minimieren. Doch um die Creme ranken sich auch viele Mythen.

NRW – Die Sonne scheint, was gibt es da Schöneres als ein entspanntes Sonnenbad auf dem heimischen Balkon, einer Liegewiese oder im Urlaub am Strand? Die meisten wissen wahrscheinlich, dass so etwas ohne die Verwendung von gut schützender Sonnencreme nicht nur in einem Sonnenbrand münden und damit sehr schmerzhaft werden, sondern auch gesundheitsschädigend sein kann. Über den Sonnenschutz durch Sonnencreme halten sich dennoch hartnäckig so allerlei Mythen.

ProduktSonnencreme
FunktionNegative Wirkung der Sonnenstrahlen mindern oder verhindern
In Anwendung seitungefähr 1928 (erste dokumentierte Verwendung, USA)

Sonnencreme-Mythen: Manche Irrtümer können gesundheitsschädigende Folgen haben

Sonnencreme verhindere eine ausreichende Aufnahme von Vitamin D, in geringer Zahl seien Sonnenbrände nicht schlimm und bei wolkenverhangenem Himmel sei die UV-Strahlung nicht gefährlich für die Haut. Einem Dermatologen wird es angesichts dieser etablierten, allerdings haltlosen Behauptungen wahrscheinlich eiskalt den Rücken herunterlaufen.

In einem Instagram-Beitrag hat zdfinfo die gängigsten sechs Mythen über Sonnencreme unter die Lupe genommen. Dabei wird deutlich: Manche dieser Irrtümer können schwerwiegende Folgen haben (mehr Warnungen auf RUHR24).

Sonnencreme-Mythen: Hautkrebsrisiko bereits nach wenigen, leichten Sonnenbränden

Selbst kleine, leichte Sonnenbrände ersten Grades, die manchmal über Nacht schon wieder abklingen, seien Focus-Arztsuche zufolge bereits gefährlich. Laut dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI) vergesse die Haut die Belastung nie, die UV-Strahlenbelastung summiere sich schließlich im Laufe des Lebens im Körper. Das BPI bestätigt, dass „häufige Sonnenbrände im Jugendalter Jahre später zu Hautkrebs führen“ könnten.

Wie zdfinfo berichtet, könnten schon fünf Sonnenbrände vor dem 20. Lebensjahr „laut einer Studie das Hautkrebsrisiko um 80 Prozent“ erhöhen. Auch wenn das Hautkrebsrisiko laut dem Dermatologen Dr. med. Martin Schomaker, einem Interview mit dem BPI zufolge, auch „stark vom Hauttyp“ abhänge, merke sich die Haut die Sonnenbrände und bilde in den nächsten Jahrzehnten Hautkrebszellen. Diese bräuchten dann 20, 30 oder 40 Jahre, um zu entstehen. Deshalb seien vor allem jüngere Menschen gefährdet, schließlich können „sie den Krebs noch erleben“.

Sonnencreme-Mythen: Haut merkt sich Sonnenbrände und kann über langen Zeitraum Krebszellen bilden

Die Zahlen dazu sind durchaus besorgniserregend. Das Statistische Bundesamt (Destatis) gab an, dass „die Zahl der Krankenhausbehandlungen mit der Diagnose Hautkrebs zwischen 2010 und 2015 bundesweit um 17,1 Prozent gestiegen“ seien. Ein Viertel der Betroffenen hätte sogar den „schwarzen“ Hautkrebs (Melanom), die gefährlichste Form und rund drei Viertel den „hellen“ Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Stachelkarzinom) diagnostiziert bekommen.

Es stimmt zwar, dass Sonnenstrahlen auf der Haut wichtig für die Produktion von Vitamin D sind, allerdings reichen zdfinfo zufolge je nach Hauttyp täglich bereits fünf bis 25 Minuten Sonnenkontakt aus. Sonnencreme blocke UV-Strahlen zudem nicht komplett ab. Deshalb brauche man sich „keine Sorgen machen, durch häufiges Eincremen einen Mangel zu erleiden.“

Sonnencreme-Mythen: Sonnenschutz hält nicht ewig und sollte auch bei Wolken aufgetragen werden

Da Sonnencremes mit der Zeit ihre Schutzwirkung verlieren, sollten sie laut zdfinfo „innerhalb eines Jahres“ aufgebraucht werden. Außerdem könne sich der Stoff Octocrylen mit der Zeit zum potenziell krebserregenden Stoff Benzophenon entwickeln. Auch die Apotheken-Umschau rät deshalb davon ab, bereits geöffnete Sonnencreme aus dem Vorjahr aufzutragen.

Sonnencreme hilft dabei, sich vor Sonnenbränden zu schützen und das Hautkrebsrisiko zu minimieren.

Bei wolkenverhangenem Himmel cremen sich die Wenigsten ein. Doch auch dann sind die UV-Strahlen vorhanden, durch die Wolken entweder abgeschwächt oder schlimmstenfalls reflektiert. Dadurch könne die UV-Strahlung zdfinfo zufolge „sogar stärker als bei wolkenlosem Himmel“ sein.

Sonnencreme-Mythen: Kleidung sollte zusätzlich getragen werden

Sonnencreme, insbesondere mit einem hohen Lichtschutzfaktor, ist nur eine von mehreren Schutzmaßnahmen gegen einen Sonnenbrand. Keine Sonnencreme decke laut zdfinfo „das gesamte Spektrum der UV-Strahlen“ ab, hinzu kämen häufig Fehler beim Auftragen. Idealerweise sollte man deshalb die Mittagssonne meiden und auch körperbedeckende Kleidung tragen.

Anders als viele glauben, verlängert Nachcremen auch nicht den Sonnenschutz. Denn Sonnencreme kann den natürlichen Sonnenschutz der Haut nur um eine bestimmte Zeit erweitern und nach dem Schwitzen oder Baden aufrechterhalten, die Wirkdauer beginne dadurch aber nicht von vorne.

Rubriklistenbild: © IMAGO / MiS

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