Forscher fordern Verbot

Krebserregende Sonnencreme: Kaum bekannte Gefahr lauert im Sommer

After Sun-Lotion kann die Haut bei einem Sonnenbrand beruhigen – heilen kann sie allerdings nicht.
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Sonnenschutz ist wichtig. Beim Kauf von Creme sollte man auf einiges achten.

Sonnencreme ist gleich Sonnencreme – oder doch nicht? Kunden sollten schon beim Einkaufen gewisse Inhaltsstoffe meiden. Und bei alter Sonnencreme einiges beachten.

Dortmund - Dieses Phänomen kommt wohl immer wieder vor: Die Tube Sonnencreme oder Sonnenmilch bleibt nach dem Urlaub oder dem Sommer übrig. Kann man die Creme dann für das nächste Jahr aufheben? Und was gibt es generell beim Kauf zu beachten?

Sonnencreme richtig benutzen: Darf man alte Sonnenmilch noch benutzen?

Alte Sonnencreme sollte man bestenfalls nicht mehr verwenden. Das gilt vor allem für Artikel, die bereits abgelaufen sind. Die Haltbarkeit der Sonnencreme lässt sich bei den meisten Herstellern auf der Rück- oder Unterseite der Verpackung ablesen. In Symbol einer Cremedose sollte eine Monatszahl erkennbar sein. Nach Öffnen der Packung sollte die Sonnencreme innerhalb dieser Monate verbraucht werden.

Das Online-Portal Vergleich.org rät dazu, die Sonnencreme nach dem Öffnen möglichst kühl, dunkel und fest verschlossen aufzubewahren. „Bei einer angebrochenen Dose kann man sich nie ganz sicher sein“, begründet das Magazin diesen Tipp.

Wer sich nicht mehr sicher ist, wann genau die Sonnencreme zuerst geöffnet wurde, solle sie sicherheitshalber im Hausmüll entsorgen. Das sollte auch spätestens dann passieren, wenn die Creme ungewohnt riecht, sich verfärbt oder eine seltsame Konsistenz entwickelt. Denn: Alte, abgelaufene Sonnenmilch kann schädliche Inhaltsstoffe enthalten.

Aktuelle Studie: Alte Sonnencreme kann krebserregend sein

Französische Wissenschaftler der nationalen Forschungsbehörde CNRS haben untersucht, was mit künstlich gealterter Sonnencreme passiert, wie die Tagesschau berichtet. Das Ergebnis: Nach einem Jahr ist aus dem eigentlichen Sonnenschutzfilter Octocrylen das Molekül Benzophenon geworden, das in die Haut eindringen kann. Und das kann gefährlich werden.

Video: Vorsorge und Nachsorge: Das hilft gegen einen Sonnenbrand

„Kommt Benzophenon auf die Haut, kann es Ausschläge, Entzündungen oder Überempfindlichkeiten auslösen, aber auch Leberkrebs oder Lymphome“, erklärt Mitautor der Studie Didier Stien. Diese Reaktionen seien etwa bei Tierversuchen vorgekommen. „Das Molekül beeinträchtigt die Schilddrüse und die Fortpflanzungsorgane.“

Die Forscher haben Produkte von Marken wie Garnier, Uriage, Bioderma, la Roche Posay, Cosmi oder Loreal verwendet. Bei einigen von ihnen wurde nach einem Jahr auch der Grenzwert von zehn Milligramm Benzophenon auf ein Kilo überschritten. Diese vergleichbar teuren Sonnencremes haben auch bei Stiftung Warentest schlecht abgeschnitten.

Sonnencreme einkaufen: Diese Stoffe sollten Kunden unbedingt vermeiden

Aber was macht grundsätzlich eine gute Sonnencreme aus, worauf sollte man beim Kauf achten? Sowohl bei Stiftung Warentest als auch bei Öko-Test konnten vor allem die günstigen Sonnencremes überzeugen. Kunden, die sich nicht nur auf Testergebnisse berufen, sondern auch selbst Inhaltsstoffe überprüfen wollen, sollten einiges beachten.

So sollte man etwa UV-Filter vermeiden, die auf der Zutatenliste mit der Silbe „Benzo-“ aufgeführt werden. Die Stoffe Benzophenon-3 (Oxybenzon), Benzophenon-4 oder Benzophenon-5 stehen im Verdacht, krebserregend zu sein und lösen außerdem Allergien aus. Auch den Stoff Octocrylen, der, wie bereits erläutert, zu Benzophenon werden kann, sollten Kunden vermeiden.

Beim Kauf von Sonnencreme sollte man einiges beachten.

Krebserregende Inhaltsstoffe in Sonnencreme: Was Kunden wissen sollten

Die Forscher des CNRS fordern sogar ein Verbot beider Stoffe und empfehlen Kunden, beim Kauf darauf zu achten.

Sonnencremes mit Nanopartikeln sollten Verbraucher laut Vergleich.org ebenfalls meiden. Diese dringen in die Haut und den Organismus ein. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) warnt unter anderem vor Alzheimer-Erkrankungen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Nanopartikeln. Diese sind auf der Liste der Inhaltsstoffe meist durch den Zusatz „nano“ erkennbar.

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