Nach Knappheit

Speiseöl wieder im Supermarkt erhältlich – aber mit neuer Rezeptur

Viele Lebensmittel sind in den vergangenen Monaten teurer geworden oder waren gar nicht erst verfügbar. Bald könnte das Problem um Speiseöl gelöst werden.

Dortmund – Lebensmittel einzukaufen macht seit einigen Monaten noch weniger Spaß. Viele Produkte sind teurer geworden, etwa Käse, Kartoffeln und Ketchup. Andere sind nicht immer flächendeckend verfügbar. Bei Speiseöl soll sich das bald wieder ändern.

SpeisefettSonnenblumenöl
Kalorien pro 100 Gramm884
Dichte0,92 kg/l bei 15 °C

Speiseöl bald wieder öfter im Supermarkt zu finden? Lösung soll es möglich machen

Im Supermarkt wurden in den letzten Monaten teils wahnsinnige Preise für Speiseöl verlangt. Sogar den Anbietern selbst, wie Edeka, waren die Preise teilweise zu drastisch. Die Situation soll sich langsam aber wieder beruhigen, berichtet die Lebensmittel Zeitung (LZ). Die Rohstoffpreise seien deutlich gesunken.

Grund dafür sei unter anderem der erweitere Anbau von Sonnenblumen und Raps, aus denen die meisten Speiseöle gewonnen werden. Außerdem sei die Welle des Hamsterns seit Ausbruch des Ukraine-Krieges wieder abgeebbt und in der Industrie habe sich die Nachfrage nach Speiseöl grundlegend verändert.

Sonnenblumenöl wird stärker importiert – im Supermarkt bleibt es teuer

„Durch Rezepturänderungen konnten die zwischenzeitlichen Ausfälle an Sonnenblumenöl aufgefangen werden, sodass wir am Markt aktuell keine Knappheit bei Sonnenblumenöl registrieren“, teilte der Verband Ovid mit, der die ölsaatenverarbeitenden Unternehmen in Deutschland vertritt. Wie genau die Rezepturänderung allerdings aussieht, bleibt unklar. „Bei der Rapsöl-Versorgung gab und gibt es keine Einschränkungen“, so der Verband weiter.

Aber spiegelt sich die Situation wirklich im Supermarkt für Endkunden wider? Im Handel sind schließlich immer noch Ölflaschen, teils von eigentlich günstigen Eigenmarken, für knapp vier Euro erhältlich. Der Preis lag 2021 noch bei rund 1,40 Euro. Die Lage auf dem Markt erscheint damit wenig beruhigt.

Ist Sonnenblumenöl bald wieder besser verfügbar?

In den kommenden Wochen und Monaten könnte das wieder anders aussehen. Denn der Export von Sonnenblumensaat sei laut Agravis „von praktisch fast Null auf knapp über 1 Million Tonnen im Zeitraum April bis Juni 2022 gestiegen.“ Dabei würde das Öl oft über Umwege nach Westeuropa finden, etwa über Rumänien oder die Türkei (mehr News zu Supermärkten und Discountern bei RUHR24 lesen).

Öl im Supermarkt kaufen: Speiseöl soll bald wieder verfügbar sein

„Die Verfügbarkeit von Sonnenblumenöl hat sich wieder verbessert, ist aber noch nicht auf dem Niveau von 2021“, äußert sich etwa auch Nestlé. Auch der Chipshersteller Lorenz sieht eine Verbesserung der Verfügbarkeit. Für seine Produkte benötigt das Unternehmen Öl, das besonders hitzebeständig ist. Lorenz konnte seine Rezepturen auch während der Knappheit beibehalten.

Ob sich die Lage wirklich entspannen wird, soll sich laut LZ aber erst im Laufes des August oder September einschätzen lassen. Dann werden die Sonnenblumenkerne vielerorts geerntet.

Rubriklistenbild: © Manuel Geisser/Imago

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