Selber ziehen statt kaufen

Sonnenblumen selbst säen und ernten – Tipps für Sommer-Feeling im eigenen Garten

Sonnenblumen am Morgen
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Sonnenblumen sind echt Hingucker – die beliebten Herbstblumen kann man einfach selbst säen. (Symbolbild)

Mit ihren großen, gelben Blütenblättern sind Sonnenblumen echte Eyecatcher. Die beliebten Herbstblumen lassen sich mit ein paar Tricks ganz einfach selbst säen.

Deutschland – Im Spätsommer und Herbst gibt es wohl kaum eine schönere Pflanze als die Sonnenblume. Denn die leuchtenden Blumen versprühen einfach gute Laune – und bringen selbst an trüben Regentagen ein Stück Sonne zurück. Das Problem bei den beliebten Korbblütlern: Man muss sie jede Saison neu kaufen.

Sonnenblumeauch Gewöhnliche Sonnenblume
wissenschaftlicher NameHelianthus annuus
Familie Korbblütler

Sonnenblumen säen – das Saatgut einfach selbst ernten

Denn Sonnenblumen mögen keine Kälte und zählen daher zu den einjährigen Pflanzen. Anders als beispielsweise Geranien kommen sie nicht über den Winter. Wer sich den jährlichen Gang in das Gartencenter im Spätsommer sparen will, kann die beliebten Blumen aber auch ganz einfach selbst säen und ziehen (weitere Lifehacks auf RUHR24).

Sonnenblumensamen gibt es in jedem gut sortierten Gartencenter. Tatsächlich funktionieren aber sogar die herkömmlichen (einzelnen) Sonnenblumenkerne, die als Vogelfutter verwendet werden. Hat man die gelben Blumen bereits im Garten, ist es noch günstiger und nachhaltiger, die Kerne für die Aussaat im Herbst selber abzuernten.

Sonnenblumenkerne ernten – so lässt sich eigenes Saatgut sammeln

Ob sich die Kerne bereits gut ernten lassen, lässt sich daran erkennen, dass sie eine harte Schale bekommen haben. Die Rückseite des Blütenkopfes ist dann außerdem bräunlich verfärbt.

Grundsätzlich kann man die Pflanzen für die Ernte einfach im Beet oder im Topf trocknen. Der Nachteil dabei: Es kann zu Schimmelbildung kommen und Vögel picken zahlreiche Kerne bereits weg. Daher empfiehlt 24garten* das Trocknen der Sonnenblumenkerne im Haus. Dabei geht man wie folgt vor:

  • Zunächst ca. 30 Zentimeter vom Stiel abschneiden.
  • Dann ein Papiertütchen über den Blütenkopf ziehen und mit einem Band (oder Gummiband) befestigen.
  • Den Stiel nun kopfüber an einem trockenen Ort aufhängen.
  • Beim Trocknen fallen viele Kerne bereits in das Tütchen.
  • Um die übrigen zu lösen, den Kopf nach dem Trocknen gut schütteln, sodass sich die Kerne lösen. Kerne, die dennoch festsitzen, mit einer Bürste lösen.
  • Die Kerne aufsammeln, in einem Sieb gründlich waschen und dann trocknen.
  • Die vollständig getrockneten Kerne nun bis zum nächsten Frühjahr in einem Papiertütchen an einem trockenen Ort aufbewahren.
  • Tipp: Die Sonnenblumenkerne, die man nicht für die Aussaat benötigt, können auch für den Verzehr aufbewahrt werden – beispielsweise für Salat oder Müsli. Dazu die Kerne in einem luftdichten Behälter aufbewahren.
Verblühte Sonnenblumen: Im Herbst lassen sich die Kerne ernten. (Symbolbild)

Sonnenblumenkerne im Freien aussäen – so wird‘s gemacht

Ganz gleich, ob man die Samen kauft oder selber erntet, bei der Aussaat gilt es dann einiges zu beachten. Grundsätzlich gibt es zunächst zwei Möglichkeiten: die Aussaat direkt im Beet oder das Vorziehen im Haus.

Wer die Sonnenblumen direkt im Freien aussäen möchte, sollte unbedingt bis nach den Eisheiligen Mitte Mai warten, denn Frost vertragen die Pflanzen nicht. Bei der Direktaussaat empfiehlt Mein-Schöner-Garten.de das folgende Vorgehen:

  • Die Sonnenblumenkerne zwei bis fünf Zentimeter tief in die Erde stecken. (Einige Garten-Experten empfehlen, immer direkt drei bis fünf Kerne in ein Loch zu geben, da nicht alle Kerne keimen.)
  • Dabei sollte – je nach Größe der Sonnenblumensorte – ein Abstand zwischen 10 und 40 Zentimetern eingehalten werden. Schließlich können Sonnenblumen durchaus zwei Meter hoch wachsen.
  • Die Samen nun gut angießen.
  • Überhaupt benötigen Sonnenblumen viel Wasser und Nährstoffe. Zum Düngen sind Flüssigdünger im Gießwasser oder Brennnesseljauche ideal.
  • Ganz wichtig: Die Sonnenblumen lieben es hell und warm – daher unbedingt einen sonnigen Standort wählen.
  • Außerdem sollte es windstill sein, denn die langen Stiele können sonst später abknicken. Wer nur wenige Pflanzen setzt, kann sie, wenn sie blühen, auch einzeln an Stöcken festbinden, um ihnen Halt zu geben.

Video: Saisonkalender Gemüse – welche Sorte hat wann Saison?

Sonnenblumen als Topfpflanze auf Balkon oder Terrasse – die Pflanzen im Haus vorziehen

Wer möchte oder kein Gartenbeet zur Verfügung hat, kann die Blumen auch im Haus vorziehen. Das ist aufgrund der Raumtemperaturen bereits ab Mitte März möglich. Utopia.de empfiehlt dazu diese Schritte:

  • Zunächst einen kleinen Pflanztopf mit Erde füllen.
  • Dann immer zwei bis fünf Kerne ca. zwei Zentimeter tief in die Erde stecken.
  • Den Pflanztopf nun an einen hellen Ort stellen.
  • Regelmäßig gießen und düngen.
  • Ab Ende Mai können die Pflänzchen ins Freie. Auch hier wieder einen sonnigen Standort wählen und einen Abstand von ca. 40 Zentimeter einhalten.
  • Wer keinen Garten hat, kann die Sonnenblumen jetzt im Topf auf die Terrasse oder den Balkon stellen. Dazu müssen sie aber zuvor umgetopft werden. Die Pflanzentöpfe sollten einen Mindestdurchmesser von 30 Zentimeter pro Pflanze haben.

Sonnenblumen – klassische Sorten sind wichtige Nahrungsquellen für Nützlinge

Übrigens: Sonnenblumen sind nicht nur tolle Hingucker. Ihre Kerne sind auch eine Nahrungsquelle für Vögel und andere Nützlinge. Die gelben Blumen sind eigentlich auch sehr pollen- und nektarreich, weshalb sie als besonders bienenfreundlich gelten.

Wie Bienenretter.de bemängelt, bieten aber viele Händler fast nur noch schnittfeste Sorten der Trendblumen ohne nennenswerten Pollen als Saatgut an. Umso sinnvoller scheint es, die klassischen, nährstoffreichen Sorten durch eigene Zucht zu erhalten. *24garten ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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