Teil des dritten Entlastungspakets

Soforthilfe im Dezember 2022: Übernimmt der Staat alle Gas-Kosten?

Noch bevor die Gaspreisbremse in Kraft tritt, sollen Bürgerinnen und Bürger schon in diesem Jahr entlastet werden. Doch wie hoch ist die Soforthilfe?

Dortmund – Die Gaspreisbremse ist schon gezogen, hat bis zum März des kommenden Jahres aber noch einen ganz schön langen Bremsweg. Derweil hat die Bundesregierung mit einer Dezember-Soforthilfe eine weitere kurzfristige Entlastung angekündigt. Ist Gas im Dezember also für alle kostenlos?

Soforthilfe im Dezember: Übernimmt der Staat alle Gas-Kosten?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Details des Gesetzesentwurfs anschauen, über die der Spiegel zuerst berichtet hat. Im Gegensatz zum ursprünglichen Entwurf hat die Regierung um Wirtschaftsminister Robert Habeck Anpassungen an der Berechnung der Höhe vorgenommen.

Auf Vorschlag einer Expertenkommission soll der Staat die Abschlagszahlungen der Gaskunden im Dezember übernehmen. Die Bundesregierung folgte dem Rat. Bundeskanzler Olaf Scholz bezeichnete dies auf einer Pressekonferenz als „sehr, sehr gute Grundlage“ (mehr Service-News auf RUHR24).

Gas-Soforthilfe im Dezember – wer viel heizt, muss zahlen

Ursprünglich sollte dem Entwurf nach der Abschlag für Dezember direkt vom Staat übernommen werden. Diese Pläne wurden dahingehend geändert, dass alte Abschlagshöhen als Grundlage der Einschätzung dienen.

Dadurch soll verhindert werden, dass Gaskunden im Dezember bewusst viel heizen, um höhere Hilfen des Staats zu bekommen. Die Einmalzahlung wird sich auf den Verbrauch im September 2022 beziehen. Die Höhe beträgt demnach ein Zwölftel des im September prognostizierten Jahresverbrauchs, multipliziert mit dem Gaspreis pro Kilowattstunde am 1. Dezember.

Eine Beispielrechnung für eine mögliche Erstattung:

Jahresverbrauch (September-Prognose)Arbeitspreis am 1. Dezember (geschätzt)Erstattung
10.000 kWh (833,33 kWh/Monat)0,16 Euro133,33 Euro
15.000 kWh (1.250 kWh/Monat)0,16 Euro200,00 Euro
20.000 kWh (1.666 kWh/Monat)0,16 Euro266,56 Euro

Gas-Soforthilfe im Dezember – Erstattung leicht berechnen

Die monatlich gezahlten Abschläge bleiben über das Jahr hinweg gleich. Wer also jetzt schon wissen möchte, welche Summe er im Dezember erstattet bekommt, kann dies leicht ausrechnen. Auf der Rechnung des Gasanbieters lässt sich die Abschlagshöhe für September ablesen.

Bis Mitte November sollen die Gasversorger die genauen Summen berechnen und der Regierung mitteilen. Am 1. Dezember folgt die Erstattung vom Staat an die Versorger. Somit übernimmt der Staat die Kosten für die Abschläge der Direkt-Kunden.

Wer im September also eine niedrige Abschlagszahlung hatte, bekommt dementsprechend auch weniger erstattet. In der Regel bemisst sich diese an der Wohnungsgröße. Allerdings fällt der Abschlag auch geringer aus, wenn Haushalte wie beispielsweise bei den Heizkosten mit einem billigen Trick sparen und somit energiesparend leben.

Wirtschaftsminister Robert Habeck hat Anpassungen für die Soforthilfe bei den Gas-Kosten vornehmen lassen.

Staatliche Hilfen: Nach Soforthilfe kommt Gaspreisbremse

Die Dezember-Soforthilfe ist nur ein erster Schritt beim dritten und 65 Milliarden Euro teurem Entlastungspaket der Bundesregierung. Drei Monate später kommt die Gaspreisbremse zum Einsatz, die mindestens ein Jahr lang für einen gedeckelten Preis sorgen soll. Das bedeutet aber nicht, dass man jetzt auf Kosten des Staates heizen kann.

Wie auch bei den Dezember-Entlastungen wird die Gaspreisbremse nur bis zu einem bestimmten Verbrauch subventioniert. Der Gaspreis wird dabei auf 12 Cent pro Kilowattstunde gedeckelt. Dies bezieht sich allerdings nur auf 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs. Wer darüber hinaus mehr verbraucht, muss den normalen Preis zahlen.

Sparen bei den größten Energiefressern und somit Kosten senken, kann sich in Zukunft also richtig lohnen. Wer bei weniger als 80 Prozent des Vorjahresverbrauchs landet, soll die Entlastungen nicht an den Staat zurückzahlen müssen.

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