Vitamin-Bomben aus Obst und Gemüse?

Smoothies im Test: Kaum Vitamine laut Stiftung Warentest – Testverlierer ist Top-Marke

Zum Frühstück oder für zwischendurch: Stiftung Warentest testet Smoothies aus dem Supermarkt. Doch viele Verpackungen bereiten Sorgen.

Nordrhein-Westfalen - Smoothies sind der perfekte Snack für zwischendurch. Zudem scheinen sie durch Obst und Gemüse eine gesunde Alternative mit Vitaminen und Nährstoffen zu sein. Doch stimmt das wirklich? Stiftung Warentest hat den Test gemacht.

OrganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
GeschäftführerHubertus Primus (2. Jan. 2012–)
RechtsformSelbständige rechtsfähige Stiftung

Smoothies von Marken und Discountern bei Stiftung Warentest: Schlechte Verpackung und wenig Vitamine

Als Detox-Wunderwaffe gelten Smoothies: Insgesamt 25 Produkte von bekannten Marken wie Innocent, True Fruits und von den Discountern Lidl, Aldi und Netto wurden getestet. Darunter welche mit Obst, aber auch nur mit Gemüse – sogenannte Green Smoothies. Der Preis für einen Liter Smoothie liegt bei den getesteten Produkten zwischen 3,45 Euro und 10,15 Euro. Elf Produkte tragen sogar ein Bio-Siegel.

Beim Geschmackstest sehen die Ergebnisse gut aus: Fast jeder dritte Smoothie bekommt die Note „sehr gut“. Einzelfälle sollen jedoch sehr dünn und sämig gewesen sein. Dafür gab es von den fünf Testern Minuspunkte (alle Testberichte auf RUHR24.de).

Smoothies mit Obst und Gemüse: Stiftung Warentest gibt Entwarnung – wenig gefährliche Stoffe enthalten

Um herauszufinden, wie gut die Inhaltsstoffe der Smoothies sind, wurden sie unter anderem auf Ethanol, flüchtiger Säure (Säure, die bei einer Destillation verdampft) und Aromastoffen getestet. Was gesundheitlich-bedenkliche Stoffe angeht, konnte Stiftung Warentest zum Glück nicht viel finden. Blei, Kadmium und Pestizide wurden, wenn überhaupt, nur in so geringen Mengen nachgewiesen, dass sie nicht schädlich sind.

Aber auch die Verpackungen der Smoothies wurden bei Stiftung Warentest genauer unter die Lupe genommen. So wurde ein Smoothie „Kreuzbeere“ genannt, obwohl die Frucht der afrikanischen Pflanze nicht enthalten ist. Bei einem anderen Produkt von einem Discounter wurden vorne noch nicht einmal die enthaltenen Früchte aufgezählt. Für einige Verpackungen gab es hingegen Pluspunkte, wenn man sie recyceln kann. Zum Beispiel Glasflaschen eignen sich dafür gut. Acht der elf PET-Flaschen der Produkte lassen sich nicht recyclen.

Smoothies bei Stiftung Warentest: Schlechte Verpackungen und wenig Vitamine – die Ergebnisse

Unter den getesteten Smoothies wird einer sogar in einem Getränkekarton abgefüllt. Sie sind in manchen Fällen sogar eine bessere Wahl als eine Glasflasche. Das hat eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung (ifeu) ergeben. Grund dafür ist das geringe Gewicht, aber auch die zurückgelegte Strecke des Produktes. Sie ist meist viel geringer als bei anderen Verpackungsmöglichkeiten für Flüssigkeiten. Jedoch hängt das immer vom jeweiligen Produkt ab.

Insgesamt haben nur zwei Smoothies die Note „sehr gut“ erhalten. Vier weitere wurden mit „gut“ benotet. Sechs Smoothies bekommen nur die Note „ausreichend“. Einer davon ist ein sogenannter Green Smoothie. Und das sind die Verlierer im Smoothie-Test:

  • Innocent, Berry Good Johannisbeere, Erdbeere & Brombeere, 7,15 Euro pro Liter
  • Lidl, Solevita Smoothie Kiwi Ananas Limette & mehr, 3,45 pro Liter
  • Rewe To Go, Avocado Smoothie Green Apfel Avocado Gurke Spinat Minze, 7,95 pro Liter

Vor allem nicht recycelbare Verpackungen geben ordentlich Minuspunkte. Aber auch eine schlechte Deklaration der Inhaltsstoffe bringt die Verlierer in diese Lage. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam die Verbraucherzentrale in einem Smoothie-Test. Die Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“ wurden von Stiftung Warentest nicht vergeben. Alle Gewinner und Verlierer des Smoothie-Tests bei Stiftung Warentest (Bezahlartikel).

Smoothies bei Stiftung Warentest: Wenig Vitamine durch nicht verarbeitete Schale

Doch können die fertigen Smoothies aus der Flasche mit den selbstgemachten mithalten? Grundsätzlich ist es besser, wenn das Obst und Gemüse mit Schale ganz verzehrt wird. Denn darin sind die meisten Vitamine und Nährstoffe enthalten. Selbstgemachte Smoothies sind nur dann gut, wenn kein Zucker extra hinzugefügt wird. Denn das ist häufig das Problem bei den Fertigprodukten: Sie enthalten grundsätzlich zu viel Zucker. Zudem wird in ihnen selten die Schale mit verarbeitet.

Rubriklistenbild: © Michael Reichel/ dpa

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