Gefahr durch Programme

Smartphone: 470 Apps von Betrug betroffen – besser sofort löschen

Mehrere Apps sind aktuell von einer Warnung betroffen. Betrüger locken Nutzer in die Falle.

Dortmund – Das Smartphone gehört zum täglichen Begleiter im Alltag und beherbergt nicht nur unzählige über den Messenger WhatsApp gesendete Nachrichten und Dateien, sondern auch sensible Daten wie Bankdaten. Daher werden die Geräte immer häufiger zur Zielscheibe von Betrügern.

BetriebssystemAndroid
Erstveröffentlichungsdatum23. September 2008
EntwicklerOpen Handset Alliance

Dreiste Betrugsmasche entlarvt: Kriminelle zocken Smartphone-Nutzer über Apps ab

Ein aktueller Fall betrifft aber nicht, wie sonst oftmals üblich, eine gefälschte SMS von Betrügern. Stattdessen haben die Kriminellen es auf eine ganze Reihe von Anwendungen auf dem Smartphone abgesehen. Besitzer eines Apple iPhones können allerdings zunächst durchatmen, da nur Apps auf Android-Geräten ein Risiko bezüglich dieser Betrugsmasche darstellen sollen.

Der Betrug namens „Dark Herring“ ist kein Pappenstiel und soll schon zwei Jahre lang aktiv gewesen und so massiven Schaden angerichtet haben. Über die Anwendungen locken die Betrüger ihre Opfer zu den Abo-Fallen - und das völlig unbemerkt. Denn nach Informationen von t-online sollen die Betrüger die Beträge für angebliche Premium-Abonnements heimlich abgebucht haben. Viele der Opfer sollen die unfreiwilligen Zahlungen daher erst Monate später entdeckt haben.

Insgesamt 470 Anwendungen aus dem Google Play Store seien in der Zeit Teil der perfiden Masche gewesen. Das Problem: Etwa 105 Millionen Nutzer sollen diese Programme auf ihr Smartphone geladen haben - mit bitterem Ende: Der geschätzte Schaden soll hunderte Millionen US-Dollar hoch sein. Das berichtet das Portal PC Welt und beruft sich dabei auf Aussagen von Google-Partner Zimperium.

Abzocke durch Smartphone-Apps: Nutzer bemerken Betrug oft erst spät

Dass der Mega-Betrug über das Smartphone zwei Jahre lang unentdeckt blieb, hat vor allem technische Gründe. Dazu gehört etwa, dass die Kriminellen die Betrugsmasche über zahlreiche Apps gestreut haben. Zudem sei der dazugehörige Code verschleiert worden. Anti-Virenprogramme auf dem Smartphone seien nahezu machtlos gewesen.

Die rund 470 Apps sind deshalb auch vom Google Play Store als unbedenklich eingestuft worden und konnten dadurch millionenfach heruntergeladen werden.

Google hat bereits auf den Vorfall reagiert und die entsprechenden Programme aus dem Angebot im Play Store gelöscht. Trotzdem ist nicht auszuschließen, dass sich die Apps auch weiterhin auf vielen Geräten befinden, beispielsweise durch die Installation außerhalb des Google Play Stores (weitere Warnungen und Rückrufe bei RUHR24).

Miese Abzocke am Smartphone: Bedenkliche Apps erkennen

Die digitalen Anwendungen stammen überwiegend aus dem Entertainmentbereich. Dazu zählen beispielsweise Spiele, aber auch Foto-Apps und Produktivitäts-Apps können zu den Schädlingen gehören.

Wer sich unsicher ist, ob eines der Programme auf dem eigenen Smartphone zu den Schädlingen gehört, kann dies online nachlesen. Zu den gefährlichen Apps gehören beispielsweise:

  • Football Legends
  • Football Hero 2021
  • Pro Evolution Football 2022
  • Photograph Labs Pro
  • Pictasia Plus
  • Film Maker & Video Editor Pro
  • StreamCast Pro
  • Grand Mafia Auto

Smartphone-Nutzer, die eine der (online) aufgelisteten Apps auf ihrem Gerät finden, sollten diese umgehend deinstallieren und zudem ihre Handyrechnungen kontrollieren. Bei möglichen Ungereimtheiten empfiehlt PC Welt, den Provider, also Anbieter zu kontaktieren.

Abzocke per Smartphone-App: Auch Rossmann war schon von Betrug betroffen

Solche Betrüge über das Smartphone und entsprechende Anwendungen auf den Geräten sind längst kein Einzelfall mehr. Auch beim Drogeriemarkt Rossmann hat es neulich über Smartphones einen Betrug gegeben.

Wer regelmäßig unterschiedliche Programme auf dem Gerät installiert und nutzt, sollte daher vorsichtig sein. Auch per Telefon versuchen es Kriminelle, getarnt als angebliche Mitarbeiter immer wieder, wie Merkur.de* berichtet.

Eine beliebte Möglichkeit, um beispielsweise an Bankdaten zu gelangen, bietet sich den Tätern auch über sogenannte Phishing-Mails. *Merkur.de ist wie RUHR24 Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Patrick Pleul/dpa