Cash beim Einkauf

Bargeld im Supermarkt vor dem Aus – neue Zahlmethode setzt sich durch

Immer mehr Menschen verzichten auf Münzen und Scheine. Eine neue Studie gibt deutlichen Aufschluss über das Bezahlverhalten der Deutschen.

Dortmund – Die Zukunft ist digital und bargeldlos, zumindest wenn man einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK glaubt. Demnach werden Münzen und Scheine besonders bei jungen Kunden immer unbeliebter. Supermärkte, bei denen Kartenzahlung nicht möglich ist, gibt es nur noch wenige. Wer die EC-Karte nicht akzeptiert, riskiert womöglich seine Existenz.

Kartenzahlung wird in Supermärkten immer beliebter – Smart-Watch und Handy aufstrebend

Im Auftrag von Mastercard fanden die Forscher heraus, dass nur 10 Prozent der Supermarkt-Kunden den Service bargeldlos zu zahlen nicht als selbstverständlich ansehen. In anderen Worten: Fast jeder zahlt mit Karte, oder findet zumindest die Option gut. Insgesamt benutzen laut der Studie 66 Prozent der Befragten auch schon die kontaktlose Option – mit Karte, Smartwatch oder Handy.

Besonders Menschen bis 30 greifen auf Angebote wie Apple- oder Google-Pay zurück. Die Nachfrage könnte in Zukunft weiter steigen, wenn der Trend sich fortsetzt. Geschäfte, die keine Karten-Zahlung akzeptieren, riskieren, dass immer weniger Menschen bei ihnen einkaufen, wie die Lebensmittel Zeitung (LZ) berichtet.

In der Studie gaben viele Menschen bis 40 Jahre an, dass sie sogar schonmal einen Einkauf abgebrochen haben, weil keine bargeldlose Zahlung möglich war. Grund für dieses Verhalten sei auch der boomende Online-Handel. Kunden sind es mittlerweile gewohnt, dass alles schnell und bequem abgewickelt wird, meint auch die LZ.

Hygienischer und schneller – Supermarkt-Kunden setzen auf bargeldlose Zahlung

Das Kramen im Portemonnaie oder der Gang zum Geldautomaten ist für viele zu einer unnötigen Last geworden. Bargeldlos und vor allem kontaktlos zahlen geht schneller und sei auch hygienischer. Ganz auf Münzen oder Scheine möchten viele Verbraucher dann aber scheinbar doch nicht verzichten.

Die Deutschen wollen am liebsten weiter an der Kasse wählen können, ob sie per App, Karte, mit dem Handy oder bar zahlen, geht aus den Ergebnissen der Studie hervor. Das Pendel schlägt im Zweifel allerdings schon jetzt für die Kartenzahlung aus. Mehr als jeder Zweite bevorzugt die EC-Karte zum Bezahlen (mehr Supermarkt-News bei RUHR24).

Diesen Trend wissen die meisten Supermärkte, Bäckereien und Tankstellen anzunehmen. Die Zahl der EC-Geräte in Deutschland ist in den letzten Jahren explodiert und hat längst die Million-Marke geknackt. Laut der Studie liege das auch am internationalen Geschäft. Viele Länder sind in Puncto bargeldlos Zahlen schon deutlich weiter als Deutschland.

Kunden bevorzugen im Supermarkt Kartenzahlung. Märkte, die das nicht anbieten, riskieren ihre Existenz.

Bargeldlose Zahlung in Deutschland hat noch Nachholbedarf

Wer in etwa Dänemark ein öffentliches Verkehrsmittel bezahlen will, ein Museum besucht oder einkaufen geht, braucht kein Bargeld mehr. So fällt Aufwand auf allen Seiten weg. Geschäfte müssen nicht mehr so viel Zeit ins Zählen und Sortieren des Bargelds stecken, Kunden müssen kein Geld mehr abholen oder wechseln.

Die steigende Zahl der EC-Karten-Geräte in Deutschland ist also auch der klägliche Versuch, international mitzuhalten. Touristen aus anderen Ländern haben sich längst an bargeldlose Zahlung gewöhnt und kommen vielleicht nicht wieder, wenn es heißt: „Kartenzahlung geht nicht – oder erst ab 10 Euro!“

Für Supermarktbesitzer ergibt sich durch die neue Anschaffung noch ein weiterer Vorteil: Die Geschäfte können schneller abgewickelt werden. So werden mehr Kunden in kürzerer Zeit bedient. Es fließt also am Ende des Tages im Optimalfall mehr Geld in die Kassen, gleichzeitig passieren weniger Fehler. Hier gibt es in Deutschland definitiv noch Nachholbedarf. Zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten.

Rubriklistenbild: © K. Schmitt/imago

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