Beliebter Mythos hat keinen Effekt

How to Sekt: Öffnen, ausschenken und aufbewahren – so geht an Silvester nichts schief

Sekt und Wunderkerze
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An Silvester lassen wir die Sektkorken knallen! Aber wie eigentlich?

Ohne Feuerwerk lassen wir an Silvester eben die Korken knallen! Aber wie? Sekt öffnen, ausschenken und lagern ist eine Wissenschaft für sich. So geht‘s.

Dortmund – Es war kein einfaches Jahr, aber nur neigt es sich (endlich) dem Ende. Doch wie schon das restliche Jahr steht Silvester im Schatten der Coronavirus-Pandemie. Feuerwerksverkauf verboten. Partys verboten. Menschenansammlungen verboten. Böllern (teilweise) verboten. Was uns aber niemand nehmen kann: Den Sekt um Mitternacht köpfen und auf ein besseres Jahr 2021 anstoßen. Mit einigen Tricks klappt das Entkorken noch besser und das Prickelwasser hält sich auch einige Tage, ohne, dass es schal wird.

GetränkSekt
OberbegriffSchaumwein
MerkmalPerlendes Weinhaltiges Getränk in Flaschen

Sekt an Silvester: Für den perfekten Knall ist die perfekte Temperatur wichtig

Bevor wir unsere Kehlen mit dem Diplomatenwasser befeuchten können, muss die Sektflasche erst einmal geöffnet werden. Das geht natürlich mit einem ordentlichen Knall – oder eben auch nicht, darüber streiten sich die Geister. Die einen sagen, wenn die Sektkorken knallen, entweicht zu viel Kohlensäure auf einmal und die Flasche schäumt über. Die anderen geben sogar Temperaturratschläge, damit es einen perfekten Plopp gibt.

Der Bayrische Rundfunk erklärt, dass es den perfekten Sekt-Knall bei einer Temperatur von 6,7 Grad gibt – das dann ganz ohne Sauerei und Aufwischen. Den wohlklingende Plopp bei konstanter Frequenzintensität zwischen 8.000 bis 12.000 Hertz erreichen Verbraucher allerdings nicht, wenn sie den Sekt aus dem Kühlschrank holen. Denn hier kühlt die Brause nur auf lediglich elf Grad ab. Für die perfekte Temperatur sollte der Sekt mindestens 40 Minuten in einem Sektkühler verweilen. Was tut man nicht alles für den perfekten Knall an Silvester – wenn schon das Feuerwerk verboten ist.

Extratipp für den Sektkühler: Damit die lauwarmen Sektflaschen, die im Kiosk nebenan gekauft wurden, schnell kalt werden, sollten zwei bis drei Esslöffel Salz zu den Eiswürfeln in den Sektkühler gegeben werden. Mit dieser Methode erreicht der Sekt schneller die perfekte Trinktemperatur als im Eisfach.

Sekt an Silvester öffnen – ohne die Gäste umzuhauen

Ist der Sekt auf genau 6,7 Grad heruntergekühlt, kann es endlich ans Öffnen gehen. Doch Vorsicht, auch das ist eine Wissenschaft für sich. Wer ungeduldig ist und hektisch am Korken zieht, riskiert eine üble Sauerei – kein guter Start ins neue Jahr. Daher der vielleicht wichtigste (und offensichtlichste) Tipp: Die Sektflasche auf keinen Fall schütteln.

Ist die Hürde genommen, kann es wirklich losgehen. Zum Öffnen einer Sektflasche muss es zwar kein Champagnersäbel sein, aber dennoch sollten ein paar Kleinigkeiten beachtet werden, damit der Korken die Silvestergäste nicht umhaut. Zuallererst muss die Banderole der Flasche entfernt werden, dazu gibt es oft eine kleine Lasche. Wenn nicht, dann vorsichtig mit einem Messer die Banderole einritzen und dann entfernen.

Sekt öffnen: So zum eleganten Meister-Sektöffner werden

Bevor es an die Agraffe (das Metallgestell um den Korken) geht, ist es wichtig von nun an den Daumen oben auf den Korken mit leichtem Druck zu legen – falls der Korken doch vorzeitig das Weite suchen will. Dann kann die Agraffe behutsam aufgedreht und entfernt werden – dabei immer den Korken festhalten.

Jetzt wird es wirklich spannend: Um den Korken zu entfernen wird die Sektflasche in eine Hand gelegt, die andere hält den Korken fest umschlossen. Die Flasche sollte leicht schräg gehalten werden. Zum Öffnen wird nun die Sektflasche leicht gedreht – nicht der Korken. So sollte der Korken sanft auf der Flasche ploppen. Geschafft!

Sekt an Silvester servieren: Sektschalen machen den Sekt schal

Beim Einschenken des Prickelwassers sollten die Gläser unbedingt ordentlich sauber sein. Kalkablagerungen oder Verschmutzungen lassen den Sekt stärker schäumen, dadurch wird er schneller schal und verliert an Geschmack. Also: Gläser vorher polieren!

Die Sekttulpe ist ideal, damit dem Sekt nicht zu viel Kohlensäure entweicht.

Neben sauberen Gläsern fühlt sich Sekt in schmalen Flöten oder Tulpengläsern am wohlsten. Die schicken 20er-Jahre Sektschalen sehen zwar elegant aus, doch in ihnen verliert der Schaumwein schnell sein charakteristisches Prickeln. Wenn weder Tulpe noch Flöte im Haus sind, tut es auch mal ein Weißweinglas. Beim Einschenken ganz wichtig: Das Glas leicht schräg halten, so schäumt der Sekt nicht über.

Sektreste nach Silvester richtig aufbewahren

Schlägt die Uhr Mitternacht, sind alle Gäste mit Sekt versorgt und leicht angeschickert, dann war das Abenteuer Sekt ein voller Erfolg. Doch was passiert mit den Resten? Oft bleibt immer etwas in den Sektflaschen zurück, der Rest, den keiner mehr haben möchte, der aber auch zu schade ist, um ihn einfach in den Abfluss zu schütten.

Video: Mit diesem Trick bleibt die Kohlensäure im Sekt

Manche Sekthersteller scheinen sich dieser Tatsache bewusst zu sein. Sie bauen gleich Korken in ihre Sektflaschen, die eine geheimen Funktion haben. Ist der Korken nämlich aus Plastik, lässt sich – wie im Video zu sehen – das untere Ende mit einem scharfen Messer abschneiden. Dann kann der Korken wieder in die Flasche gedrückt werden.

Ist dann wieder Sektnachschub nötig, einfach die Kappe oben am Plastikkorken entfernen, nachgießen und wieder verschließen. So bleibt die Kohlensäure etwas länger im Sekt und das teure Getränk hält sich noch eine Weile im Kühlschrank. Übrigens: Das Märchen vom Silberlöffel im angebrochenen Sekt, der das Getränk über längere Zeit davor bewahren soll, schal zu werden, ist eben nur ein Märchen. Viele Experten weltweit haben in Experimenten nachweisen können, dass an diesem Mythos nichts dran ist. Was hilft: ein Sektverschluss, der die Kohlensäure im Getränk hält.

Angebrochenen Sekt wieder frisch machen – mit einem genialen Trick

Ist der Sekt im Kühlschrank dann doch schal geworden, lässt er sich mit einem Trick wieder auffrischen. Alles was man dazu braucht: eine Rosine. Sekt einschenken, eine Rosine dazugeben und beobachten, wie der Sekt wieder zu perlen beginnt.

Das liegt an dem Zucker in der Rosine, wie die Zeitschrift Freundin berichtet. Demnach reagiert der in der Rosine enthaltene Zucker mit den Heferesten im Sekt und neue Kohlensäurebläschen entstehen. Das würde theoretisch auch mit Haushaltszucker funktionieren, verfälscht aber natürlich den Geschmack der Prickebrause.

Sekt: So lange ist die Prickebrause haltbar – nicht zu lange warten

Verbleiben nach der Silvestersause sogar noch komplett geschlossene Sektflaschen im Kühlschrank, ist zwar keine Eile geboten, aber Verbraucher sollten auch nicht allzu lange damit warten, den Sekt zu leeren. Denn anders als Wein werden Sekt und Champagner mit den Jahren nicht besser.

Die mit Sekt gefüllten Flaschen verlassen die Kellerei trinkfertig. Sekt, der ein paar Euro mehr gekostet hat, hält sich ein bis zwei Jahre, günstiger Sekt hingegen sollte nach einigen Monaten getrunken werden – sonst verliert er an Geschmack. Solange der Sekt nicht getrunken wird, sollte er kühl und dunkel lagern.