EU erhöht Druck

Sicherheitslücke wegen Android-Update droht: Iphone-Nutzer sollten aufpassen

Iphones von Apple sollen mehr wie Android-Smartphones werden. Weil die EU Druck macht, muss Apple an einem Update für alternative App-Stores arbeiten.

Dortmund – Mit Händen und Füßen hat sich Apple die vergangenen Jahre dagegen gewehrt, doch nun muss sich der US-Konzern zumindest in der EU beugen. Die Rede ist von der Öffnung alternativer App-Stores für Iphone- und Ipad-User. Für Apple bedeutet das viel Arbeit und in Zukunft womöglich weniger Einnahmen. Für Nutzer hingegen kann das ein Sicherheitsrisiko bedeuten.

Iphones werden mehr wie Android-Smartphones: Alternative App-Store kommen

Bei Android ist es Standard, bei Apple gilt es als Sicherheitsrisiko: Apps aus alternativen App-Stores oder direkt aus dem Browser (Sideloading) herunterzuladen. Apple hat von jeher seine Iphone- und Ipad-Nutzer dazu gezwungen, den hauseigenen App-Store zu nutzen (mehr digitale News bei RUHR24).

Doch ein neues EU-Gesetz zwingt den Apfel-Konzern jetzt dazu, die Geräte auch für andere App-Stores zu öffnen. Vermutlich mit dem neuen Softwareupdate IOS 17 im Herbst wird es dann möglich sein, Apps aus App-Stores anderer Anbieter und aus dem Internet herunterzuladen, will das Wirtschaftsportal Bloomberg erfahren haben.

Neue App-Stores für Apple Iphones und Ipads per Gesetz – Aus für digitale Torwächter

Das EU-Gesetz über digitale Märkte will den Wettbewerb öffnen und „digitale Torwächter“ regulieren. Digitale Torwächter sind Unternehmen oder Online-Plattformen, die als Zugangstor für gewerbliche Nutzer zum Verbraucher agieren. Im Fall von Apple: App-Hersteller können ihre Apps lediglich über den App-Store auf Iphones und Ipads anbieten – einen anderen Weg gibt es nicht.

Darüber beschweren sich Entwickler bereits seit Jahren. Denn: Apple verlangt im hauseigenen Store eine Kommission in Höhe von 30 Prozent auf kostenpflichtige Apps. Nun muss Apple sich beugen.

Android häufig durch verseuchte Apps gefährdet – das könnte auch Apple drohen

Ähnlich wie bei Android wird es künftig möglich sein, Apps fürs Iphone oder Ipad auch aus anderen App-Stores oder aus dem Internet herunterzuladen. Apple sah hier schon immer ein gefährliches Einfallstor für Schadsoftware.

Und tatsächlich: Immer wieder wird vor Android-Apps gewarnt, die erheblichen Schaden anrichten können. Die Anwendungen können gefährliche Trojaner ins Smartphone einschleusen, Daten klauen oder sogar die Kontrolle übernehmen. Solche Horror-Meldungen sind bei Apple bisher eher eine Seltenheit.

Denn die Programme werden im Apple App-Store eingehend durch den Konzern geprüft. So sollen nur saubere Apps im Angebot sein. Im Interview mit Brut Media erklärte Apple-Chef Tim Cook 2021, dass Android 47 Mal mehr Malware habe als IOS. Sideloading würde „die Sicherheit des iPhones und eine Menge der Datenschutzinitiativen zerstören“.

Apple muss sich der EU beugen – das könnte zum Sicherheitsrisiko werden.

Apple arbeitet an App-Store-Öffnung für Iphones und Ipads – und an neuen Sicherheitsmaßnahmen

Als Kompromiss erwägt Apple laut Futurezone, dass auch die Apps außerhalb des App-Stores verifiziert werden sollen. So sollen User weiterhin geschützt sein. Und Apple sichert sich möglicherweise eine Einnahmequelle.

Apple könnte eine Sicherheitsprüfung der Anwendungen voraussetzen – und dafür zudem Geld verlangen, vermutet Bloomberg. Doch ob Apple auf diese Einnahmequelle angewiesen ist, ist fraglich.

Auswirkungen auf Apple laut Experten minimal: Verbraucher seien Gewohnheitstiere

Denn damit für Apple überhaupt Einnahmen aus dem App-Store wegbrechen, müssten andere App-Store-Anbieter erst einmal lukrative Angebote machen. Apps günstiger anbieten oder eben welche bereitstellen, die es im App-Store von Apple nicht gibt. Doch das Geschäft muss sich auch für die Entwickler lohnen, daher sei es laut Spiegel kaum absehbar, wie stark die Konkurrenzangebote letztendlich werden.

Dem Magazin gegenüber vermutete der Aktienanalyst Angelo Zino, dass nur ein kleiner Teil von Apples Umsatz von der Neuregelung betroffen sei, die Auswirkungen werden ihm zufolge minimal sein. Die meisten Verbraucher seien „Gewohnheitstiere“ und zudem zufrieden mit dem App-Store von Apple.

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