Bild: Britta Pedersen/dpa

Beim Messengerdienst WhatsApp wurde eine Sicherheitslücke entdeckt. Um ihr Gerät zu schützen, rät Facebook seinen Nutzern dringend zu einem Update.

Experten entdeckten die Sicherheitslücke in der Anruf-Funktion von WhatsApp. Über einen präparierten Anruf nutzten Angreifer das Leck aus, durch das sich eine Überwachungs-Software („Spyware) auf Smartphones installieren ließ. Dazu mussten Nutzer den Anruf nicht einmal entgegen nehmen, berichtet Heise online.

WhatsApp kann Sicherheitslücke schließen

Der Chatdienst habe die Sicherheitslücke mittlerweile wieder geschlossen, rät seinen Nutzern aber dringend, ein WhatsApp-Update herunterzuladen.

Hinter der Angriffs-Technologie werde die israelische Firma NSO vermutet. Der Konzern verkauft Spionage-Werkzeuge an Regierungen, berichteten unter anderem die Financial Times und das Blog TechCrunch. WhatsApp geht davon aus, dass lediglich einige ausgewählte Nutzer Ziel der Angriffe geworden sein dürften.

So war wohl ein Menschenrechts-Anwalt in Großbritannien am Wochenende Ziel einer versuchten Cyber-Attacke über die Schwachstelle geworden, wie die Financial Times berichtete. Der Angriff sei durch die von WhatsApp zu dem Zeitpunkt bereits unternommenen Gegenmaßnahmen aber gescheitert, hieß es.

Keine Chance für „gewöhnliche“ Internet-Kriminelle

Dass „gewöhnliche“ Internet-Kriminelle die Sicherheitslücke ausnutzen konnten, um WhatsApp-Nutzer auszuspionieren, ist eher unwahrscheinlich.

Von dem Leck betroffen waren Smartphones mit dem Google-System Android, das iPhone von Apple sowie Telefone mit Microsofts Windows Phone und Samsungs Tizen. WhatsApp schaltete auch US-Regierungsbehörden für Ermittlungen ein, um das Problem schnellstmöglich zu lösen.

Das bekannteste Produkt der Firma NSO ist eine Software mit dem Namen Pegasus, das nach bisherigen Informationen Mikrofon und Kamera eines Telefons aktivieren, Standort-Daten sammeln sowie E-Mails und Kurzmitteilungen durchsuchen kann.

NSO betonte in einer Stellungnahme an die Financial Times, das Unternehmen setze seine Werkzeuge nicht selbst ein, das würden nur Geheimdienste und Sicherheitsbehörden machen. Die Firma prüfe den aktuellen Sachverhalt. Mit dpa-Material