Schützen nicht vor Sonne

Selbstbräuner richtig nutzen: Diese Fehler sollte man dringend vermeiden

Selbstbräuner zaubern im Handumdrehen eine schöne Sommerbräune – doch Vorsicht!
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Selbstbräuner zaubern im Handumdrehen eine schöne Sommerbräune – doch Vorsicht!

Der Sommer zeigt sich von seiner grauen Seite. Dieses Jahr kommt die Sommerbräune vornehmlich aus der Tube. Doch Verbraucher sollten bei Selbstbräunern aufpassen.

Dortmund – Der Sommer in Deutschland lässt aktuell zu wünschen übrig. Mieses Wetter, Regen und ein Gewitter jagt das nächste – die Aussichten für den restlichen Sommer sind bescheiden. Wer aber zumindest nach Sommer und Sonnenschein aussehen möchte, kann zur Tube greifen. Doch bei Selbstbräunern sollten Verbraucher aufpassen – es gibt einiges zu beachten.

Kosmetisches ProduktSelbstbräuner
WirkungHautbräunung ohne Sonneneinstrahlung
ArtenCreme, Spray, Feuchttücher

Selbstbräuner: Gebräunte Haut ohne Sonne und UV-Schäden

Selbstbräuner versprechen gebräunte Haut, ohne sich den gefährlichen UV-Strahlen der Sonne aussetzen zu müssen – oder eben wie aktuell ganz ohne Sonne. Das Versprechen der gebräunten Haut gibt es in unterschiedlichen Formen: als Spray, als Creme oder als Feuchttücher.

Aber wie funktionieren Selbstbräuner? In den Cremes, Sprays und Tüchern wird der Inhaltsstoff Dihydroxyaceton (DHA) verwendet. Der reagiert mit freien Aminosäuren und Eiweißen in der obersten Haut­schicht und färbt sie bräunlich ein. Bei DHA handelt es sich um ein einfaches Zuckermolekül, das auch im natürlichen Stoffwechsel des menschlichen Körpers vorkommt.

Selbstbräuner eigentlich gut verträglich – doch Verbraucher sollten aufpassen

Allergien auf diesen Wirkstoff sind laut Apotheken Umschau nicht bekannt. „Sogar Personen, die wegen Rötungen im Gesicht oder Rosacea die Sonne meiden sollten, können sich mit Selbstbräunern Farbe ins Gesicht mogeln“, erklärt die Berliner Apothekerin Juliane Protz gegenüber der Zeitschrift.

Dennoch ist Vorsicht geboten. Schon in den vergangenen Jahren hat Öko-Test immer wieder einige Selbstbräuner furios durchfallen lassen und kritisiert den Einsatz von DHA. Der Grund: DHA ist laut Öko-Test recht instabil und zerfällt mit der Zeit. Dabei kann unter Einwirkung von Wärme nach und nach Formaldehyd freigesetzt werden. Dieser Stoff gilt als hautreizend und über die Atemluft sogar als krebsverdächtig.

Selbstbräuner unbedingt rechtzeitig verwenden – ansonsten wegschmeißen

Daher sind Verbraucher unbedingt dazu angehalten, Selbstbräuner richtig zu lagern. Stiftung Warentest rät dazu, die Produkte dunkel, trocken und kühl zu lagern. Selbstbräuner sollten schnell aufgebraucht werden und nach Ablauf das Mindesthaltbarkeitsdatum entsorgt werden. Auch bei unangenehmen Gerüchen sollte die Tubenbräune in der Tonne landen.

Doch möglicherweise freigesetztes Formaldehyd ist nicht das einzige Risiko bei Selbstbräunern. Gebräunte Haut vermittelt vielen Verbrauchern trügerische Sicherheit. Denn viele Menschen denken, gebräunte Haut ist weniger anfällig für die UV-Strahlen der Sonne und somit weniger anfällig für Sonnenbrand und Hautkrebs. Fehlanzeige!

Ganz wichtig: Selbstbräuner schützen nicht vor Sonnenbrand. Zusätzlicher Schutz ist unbedingt nötig.

Selbstbräuner schützt nicht vor UV-Strahlen – Haut unbedingt zusätzlich mit Sonnencreme schützen

Ist die Haut durch die Sonne gebräunt, zeige das lediglich an, dass die Haut geschädigt worden sei, wie Oberärztin Jessica Hassel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen in Heidelberg gegenüber der Welt erklärt. Gebräunte Haut lässt den eigenen Lichtschutzfaktor maximal um den Faktor drei bis vier steigern. Aber wer würde schon eine Sonnencreme mit LSF vier nutzen?

Auch wenn die Haut durch einen Selbstbräuner getönt wird, ist die Haut unter der vermeintlichen Sommerbräune immer noch blass und empfindlich. Selbstbräuner schützen nicht vor UV-Strahlung und somit nicht vor Sonnenbrand. Daher ist es wichtig die Haut vor der Sonne zu schützen, sich vorwiegend im Schatten aufzuhalten und zusätzlich Sonnencreme zu verwenden.

Dabei sollte es sich nicht um alte Produkte aus dem Vorjahr handeln. Abgelaufene Sonnencreme kann zu echten Gefahr werden. Konkret geht es um Produkte mit dem chemischen UV-Filter Octocrylen. Dieser hat sich in Versuchen in das Molekül Benzophenon verwandelt, das als krebserregend und Erbgut schädigend gilt.

Video: Mythen über Sonnencreme

Selbstbräuner auftragen – fiese Flecken mit Zitronensaft behandeln

Verbraucher, die sich der Risiken bewusst sind und bei dem aktuell schwachem Sommer nicht auf gebräunte Haut verzichten wollen, sollten beim Auftragen der Produkte ein paar Punkte beachten:

  • Vorbereitung: Vor der Anwendung von Selbstbräunern sollte die Haut gereinigt und gepeelt werden. So werden Reste von Hautschuppen entfernt und das Risiko einer fleckigen Bräune wird minimiert.
  • Eincremen: Jetzt heißt es Konzentration. Wer den Selbstbräuner nicht ordentlich verteilt, riskiert fiese Flecken auf der Haut. Besser sparsam eincremen, die Übergänge von Gesicht zu Hals nicht vergessen und Augenbrauen und Haaransatz aussparen.
  • Danach: Eine Anwendung mit dem Selbstbräuner braucht Zeit. Das Produkt sollte vollständig in die Haut eingezogen sein, bevor man sich wieder anzieht. Außerdem benötigt die Reaktion auf der Haut eine gewisse Zeit. Daher rät Stiftung Warentest dazu, in den folgenden Stunden auf schweißtreibende Aktivitäten oder Duschen zu verzichten.

Ist das Ergebnis dennoch fleckig geworden, können Verbraucher versuchen, den Schaden zu regulieren, indem sie ein Peeling verwenden. Die Haut vorher in einem Bad etwas aufzuweichen, kann auch helfen. Laut Stiftung Warentest kann sogar Zitronensaft helfen. Entweder direkt auf die Haut oder mit einem Waschlappen auftragen und anschließend wieder abwaschen.