Untersuchung von Handreinigern

Öko-Test: Seife - schlechtes Urteil für bekannte Marken

Kinder waschen sich die Hände mit Seife.
+
Öko-Test hat Flüssigseifen untersucht – und ist zu überraschenden Ergebnissen gekommen.

Öko-Test hat Flüssigseife unter die Lupe genommen. Das erschreckende Ergebnis: Beliebte Marken enthalten zum Teil gesundheitsgefährdende Stoffe.

Deutschland – Hände waschen ist in der Corona-Pandemie (alle Entwicklungen zum Coronavirus in NRW im Live-Ticker auf RUHR24.de) das A und 0. Doch bei der Auswahl der Seife sollte man nicht einfach zu irgendeinem gewöhnlichen Produkt greifen – besonders nach den Ergebnissen einer neuen Untersuchung von Öko-Test. Denn in einigen Flüssigseifen fanden die Experten schädliche Konservierungs- und Duftstoffe. Besonders fatal: Ein Duftstoff soll sogar die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

VerbrauchermagazinÖko-Test
Verkaufte Auflage112.433 Exemplare
VerlagÖKO-TEST AG (Deutschland)
ChefredakteurHans Oppermann
BeschreibungVerbrauchermagazin
ISSN0948-2644

Öko-Test untersucht Flüssigseifen – beliebte Marken bekommen die Note „ungenügend“

Insgesamt 55 Seifen hat das Verbrauchermagazin Öko-Test (Ausgabe 01/2021) unter die Lupe genommen – mit teilweise erschreckenden Ergebnissen, besonders im Zuge der derzeitigen Pandemie.

„Hände waschen von morgens bis abends – das gehört vor allem jetzt während der Corona-Pandemie zum Alltag. Da stellt sich die Frage: Ist die eine Seife besser als die andere, um damit x-mal am Tag die Hände einzuschäumen?“, schreibt das Verbrauchermagazin auf seiner Homepage. Vor kurzem untersuchte Öko-Test auch Bade-Zusätze.

Offenbar lautet die Antwort: Ja! Das Ergebnis der Experten ist überraschend. Nur 19 der 55 getesteten Seifen haben offenbar die Bestnote bekommen – unter anderem Seifen der Naturkosmetik-Eigenmarken von dm und Rossmann. Sieben Flüssigseifen sind hingegen mit den Noten „mangelhaft“ und „ungenügend“ durchgefallen. Und der Rest? Der schneide laut des Berichts von Öko-Test entweder „gut“ oder mittelmäßig ab.

Öko-Test: Einige Seifen enthalten gefährliche Konservierungsmittel

Was aber ist das Problem bei den Seifen, die nicht gut im Test abgeschnitten haben? „Unter den Problemstoffen, die wir gefunden haben, befindet sich der Konservierungsstoff Chlormethylisothiazolinon (CIT). Dieser gehört zu den halogenorganischen Verbindungen und gilt als starkes Allergen“, heißt es vonseiten der Verbraucher-Experten.

Das Konservierungsmittel dürfe in Kosmetika, die auf der Haut verbleibt und nicht wieder abgewaschen wird, eigentlich gar nicht mehr eingesetzt werden. Und selbst in Produkten, die zum Abspülen gedacht sind, sei die Menge gesetzlich stark reglementiert.

„Wir finden: CIT hat auch in Flüssigseifen nichts zu suchen“, heißt es jedoch vonseiten des Verbrauchermagazins. Besonders bitter: Auch Seifen, die ein besonders „reinliches“ Image haben, enthalten diesen Stoff. So ist er unter anderem in „Sagrotan Flüssige Handseife Aloe Vera“ enthalten, die deshalb das Urteil „ungenügend“ erhalten hat. Alle Seifen-Marken und deren Bewertungen gibt es bei Öko-Test (Bezahlartikel).

Öko-Test checkt Handseifen – Seifen mit gesundheitsgefährdenden Duftstoffen entdeckt

Auch bedenkliche Duftstoffe sind im Test ein Grund für erhebliche Notenabzüge gewesen. Zwei Seifen hätten sogar den synthetisch hergestellten Moschusduft Galaxolid enthalten, der sich im Gewebe von Menschen anreichert und zudem das Grundwasser gefährden kann.

Fünf weitere Seifen seien mit dem Duftstoff Lilial angereichert gewesen, welchen die EU im Mai 2020 offiziell als Gefahrstoff eingestuft hätte. Der Duftstoff sei so problematisch, da er die Fruchtbarkeit beeinträchtigen soll und im Verdacht stehe, die ungeborenen Kinder von Schwangeren zu schädigen.

Spätestens 2022 soll der Duft in Kosmetika deshalb komplett verboten werden. Enthalten ist er derzeit unter anderem in der „Pflegenden Hand-Waschlotion“ von Dove.

Antibakterielle Seifen besser gegen Coronaviren? Öko-Test deckt Marketing-Lüge auf

Doch damit nicht genug: Öko-Test bemängelt außerdem insbesondere die Seifen, die nicht nur Schmutz von den Händen entfernen, sondern auch noch mit einer antibakteriellen Wirkung werben. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie werden diese aufgrund ihrer vermeintlichen Schutzwirkung heiß gehandelt.

Video: Seife oder Desinfiziergel: Was ist besser?

Dahinter soll jedoch lediglich eine Marketing-Masche stecken. Denn: „Antibakterielle Seifen wirken im Alltag im Allgemeinen nicht besser gegen Keime als herkömmliche Seifen“, heißt es bei Öko-Test. Vielmehr stünden viele angeblich antibakteriell wirkende Substanzen wegen ihrer Risiken und fehlender Studien in der Kritik.

Normale Hygienemaßnahmen, wie häufiges Händewaschen, würden im Alltag bereits ausreichend vor Schmierinfektionen und auch vor Coronaviren schützen, schreibt Öko-Test. Wichtig sei dabei die Hände am besten 20 bis 30 Sekunden einzuschäumen und dann mit kalten Wasser abzuwaschen. Das kalte Wasser soll den Schmutz in Verbindung mit den Seifentensiden besser lösen, als warmes Wasser.

Mehr zum Thema