Keine Kennzeichnung

Vorsicht, Lebensmittel-Falle: Unscheinbare Produkte können Schwein enthalten

Wer sich vegan ernährt oder darauf achtet, tierische Produkte zu meiden, hat es nicht immer leicht. Noch weniger bei Lebensmittel-Fallen wie versteckten Schweineborsten.

Deutschland – In den Regalen in den Supermärkten stehen immer mehr vegetarische und vegane Alternativen zu tierischen Produkten. Aber aufgepasst! Denn offenbar enthalten auch Lebensmittel, die als vegetarisch gelten, Schweineborsten.

Lebensmittel-Falle: Versteckte Schweineborsten in Fertigwaren – insbesondere im Brot und Backwaren

Schon lange ist bekannt, dass in unterschiedlichen Kosmetik- und Hygieneprodukten Schweineborsten verwendet werden. Dazu zählen etwa Rasierpinsel, Haarbürsten, Make-up-Pinsel. Sogar Zahnbürsten können das tierische Produkt enthalten. Die Naturborsten werden als natürlich beworben und sind tatsächlich biologisch komplett abbaubar. So sind sie etwa Bestandteil von nachhaltigen Bambuszahnbürsten.

Die Borsten kommen dabei meist von geschlachteten Schweinen. So weit, so gut. Das ist längst kein Geheimnis mehr. Was dennoch einige Verbraucher jetzt schockieren dürfte – insbesondere diejenigen, die auf eine Ernährung ohne tierische Produkte achten, ist eine weitere Nutzung des tierischen Produkts.

Versteckte Schweineborsten: Tückische Lebensmittel-Falle bedarf keiner Kennzeichnungspflicht

Denn die Schweineborsten können auch in Fertigprodukten sein. Die Krux: Auf den Lebensmitteln muss nicht gekennzeichnet werden, dass sie Schweineborsten benutzen. Der Grund: Sie werden nicht als Zutat verwendet, sondern als „technische Hilfsstoffe“. Das bietet den Lebensmittelherstellern Spielraum.

Denn als Zutat wären die Borsten in Deutschland unzulässig. Als Ausgangsstoff für die Herstellung der Aminosäure L-Cystein jedoch dürfen sie verwendet werden. Diese wiederum hat Auswirkung auf die Konsistenz etwa von Brot-Teig.

In einigen Lebensmitteln stecken Schweineborsten – und das obwohl sie als vegetarisch gelten.

Versteckte Schweineborsten für vegane Ernährung eine echte Lebensmittel-Falle

Doch wenn die Verwendung von Schweineborsten nicht gekennzeichnet werden muss, woran soll man sie dann erkennen? Zum einen verrät das Portal Utopia, dass L-Cystein auf der Zutatenlisten teilweise als E920 aufgeführt werde.

Jedoch ist der Vermerk kein eindeutiges Indiz für das tierische Produkt. Die Aminosäure kann auch auf andere Weise erhalten werden. Auch kann sie synthetisch im Labor hergestellt werden.

Versteckte Schweineborsten: Tipps um Lebensmittel-Falle zu erkennen

Vor allem in Großbäckereien kommen die Borsten zum Einsatz. So sind insbesondere Backwaren, Kuchen und Kekse betroffen. Wer auf Nummer sich gehen will, kann folgende Tipps beachten (mehr Lifehacks bei RUHR24):

  • Das V-Siegel kennzeichnet vegane und vegetarische Produkte und kann Orientierung liefern. Wurde die Aminosäure jedoch in keinem Produktionsschritt erwähnt, kann sie kaum nachgewiesen werden.
  • Fertigbackwaren sollten gemieden werden.
  • Darüber hinaus bietet sich in an, bei Naturbäckereien einzukaufen.

Schweineborsten zum Frühstücksbrot, kein erfreulicher Gedanke. Schon gar nicht, wenn man tierische Produkte im Essen meidet. Die Lebensmittelfalle ist besonders tückisch, da keine Kennzeichnungspflicht herrscht. Doch mit diesen Tipps sind immerhin die Augen geöffnet.

Rubriklistenbild: © Scott Olson/AFP

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