Verkehrsregel für PKW-Fahrer

ADAC klärt Autofahrer auf: Wie schnell ist eigentlich Schrittgeschwindigkeit?

Schrittgeschwindigkeit – wie schnell ist das eigentlich? Der ADAC verrät ein paar knifflige Details und lässt manch einen Autofahrer irritiert zurück.

Dortmund – Wie schnell ist eigentlich Schrittgeschwindigkeit? Wie viel km/h entspricht dieser Verkehrsregel? Der ADAC verrät auf seiner Webseite ein paar wichtige Infos dazu. Eins vorab: Die Regel „Schrittgeschwindigkeit“ steht nicht in der Straßenverkehrsordnung.

VereinADAC
SitzMünchen
Gründung24. Mai 1904 in Stuttgart

ADAC: Was bedeutet Schrittgeschwindigkeit? Dazu gibt es einige knifflige Details

Das Überraschende: Einen festen Wert, wie schnell Schrittgeschwindigkeit genau ist, gibt es laut ADAC nicht. Über die Höhe werde regelmäßig vor Gericht gestritten, heißt es. Diese gehen meist von einer Geschwindigkeit zwischen 5 und 15 km/h aus.

Ein Beispiel aus dem Gericht: Ein Autofahrer wird mit 38 Kilometer pro Stunde in einem verkehrsberuhigten Bereich geblitzt. Dort gilt Schrittgeschwindigkeit. Ein Amtsgericht verurteilt den Mann zu einer 160 Euro-Geldstrafe und zu einem einmonatigem Fahrverbot. Das Gericht ging laut ADAC davon aus, dass in dem Bereich eine Maximalgeschwindigkeit von 7 km/h zulässig ist.

Schrittgeschwindigkeit? ADAC klärt über Verkehrsregel auf

Mit 31 km/h zu viel auf dem Tacho ließ der Bußgeldkatalog kein anderes Urteil zu. Seit dem 1. Januar gelten nämlich höhere Strafen fürs Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit. Das Oberlandesgericht in Hamm revidierte jedoch die Entscheidung des Amtsgerichts.

Der Grund: Es gibt keine geregelte Geschwindigkeit in einem verkehrsberuhigten Bereich. Zudem gebe es unterschiedliche Werte, wenn von Schrittgeschwindigkeit ausgegangen wird – teilweise von 7, teilweise von 10 km/h.

Schrittgeschwindigkeit: Gerichte urteilen unterschiedlich – Autofahrer müssen zahlen

Da es keine klare Grenzen gibt, so der ADAC, müsse zugunsten des betroffenen Autofahrers entschieden und somit vom höheren Wert ausgegangen werden. Damit verringere sich auch die Geldstrafe und das Fahrverbot falle für den anfangs erwähnten Autofahrer weg.

Ein ähnliches Urteil hat das Oberlandesgericht Naumburg (Sachsen-Anhalt) gefällt. Laut der Ausgburger Allgemeinen Zeitung heißt es, dass das Gericht davon ausgeht, dass schnelleres Fahren als 10 km/h, nicht mehr im Gehtempo zu bewältigen ist. Ein Gericht hatte vorher eine Schrittgeschwindigkeit von 15 km/h zugrunde gelegt. Das Oberlandesgericht Naumburg hob dieses Urteil wieder auf.

Der ADAC nennt Details zur Schrittgeschwindigkeit.

Schrittgeschwindigkeit: Wo darf ich nur Schritttempo fahren?

Fest steht: Schrittgeschwindigkeit bewegt sich eher im unteren Tachobereich. Wo genau müssen Autofahrer Schritttempo fahren? Der ADAC fasst zusammen:

  • Hält ein Schul- oder Linienbus mit Warnblinkanlage an einer Haltestelle, darf man nur im Schritttempo daran vorbeifahren – auch der Gegenverkehr.
  • In verkehrsberuhigten Bereich, häufig als Spielstraße bezeichnet.
  • Alle Fahrzeuge, die mehr als 3,5 Tonnen wiegen, rechts abbiegen wollen und wo mit Fußgänger- oder Fahrradverkehr zu rechnen ist.

ADAC stellt seinen Facebook-Fans die Schrittgeschwindigkeit-Frage

Der ADAC hat auch seinen Facebook-Fans die Frage nach der richtigen Schrittgeschwindigkeit gestellt. Die Antworten unter dem Facebook-Post fielen sehr unterschiedlich aus. Die meisten antworteten mit einer Fahrschulregel, dass die Schrittgeschwindigkeit 4 bis 7 km/h betrage. Andere schreiben aber auch von 3 oder 10 km/h.

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