Untersuchung von Stiftung Warentest

Schokolade im Test: Überraschende Ergebnisse bei teuren Marken

Stiftung Warentest hat verschiedene Schokoladen-Produkte untersucht.
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Stiftung Warentest hat verschiedene Schokoladen-Produkte untersucht.

Dunkle Schokolade ist weniger süß und enthält viel Kakao. Im Test zeigen verschiedene Produkte, was sie geschmacklich können.

Dortmund - Das Sortiment an verschiedenen Schokoladen in den Supermärkten ist riesig. Da hat der Kunde schon mal die Qual der Wahl. Gut ist es dann nicht nur zu wissen, welche Schokolade gut schmeckt, sondern auch, welche Produkte frei von Schadstoffen sind.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964
Hauptsitz Berlin

Schokolade im Test: Stiftung Warentest untersucht 24 Produkte

Zu diesem Zweck hat Stiftung Warentest jetzt („test“ Ausgabe 12/2020, Bezahlinhalt) verschiedene dunkle Schokoladen unter die Lupe genommen. Bei den insgesamt 24 Produkten kam es den Testern auf Geschmack, Textur und die Inhaltsstoffe an.

Und das Ergebnis der Experten von Stiftung Warentest kann sich durchaus sehen lassen. Von den getesteten Zartbitterschokoladen erhielten 13 die Note „gut“, neun wurden mit „befriedigend“ beurteilt und zwei weitere schafften ein „ausreichend“.

Schokolade im Test: Teure Produkte müssen nicht besser sein als günstige Varianten

Außerdem lässt sich festhalten, dass bei der Auswertung nicht unbedingt die teureren Produkte besser abgeschnitten haben als die günstige Schokolade. Im Gegenteil: Günstige Schokoladen konnten die Tester zum Teil mehr überzeugen.

Testsieger wurde die Schokolade „Edle Bitter“ von Hachez („gut“). Mit 1,99 Euro pro 100 Gramm war dieses Produkt zwar nicht das Günstigste im Test, es konnte die Experten aber vor allem im Geschmack und der Textur überzeugen. Laut Stiftung Warentest habe die Zartbitterschokolade eine „komplexe, sehr starke und aromatische Kakaonote“.

Günstige Schokolade überzeugt bei Stiftung Warentest: Aldi-Produkt belegt Platz drei

Auf dem zweiten Platz landete „Excellence Edelbitter mild“ von Lindt für 2,29 Euro („gut“). Ihr folgt dann bereits ein sehr günstiges Produkt, das die Tester trotz des vermeintlichen Billig-Preises überzeugen konnte.

Die dunkle Schokolade „Moser Roth Edel Bitter“ von Aldi belegt für gerade einmal 0,84 Euro den dritten Platz. Sie hat von Stiftung Warentest ebenso wie die Tafeln von Hachez und Lindt ein „sehr gut“ im geschmacklichen Urteil bekommen. Zusätzlich punktet sie mit einem Fair-Trade-Siegel, das den beiden anderen Gewinner-Produkten fehlt.

Vanille in der Schokolade? Experten stellen Mängel bei einigen Produkten fest

Andere Produkte konnten im Test nicht halten, was sie versprechen. Von 13 Produkten, bei denen die Hersteller Vanille in der Zutatenliste angaben, waren die Schokoladen von Hachez und Lindt die einzigen, bei denen die Tester den Inhaltsstoff auch tatsächlich nachweisen konnten.

Bei den anderen Schokotafeln war das den Angaben von Stiftung Warentest zufolge selbst mit genausten Analysemethoden nicht möglich.

Schokolade bei Stiftung Warentest: Experten entdecken Schadstoffe

Und auch Schadstoffe mussten die Experten in einigen der dunklen Schokoladen feststellen. So waren gleich vier Zartbitterschokoladen mit aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) verunreinigt. Diese Schadstoffe gelten beim Menschen als krebserregend.

Video: Billig gegen teuer, welche Schokolade ist am besten?

Besonders die „Chocolate made in Africa Zartbitter“ von Fairafric („ausreichend“) wies laut Stiftung Warentest MOAH in einer Menge auf, „die den Orientierungswert knapp überschreitet.“ Akut schädlich seien die Mineralölrückstände laut den Testern zwar nicht, trotzdem raten sie vom täglichen Verzehr der Schokolade ab.

Schokolade im Test: Ist Zartbitterschokolade gegenüber der Vollmilch-Variante im Vorteil?

Und wie ist es generell mit dem Verzehr von dunkler Schokolade? Unter den getesteten Schokoladen befanden sich Produkte mit einem Kakaogehalt zwischen 60 und 75 Prozent. Zartbitterschokolade soll laut den Experten generell ein paar Vorteile gegenüber Vollmilchschokolade haben.

Dunkle Schokolade lässt den Blutzuckerspiegel beim Menschen langsamer steigen und sie stillt den Appetit schneller. Vor allem aber enthält sie weniger Zucker. Das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte ist dadurch geringer.