Eigentor für Gärtner

Schnecken im Garten bekämpfen? Vorsicht – manche Arten sind nützlich und geschützt

Wer einen Garten hat, hat sich wahrscheinlich auch schon über Schnecken geärgert. Aber einige sind sogar sehr nützlich und andere darf man gar nicht bekämpfen.

Dortmund – Ob Schnecken ekelig oder doch ganz putzig sind, darüber lässt sich streiten. Die Weichtiere gelten als besonders schädlich für Gemüse im Garten und Zierpflanzen. Hobby-Gärtner sollten aber nicht alle Schnecken vertreiben.

TiereSchnecken
Wissenschaftlicher NameGastropoda
StammWeichtiere (Mollusca)

Garten voller Schnecken: Nicht alle Sorten sind schädlich für Pflanzen

Wer sich an den Schnecken stört, sollte auf keinen Fall zu Gift greifen, teilt der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) mit. Es gibt viele Hausmittel, um Schnecken zu bekämpfen, allerdings sind auch nicht alle erlaubt. Bewährt haben sich aber beispielsweise schon einfache Schneckenzäune, die in Gartenmärkten erhältlich sind.

Außerdem richten nicht alle Schnecken Schaden an Gemüse- oder Blumenbeeten an. Schnecken mit Haus, auch Gehäuseschnecken genannt, sind laut Nabu unbedenklich. Sie essen nur totes Pflanzenmaterial und können so sogar nützlich für Hobby-Gärtner sein. Auch die berühmten Weinbergschnecken sollte man aus zwei Gründen in Ruhe lassen: Sie sind gesetzlich geschützt und fressen die Eigelege von Nacktschnecken auf.

Und genau die sind laut Nabu oft die Übeltäter, denn Pflanzenblätter löchrig sind und das Gemüse angefressen ist. In Gärten kommen häufig die nackten Arten spanische Wegschnecke, oder die Gartenweg- und Ackerschnecke vor.

Schnecken bekämpfen: Andere Tiere sind natürliche Mittel im eigenen Garten

Auch andere Tiere im Garten essen gerne Schnecken. Wer einen Igel, Erdkröten oder Blindschleichen auf dem Grundstück entdeckt, kann diese weiterziehen lassen. Sie gehen ebenfalls gegen meist unerwünschte Nacktschnecken vor.

Allerdings gibt es auch Arten der Nacktschnecke, die man besser nicht bekämpfen sollte. Hobbygärtner könnten sich mit der Ausrottung sogar ein richtiges Eigentor schießen: Schnecken sind nämlich für den Gartenlebensraum wichtig, besonders bei naturbelassenen Gärten mit Wildblumenwiesen und Rückzugsorten für Tiere. Sie beseitigen nicht nur verwesende Pflanzen, sondern auch tote Tiere und fördern allgemein die Humusbildung (mehr Lifehacks bei RUHR24 lesen).

Garten: Welche Schnecken-Arten man besser nicht bekämpfen sollte

Bestimmte Sorten von Nacktschnecken darf man gar nicht bekämpfen: Die sogenannten Schnegel, die laut Nabu unter Artenschutz stehen. Aber woran erkennt man diese Schnecke?

Schnegel besitzen im Gegensatz zu Schnecken immer einen sogenannten Rückenkiel. Das ist eine deutliche Kante, die entlang des Rückens von der Schwanzspitze des Fußes bis etwa in die Mitte des Rückens verläuft. Außerdem sitzen Schnegel meistens auf Pilzen, Flechten, Algen oder Holz und fressen davon. Auch sie essen Wegschnecken und deren Eier.

In Deutschland wurden bisher mindestens zehn Arten des Schnegels nachgewiesen, ein paar von ihnen stehen sogar auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten Deutschlands. Der östliche Schnegel (Lehmannia nyctelia) gitl hierzulande sogar als ausgestorben oder verschollen. Wenn das nächste Mal Schnecken im Garten bekämpft werden sollen, lohnt sich also ein genauer Blick.

Rubriklistenbild: © Thomas Kottal/picture alliance

Mehr zum Thema