Mythen über ein besonderes Jahr

Mythen rund ums Schaltjahr: Bringt uns 2020 besonders viele Katastrophen?

Alle vier Jahre haben wir einen Tag mehr im Kalender - so auch im Schaltjahr 2020.
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Alle vier Jahre haben wir einen Tag mehr im Kalender - so auch im Schaltjahr 2020.

2020 ist ein Schaltjahr. Durch den 29. Februar gibt es einen Tag mehr. Um dieses besondere Jahr ranken sich einige Mythen - aber was ist dran?

  • 2020 ist ein Schaltjahr, mit dem 29. Februar bekommen wir einen Tag mehr. 
  • Schaltjahre gibt es alle vier Jahre. Es gibt aber genaue Regeln.
  • Um das Schaltjahr ranken sich einige Mythen.

Dortmund - In diesem Jahr ist es wieder so weit: Wir haben einen Tag mehr im Kalender - 2020 ist ein Schaltjahr. Das wird einige Geburtstagskinder freuen. Rund 55.000 Menschen in Deutschland sind an einem 29. Februar geboren und können so nur alle vier Jahre ihren Geburtstag feiern.

Schaltjahr 2020: Warum gibt es einen Tag mehr?

Darunter beispielsweise deutsche Promis wie Model Lena Gercke und Fußballer Benedikt Höwedes. Aber nicht nur Geburtstagskinder sind von dem Schaltjahr betroffen. Bauernregeln und Mythen ranken sich um das Jahr mit dem einen Tag mehr. 

Wie kommt es, dass Lena Gercke und rund 55.000 andere Deutsche nur alle vier Jahre Geburtstag feiern können? Da die Erde nicht genau 365 Tage braucht, um die Sonne zu umrunden, sondern 365,2422 Tage, gibt es einen Überschuss. 

Ohne Schaltjahr gäbe es ein kalendarisches Choas

Wird dieser Überschuss nicht ausgeglichen und es gäbe das Schaltjahr, verschieben sich mit den Jahren die Jahreszeiten und uns fliegt die Zeitrechnung um die Ohren. Das wäre ein kalendarisches Chaos.

Daher gibt es mit dem Schaltjahr alle vier Jahre einen Tag mehr im Kalender. Soweit so einfach. Allerdings ergibt viermal 0,2422 nicht genau 1, sondern 0,9688. 

Schaltjahr: Diese Regeln gelten

Diese minimale Abweichung würde über Jahrhunderte und Jahrtausende zu einem großen Durcheinander  führen. Daher ist die Schaltjahr-Regel etwas komplizierter. Um den Rückstand aufzuholen, gibt es weitere Regeln: 

  1. Ist ein Jahr durch vier teilbar, ist es ein Schaltjahr
  2. Ist ein Jahr durch 100 teilbar, ist es kein Schaltjahr
  3. Ist ein Jahr durch 400 teilbar, ist es ein Schaltjahr

Das Jahr 2020 ist ein Schaltjahr, die Jahreszahl lässt sich nicht durch 100 oder durch 400 teilen, aber eben durch vier. Die nächsten Schaltjahre sind 2024, 2028, 2032 und so weiter.

Schaltjahr 2020: Was machen die Geburtstagskinder?

Weltweit feiern rund 5 Millionen Menschen ihren Geburtstag am 29. Februar - oder eben auch nicht. In Deutschland sind es rund 55.000 Menschen. Fällt der eigene Geburtstag auf den 29. Februar, muss sich ein alternativer Tag zum Feiern gesucht werden. 

Viele entscheiden sich dann für den 28. Februar oder für den 1. März. Rein rechtlich ist es allerdings so geregelt, dass der Geburtstag dann auf den 1. März fällt. Das regelt der Paragraf § 188 des Bürgergesetzbuches (BGB). So gelten am 29. Februar Geborene nach 18 Jahren erst am 1. März als volljährig und nicht am 28. Februar.   

Bauernregel: Schaltjahr gleich Kaltjahr

So manch schön gereimte Bauernregel hat einen wahren Kern. Denn sie beruhen auf jahrelanger Beobachtung und Erfahrung. 

Allerdings trifft der klangvolle Spruch "Schaltjahr gleich Kaltjahr" nicht wirklich zu. Zwischen Kälte und Schaltjahren lässt sich keine meteorologische Beziehung verzeichnen.

Schaltjahre sind Katastrophenjahre

In Schaltjahren sollten keine Häuser gebaut oder Ehen geschlossen werden. Kinder, die ihren Geburtstag nur alle vier Jahre feiern können, werden von Geistern heimgesucht. 2020 müssen wir also mit dem Schlimmsten rechnen, denn Schaltjahre sind Katastrophenjahre - so lautet zumindest der Aberglaube.

Zwar gibt es keine Erhebung wie viele der Ehen, die in einem Schaltjahr geschlossen wurden, wieder geschieden werden. Allerdings ist der 29. Februar als Hochzeitstag sehr beliebt und schnell ausgebucht - ähnlich wie ein Freitag der auf den 13. eines Monats fällt.

Video: Schaltjahr in 100 Sekunden

Auch Wirtschaft und Bauindustrie merken von einem Schaltjahr nicht viel. Die Arbeitstage in einem Jahr variieren ohnehin von Jahr zu Jahr. 

Der Aberglaube, ein Schaltjahr sei ein Katastrophenjahr, rührt wohl allein daher, dass es sich von der Norm unterscheidet. Schlimme Ereignisse und schlechte Erfahrungen, die einem in einem Schaltjahr widerfahren, haften so besser im Gedächtnis. Also alles wie gehabt und ihr könnt ganz entspannt ins Schaltjahr 2020 starten und den zusätzlichen Tag im Jahr genießen.

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