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Sturm „Bennet“ ist am Montag (4. März) über Nordrhein-Westfalen geweht. Dabei wurden Dächer abgedeckt und zahlreiche Äste sind abgeknickt und auf die Straßen gefallen. Wer betroffen ist, fragt sich schnell: Welche Versicherung bezahlt mir meinen Schaden?

Sturm ist nicht gleich Sturm. Das sehen zumindest die Versicherungen so. Die meisten Versicherungsgesellschaften greifen erst, wenn der Wind mit Windstärke acht geweht hat. Die entspricht 62 Stundenkilometern und mehr. Das müssen Versicherungsnehmer aber nicht im einzelnen nachweisen. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat vielmehr herausgefunden, dass eine offizielle Sturmwarnung ausreicht.

Die Schäden am Haus sind meist durch die Wohngebäudeversicherung gedeckt. Sind Schäden am Hausrat entstanden, also an allem, was im Haus ist, sind sie ein Fall für die Hausratversicherung.

Schäden durch Sturm: Teilkasko zahlt nicht alles

Bei Sturmschäden am Auto zahlt die Teilkaskoversicherung, wenn Dachziegel auf ein parkendes Auto geschleudert wurden, so die Verbraucherzentrale. Dabei ist allerdings nicht der Neupreis des Autos versichert, sondern der Zeitwert. Dazu kommt die Selbstbeteiligung der Versicherten, sodass Teilkaskoversicherte schon mal dumm da stehen können. Die Vollkasko-Versicherung zahlt die Versicherung bei Sturmschäden immer. Stiftung Warentest schreibt außerdem, dass dafür noch nicht einmal die Windstärke acht erreicht werden muss.

Stürzt ein Baum auf ein Auto, zahlt ebenfalls die Teilkasko-Versicherung. Dabei wird aber noch einmal unterschieden, ob es ein nachweislich morschen Baum war, der auf einem Privatgrundstück steht. Ist das der Fall, zahlt nämlich der Baumbesitzer oder dessen Haftpflichtversicherung. Das nachzuweisen, kann allerdings schwierig werden.

Wenn ein Autofahrer auf einen herabgestürztem Baum auffährt, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen kann, haftet nur die Vollkaskoversicherung.

Schäden so schnell wie möglich melden

Wer einen Sturmschaden hat, sollte sich so schnell es geht bei der Versicherung melden. Und zwar „umgehend und wahrheitsgetreu“, wie die Verbraucherzentrale schreibt. Dazu muss alles unterlassen werden, was die Feststellung des Schadens durch die Versicherung erschweren könnte.

  1. Schaden bei der Versicherung melden
  2. Schaden notdürftig reparieren, soweit möglich. Zum Beispiel vollgelaufene Keller abpumpen oder kaputte Dächer notdürftig reparieren.
  3. Versicherung nach dem weiteren Vorgehen befragen
  4. Dokumentieren mit Fotos und Videos
  5. Begutachtung durch von der Versicherung gestellten „Regulierer“
  6. Reparatur und Beseitigung der Schäden: Auftrag so genau wie möglich erteilen.

Sonderkündigung nach Schadensmeldung

Versicherungen nutzen Sturmschäden gerne, um die Police außerordentlich zu kündigen. Das hat die Verbraucherzentrale in den vergangenen Jahren immer wieder festgestellt. Sollte dieser Fall eintreten, wird es für die Verbraucher kompliziert. Sie müssen sich nämlich eine neue Versicherung suchen.

Aktuelle Sturm-Meldungen:

Die Verbraucherzentrale rät deshalb, mit der Versicherung in Kontakt zu treten. Wenn man aushandeln kann, dass man die Versicherung selbst kündigt, anstatt gekündigt zu werden, erleichtert das die Suche nach einer neuen Versicherung.