Wichtige Kundeninformation

Wurst-Rückruf wird ausgeweitet – Symptome auch 70 Tage nach Verzehr möglich

In Wurst wurden Listerien nachgewiesen. Damit ist nicht zu spaßen. Doch nun wurde der Rückruf deutlich ausgeweitet. Noch mehr Produkte sind betroffen.

Update, Freitag (19. August), 07.34 Uhr: Dortmund – Nachdem bei dem Rückruf an der Frischetheke zunächst nur zwei Verpackungseinheiten und ein Mindesthaltbarkeitsdatum betroffen waren, wurde der Verkaufsstopp der Zwiebelmettwurst nun deutlich ausgeweitet. Es wurden die krankmachenden Listerien entdeckt.

BakterienListerien
Erkrankung durch ListerienListeriose
SymptomeDurchfall, Fieber, Blutvergiftung bis hin zu Hirnhautentzündung

Rückruf wird deutlich ausgeweitet: Listerien in noch mehr Wurst

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden in deutlich mehr Wurst-Chargen nun die krankmachenden Listerien nachgewiesen.

Folgende Verpackungsgrößen, Mindesthaltbarkeitsdaten und Los-Kennzeichnungen sind nun zusätzlich von dem Rückruf betroffen:

  • Artikel: Putenzwiebelmettwurst
  • Verpackungseinheit: 50 Gramm, 125 Gramm, 250Gramm
  • Haltbarkeit: 20.08.2022, 25.08.2022, 30.08.2022
  • Produktionsdatum: 21.07.2022, 04.08.2022, 11.08.2022
  • Los-Kennzeichnung: 040822, 110822
  • (alle Angaben zu dem anfangs betroffenen Produkt sind weiter unten im Artikel zu finden.)

Wurst-Rückruf wird deutlich ausgeweitet – Symptome auch 70 Tage nach Verzehr möglich

Das Brisante: Die betroffene Wurst ist entweder schon abgelaufen oder läuft in Kürze ab. Es kann also durchaus sein, dass Verbraucher die mit Listerien verunreinigte Putenzwiebelmettwurst schon verzehrt haben. Das Problem: Laut RKI können die ersten Symptome einer Listeriose nach einer Zeitspanne von 3 bis 70 Tagen auftreten. Kunden können also erst Wochen nach dem Verzehr der Wurst erkranken.

Erstmeldung, Mittwoch (10. August), 17.42 Uhr: Nachdem kürzlich Aldi, Lidl und Rewe von einem Käse-Rückruf aufgrund von Listerien betroffen waren, trifft es nun alle Supermärkte und Discounter, die tierische Produkte an Frischetheken anbieten. Diesmal wurden die krankmachenden Erreger in Wurst nachgewiesen und es kommt erneut zum Rückruf. Einige Kunden können allerdings aufatmen.

Rückruf an der Frischetheke: Krankmachende Bakterien in Wurst nachgewiesen

Von dem Rückruf betroffen ist ein Produkt der Heinrich Aldag Altländer Fleisch – und Wurstwaren GmbH. Das Unternehmen mit Sitz im niedersächsischen Guderhandviertel verarbeitet hauptsächlich Schweinefleisch zu Fleisch-, Wurst- und Salatspezialitäten und beliefert damit Frischetheken sowie Selbstbedienungsregale in Supermärkten.

In einer Wurst wurden nun aber Listerien nachgewiesen. Verbraucher, die in letzter Zeit Mettwurst gekauft haben, sollten daher unbedingt nachsehen, ob sie von der Aktion betroffen sind und die Wurst auf keinen Fall verzehren. Folgende Details sind zu dem Wurst-Rückruf bekannt:

  • Artikel: Putenzwiebelmettwurst
  • Verpackungseinheit: 500 Gramm und 1000 Gramm
  • Haltbarkeit: 10.08.2022
  • Los-Kennzeichnung: 210722
  • Laut BVL verkauft in: Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein
Mettwurst ist von einem Rückruf betroffen.

Rückruf von Wurst: Listerien können üble Symptome auslösen

Listerien gehören neben Salmonellen zu den Bakterien, die häufig bei tierischen Lebensmitteln nachgewiesen werden können. Die Erreger kommen überall in der Umwelt vor – unter anderem auch im Verdauungstrakt oder Kot von Tieren. Wie die Verbraucherzentrale informiert, können die Bakterien bereits bei der Lebensmittelgewinnung, aber auch bei der späteren Verarbeitung in die Lebensmittel gelangen.

Das Problem: Listerien sind echte Überlebenskünstler. Die Bakterien überleben sogar Tiefkühlen und können sich bei Kühlschranktemperaturen sogar vermehren. Erst das Durchgaren mit mehr als 70 Grad tötet die Erreger ab. Bei rohen Lebensmitteln – wie etwa Räucherlachs oder eben Mettwurst – kann das aber somit zum Problem werden.

Denn durch Verzehr von solchen rohen Lebensmitteln nimmt der Mensch die Bakterien auf und kann dadurch an einer sogenannten Listeriose erkranken. Eine Krankheit, mit der unter Umständen nicht zu spaßen ist.

Wurst-Rückruf wegen Listerien: Bei diesen Symptomen unbedingt zum Arzt

Laut Robert Koch-Institut wurden 2020 insgesamt 575 Fälle registriert, 31 davon waren tödlich. Aber eins vorweg: Bei gesunden Menschen kann eine Infektion mit Listerien mild oder sogar ohne Symptome verlaufen. Es sind vielmehr Schwangere oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, bei denen eine Listeriose bedrohlich werden kann.

Folgende Symptome können bei einer Erkrankung ausgelöst durch Listerien auftreten: Durchfall, Fieber, Glieder- und Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit. In seltenen Fällen kann es bei den genannten Risikogruppen zu einer Hirnhautentzündung oder einer Blutvergiftung kommen.

Sollten Verbraucher also in letzter Zeit die von dem Rückruf betroffene Wurst gekauft und sogar verzehrt haben und die genannten Symptome registrieren, ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen. Denn unabhängig von dem Risiko, das manchen Personen droht, ist eine Listeriose auch meldepflichtig.

Rückruf von Mettwurst – Hersteller informiert die Kunden nur spärlich

Das Problem bei dem Wurst-Rückruf: Der Hersteller informiert nur spärlich über die Maßnahme. So gibt er nicht genau an, wo genau die Putenzwiebelmettwurst verkauft wurde und wie sich betroffene Verbraucher verhalten sollen. Das Portal produktwarnung.eu empfiehlt betroffenen Kunden, die Wurst – wie bei Rückrufen stets üblich – im Supermarkt zurückzugeben oder sie wegzuwerfen.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) ergänzt den Rückruf immerhin mit der Information, dass bislang nur die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein von dem Verkaufsstopp betroffen seien. Kunden aus anderen Regionen können also vorerst aufatmen und hoffentlich weiterhin bedenkenlos ihre Wurst an der Frische- oder Selbstbedienungstheke kaufen.

Rubriklistenbild: © Tobias Steinmaurer/Imago

Mehr zum Thema