Immer mehr Warnungen

Rückruf-Rekord im Supermarkt – fünf Produkte besonders häufig betroffen

Das vergangene Jahr zählte so viele Lebensmittel-Rückrufe wie noch nie. Fünf Produktgruppen waren am häufigsten betroffen.

Dortmund – In Deutschland gehören Rückrufe und Warnungen beinahe zum Alltag. Denn mit 311 Warnungen gab es im vergangenen Jahr 2022 so viele wie noch nie. Lebensmittel wurden am häufigsten zurückgerufen. Vor allem fünf Produktkategorien waren betroffen.

Rückruf-Rekord im Jahr 2022: Fünf Lebensmittel wurden am häufigsten zurückgerufen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht jedes Jahr eine Statistik mit allen Verbraucherwarnungen. Waren es 2015 noch 100 Rückrufe im Jahr, ist die Zahl heute mehr als dreimal so hoch. Vor allem der Rückruf von Lidl-Reis sowie vom Wodka „Three Sixty“ haben zuletzt für Schlagzeilen gesorgt.

Potenzielle Krankheitserreger, Fremdkörper und überschrittene Grenzwerte waren im vergangenen Jahr die häufigsten Gründe für Produktwarnungen. Besonders Lebensmittel waren davon betroffen.

Verbraucher mussten vor allem bei fünf Produktgruppen vorsichtig sein. Getreide und Backwaren, Milch und Milchprodukte, Fleischprodukte sowie Obst und Gemüse sind 2021 als auch 2022 die am stärksten von Rückrufen betroffenen Produktkategorien.

Bundesamt sieht in vermehrten Rückrufen auch Positives: Verantwortung und Qualitätssicherung

Zwar könnte die Rekordanzahl an Rückrufen zunächst für Beunruhigung bei Verbrauchern sorgen, dennoch sieht das BVL auch eine positive Entwicklung. Lebensmittelhersteller scheinen sich verantwortungsbewusst und sorgsam um ihre Produktqualität zu kümmern.

Rückrufe bei Milchprodukten sind keine Einzelfälle.

Es zeuge demnach von gutem Qualitätsmanagement, wenn auf potenzielle Gefahren hingewiesen wird und über Rückrufe informiert wird, berichtet das Magazin Watson.de. Zudem seien laut BVL auch die Test- und Analyseverfahren für Lebensmittel verbessert worden, sodass bereits geringfügige Verunreinigungen entdeckt werden können.

Einige Grenzwerte für bestimmte Inhaltsstoffe wurden ebenfalls im Laufe der Zeit herabgesetzt, weshalb es zu weiteren Überschreitungen und somit auch zu Rückrufen kam. Verbraucher können also grundsätzlich aufatmen.

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