Hautkontakt vermeiden

Schuh-Rückruf wegen krebserregendem Stoff – Modell seit Jahren verkauft

In Lederschuhen für Kinder wurde ein erhöhter Wert von Chrom VI nachgewiesen. Das Gerbmittel wird in der Liste der besonders besorgniserregenden und krebserzeugenden Stoffe geführt.

Deutschland – Kinderschuhe für die Allerkleinsten sind weich und anschmiegsam, gerade so, wie es für die kleinen Füße richtig ist. Besonders im Sommer werden Schuhe von Kindern auch mal barfuß getragen. Doch gerade das könnte bei den aktuell zurückgerufenen Schuhen gefährlich werden. Denn bei einem Testkauf der Lederschühchen wurde ein erhöhter Wert des giftigen Gerbmittels Chrom 6 festgestellt.

HerstellerRoyer Deutschland GmbH
AdresseBlocksbergstr. 178, 66955 Pirmasens
RückrufKrabbelschuhe für Babys

Aktueller Rückruf von Kinderschuhen - Kontakt mit der Haut kann Ekzeme hervorrufen

Bei dem Rückruf handelt es sich um Krabbelschuhe mit dem Handelsnamen „Robeez“. Wie der Hersteller Royer Deutschland informiert, könnten durch das Gerbmittel allergische Hautekzemen ausgelöst werden. Der Hersteller mit Sitz in Pirmasens bittet alle Kunden, die den Artikel gekauft haben, die Schuhe beim Fachhändler zurückzugeben. Und das könnten einige sein: Die Schuhe sind bereits seit Juli 2018 im Verkauf (weitere Rückrufe und Warnungen bei RUHR24).

Rückruf in Deutschland: Chrom VI in Kinderschuhen nachgewiesen

Chrom VI gehört zu den wichtigsten Allergenen. Bei Kontakt mit der Haut löst die Substanz Allergien aus. Hautkontakt mit dem belasteten Produkt gilt es daher unbedingt zu vermeiden. Problematisch ist allerdings, dass Verbraucher Rückstände von Chrom VI nicht ohne weiteres erkennen können – Produkte die Chrom VI enthalten, sind augenscheinlich nicht von anderen unterscheidbar.

Von dem aktuellen Rückruf ist der Baby-Lederkrabbelschuh „Robeez“ in rosa betroffen:

  • Produkt: Lederkrabbelschuh Robeez
  • Hersteller: Royer Deutschland
  • Modell-Bezeichnung: Ballet Rose
  • Modell-Nummer: 653710-10+13
  • Verkauf seit Juli 2018

Dabei ist Chrom VI laut produktwarnung.eu in vielen Gegenständen enthalten, die wir täglich nutzen: in Textilien, Farben, Lacken, Holzschutzmitteln und eben auch in Lederwaren, wie den nun zurückgerufenen Baby-Schuhen. Besonders Lederschuhe und -kleidung gelten als wesentliche Ursache für eine Sensibilisierung gegenüber dem Gerbmittel und auch als Auslöser für die Erkrankung an allergischen Hautekzemen.

Rückruf von Kinderschuhen: Chrom VI in Produkten für Verbraucher nicht erkennbar

Verbraucher könnten vor allem durch das Tragen von Lederarmbändern, beispielsweise von Uhren, oder das Barfußtragen von Leder(hand)schuhen mit Chrom VI in Kontakt kommen. Wie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) informiert, können Chrom-VI-Salze sehr gut in die Haut eindringen. Drohen gesundheitliche Komplikationen, wie im Fall der Babyschuhe, werden Produkte meist schnell zurückgerufen.

Die Lederkrabbelschuhe Robeez in Rosa sind mit Chrom VI belastet. Kinder sollten die Schuhe nicht tragen.

Zudem sind viele Chrom-VI-Verbindungen gemäß einer europäischen Verordnung als krebserregend eingestuft worden (Kategorie 1B). Diese Einstufung ist aber vor allem für Arbeiter relevant, die zum Beispiel mit Gerbmitteln in der Lederindustrie in Kontakt kommen.

Seit Mai 2015 gilt für Chrom VI dennoch ein Grenzwert für Lederprodukte, die mit der Haut in Kontakt kommen: So gibt es laut dem LGL Bayern ein „Verkehrsverbot“ für Lederprodukte, wenn der Gehalt an Chrom VI 3 mg/kg oder mehr beträgt.

Rubriklistenbild: © Annette Riedl/dpa; Collage: RUHR24

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