Lebensmittelsicherheit

Salmonellen-Befund in der größten Schokoladen-Fabrik: Entwarnung für Deutschland

Ein Salmonellen-Befund in einem belgischen Schokoladenwerk eines großen Herstellers macht gerade die Runde. Das müssen deutsche Kunden jetzt wissen.

Update, Samstag (2. Juli), 12.55 Uhr: NRW – Deutsche Schokogenießer können durchatmen, denn das Unternehmen hat sich mittlerweile detailliert zum Status quo der Untersuchungen geäußert. Wie Barry Callebaut gegenüber RUHR24 mittlerweile bestätigt hat, seien die positiv auf Salmonellen getesteten Schokoladenprodukte aus dem Werk in Wieze nicht in die Einzelhandel-Lebensmittelkette, auch nicht in Deutschland, gekommen. 

Der Hersteller erklärte RUHR24, dass die Analyse der Gründe für den Salmonellen-Ausbruch derzeit noch laufe und die FAVV über den Prozess regelmäßig informiert werde. Während die Lage noch abgeklärt und analysiert werde, sei die Schokoladenproduktion in Wieze jedenfalls ausgesetzt. Wenn die Analysen abgeschlossen seien, werde das belgische Werk noch gereinigt und desinfiziert. Erst danach werde man den Produktionsprozess wieder einleiten und zur Normalität zurückkehren.

Barry Callebaut AG einer der grössten Schokoladenproduzenten der Welt
HauptsitzZürich (Schweiz)
Gründung1996

Salmonellen-Befund: Belgisches Werk stellt die Produktion und Auslieferung ein

Erstmeldung, Freitag (1. Juli), 15.11 Uhr: NRW – Schokoladenfans aufgepasst! Eine besorgniserregende Nachricht dringt aus dem größten Schokoladenwerk der Welt im belgischen Wieze. Wie in der Ferrero-Fabrik im belgischen Arlon im Frühling dieses Jahres, wurden auch hier bei einer Kontrolle Salmonellen festgestellt. Für deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher ist die Situation noch unklar.

Der Salmonellen-Befund wurde laut dem Handelsblatt bereits am Montag (27. Juni) in der chemischen Verbindung Lecithin festgestellt. Dieser Bestandteil tierischer und pflanzlicher Zellmembranen stärke laut dem Gesundheitsportal Lifeline Nerven- und Gehirnzellen und soll „in Stresssituationen, bei Leistungsdruck, nervlicher Beanspruchung und Konzentrationsstörungen helfen.“

Außerdem seien die leistungssteigernden fettähnlichen Substanzen in der Schleimschicht der Lunge und des Darms zu finden. Barry Callebaut erklärte, dass Lecithin in allen Produkten verwendet werde (mehr Rückrufe und Warnungen auf RUHR24).

Salmonellen-Befund: Krankheitssymptome müssen ernst genommen werden

Ein Salmonellen-Befund ist durchaus ernst zu nehmen und war in jüngerer Vergangenheit häufig der Auslöser für Rückrufe und Warnungen. Schließlich kann es im Falle einer Infektion nach wenigen Tagen zu Symptomen wie Bauchschmerzen, Erbrechen, leichtem Fieber und Durchfall kommen. Der Infektionsschutz warnt zudem in seltenen Fällen auch vor „schweren Krankheitsverläufen, wie beispielsweise einer Blutstrominfektion (Sepsis), mit z. T. hohem Fieber.“

Als Konsequenz der Salmonellen-Entdeckung hat der Schokoladenhersteller Barry Callebaut, der laut dem Handelsblatt ein „weltweit führender Anbieter von Schokolade- und Kakaoprodukten“ sein soll, die Produktion in Wieze eingestellt und die Auslieferung unterbrochen. Dies erklärte das Schweizer Unternehmen am Donnerstag (30. Juni).

Salmonellen-Befund: Barry Callebaut beliefert ausschließlich Gewerbekunden

Glücklicherweise beliefert das Unternehmen Barry Callebaut, das über 12.000 Mitarbeiter in mehr als 40 Ländern beschäftigt, ausschließlich Gewerbekunden, welche die Schoko- und Kakaoprodukte weiterverarbeiten. Zu den Belieferten gehören Bäckereien, Getränkehersteller, Konditoreien sowie die Gastronomie, berichtet das Handelsblatt.

Verbraucher aus Deutschland können die kontaminierten Schokoprodukte demnach nicht direkt aus den Regalen in Supermärkten und Discountern erhalten. Indirekt ist der Kontakt theoretisch bei einem Besuch von Konditoreien und Bäckereien möglich. Das Unternehmen gab bisher noch keine Auskunft darüber, ob etwas von der betroffenen Schokolade auch nach Deutschland beliefert wurde.

Eine RUHR24-Anfrage blieb bisher noch unbeantwortet. Fakt ist: Auch Deutschland ist Teil des Absatzmarktes von Barry Callebaut.

Kakao und Schokolade sind erneut von Salmonellen befallen

Salmonellen-Befund: Situation für deutsche Verbraucher noch unklar.

Der Hersteller gehe laut dem Handelsblatt davon aus, dass die seit Montag ausgelieferten Mengen bisher „noch nirgendwo verarbeitet und in den Kundenverkehr gebracht worden“ seien, so Frank Keidel, Unternehmenssprecher von Barry Callebaut. Dennoch sei die belgische Lebensmittelaufsicht „Federaal Agentschap voor de veiligheid van de voedselketen“ FAVV (zu Deutsch: Bundesamt für öffentliche Sicherheit) umgehend nach dem Salmonellen-Befund informiert worden.

Ob auch Barry Callebaut im aktuellen Fall gegen das Gesetz verstoßen hat, wie dies möglicherweise bei Ferrero geschehen ist, ist noch unklar. Derzeit werde die Situation noch abgeklärt und das belgische Werk noch gereinigt und desinfiziert, berichtet der Focus.

Rubriklistenbild: © McPHOTO/Kerpa/Imago; agefotostock/Imago; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

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