Schockierende Zahlen

Rückruf wegen Salmonellen: Behörde deckt nach Ferrero-Skandal 300 Fälle auf

In ganz Europa sind Erkrankungen infolge des Salmonellen-Ausbruchs bei Ferrero bekannt geworden. Auch in Deutschland traten Infektionen auf.

NRW – Die Ruhe ist trügerisch. Zwar hatte sich zwischenzeitlich die Nachrichten-Lage rund um den Ferrero-Rückruf in Deutschland von „kinder“-Produkten wegen eines Salmonellen-Ausbruchs im belgischen Werk Arlon etwas beruhigt, allerdings lassen die nun veröffentlichten Zahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC aufhorchen. Das Ausmaß der Ferrero-Panne kommt so immer mehr ans Licht.

SalmonellenGattung stäbchenförmiger Bakterien
Wissenschaftlicher Name Salmonella
Benannt nachUS-amerikanischem Tierarzt Daniel Elmer Salmon

Ferrero-Rückruf: EU-Behörde ECDC veröffentlicht Opferzahlen des Salmonellen-Ausbruchs

Die Zahlen sind laut übereinstimmenden Medienberichten eindeutig: Wie unter anderem die Lebensmittelzeitung unter Bezugnahme auf die DPA am 19. Mai berichtete, habe die EU-Behörde ECDC bereits 266 bestätigte sowie 58 Verdachtsfälle von Salmonellen-Erkrankungen in mehr als einem Dutzend Länder registriert.

In der Mehrzahl der Fälle wiesen Kinder unter 10 Jahren, die laut BVL besonders gefährdet sind, Symptome auf. Viele von ihnen werden in Krankenhäusern behandelt.

Der von Ferrero eingeleitete Rückruf von „kinder“-Produkten und die Schließung des betroffenen Werks in Belgien durch die Behörden im April dieses Jahres habe laut ECDC viele weitere Salmonellen-Erkrankungen verhindern können. Allerdings bestehe auch die Möglichkeit, dass viele Fälle nicht registriert worden seien und dass es zu weiteren Erkrankungen kommen könnte, wenn nicht-reklamierte Ferrero-Produkte bei Verbrauchern zu Hause weiter lagern.

Ferrero-Rückruf: Salmonellen-Erkrankungen auch in Deutschland

In Deutschland arbeiten das BVL, die Behörden der Bundesländer sowie das Robert Koch-Institut (RKI) eng mit den europäischen Behörden für Lebensmittelsicherheit zusammen. Auch an deutschen Schokoladenfans ist der Salmonellen-Ausbruch nicht spurlos vorbeigegangen.

Am 11. Mai hatte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zwar noch mitgeteilt, dass bislang bei Kontrollen von „kinder“-Produkten im Handel und im hessischen Produktionsstandort „in keinem Fall Salmonellen nachgewiesen“ werden konnten. Doch acht Tage später hat sich die Situation verändert.

Denn der DPA zufolge soll es auch in Deutschland zu Salmonellen-Erkrankungen infolge des Konsums der betroffenen Produkte gekommen sein. Auf Nachfrage von RUHR24 hat das BVL bisher noch keine Angaben zu bestätigten und Verdachtsfällen gemacht.

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