Wichtige Kundeninformation

Rückruf bei Rewe: Beliebter Nachtisch mit gefährlicher Chemikalie belastet

Es ist einer von vielen Rückrufen in kurzer Zeit und es wird nicht der Letzte gewesen sein. Wieder muss ein Produkt aufgrund von Ethylenoxid aus dem Verkauf gezogen werden. Diesmal ist es ein Dessert.

Dortmund/Hamburg – Auf einen europaweiten Rückruf von Eis, folgte der Rückruf von mehreren Nudeln. Der Grund ist immer der gleiche: In den Produkten kann das krebserregende Ethylenoxid oder zumindest ein Zwischenprodukt der Chemikalie nachgewiesen werden. Das ist auch bei der aktuellen Warnung vor einem Nachtisch der Fall.

EthylenoxidFarbloses, hochentzündliches Gas
FormelC2H4O
Dient zurHerstellung von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln
RisikoLaut ECHA wahrscheinlich krebserregend und erbgutverändernd beim Menschen

Dessert-Rückruf: Bekannte Firma veranlasst Untersuchung und wird fündig

Konkret geht es bei dem Rückruf um Rote Grütze des bekannten Herstellers Carl Kühne KG (GmbH & Co.). Das Unternehmen hatte in einem Schreiben mitgeteilt, dass man sich nach dem Bekanntwerden einer möglichen Belastung von Johannisbrotkernmehl mit Ethylenoxid dazu entschlossen habe, umfangreiche Eigenkontrollen durchzuführen.

Im Rahmen der Untersuchung wurde dann auch etwas von dem krebserregenden Mittel gefunden, was Kühne zu dem Rückruf des Desserts veranlasst hatte. Kunden, die folgendes Produkt gekauft haben, sollten es also auf keinen Fall verzehren:

  • Produkt: Kühne Rote Grütze
  • Inhalt: 375 Gramm Glas
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 15.05.2022
  • Endcodierung: ME26
Wieder ein Rückruf wegen Ethylenoxid. Diesmal geht es um dieses Dessert von Kühne.

Rückruf von Rote Grütze: Dessert enthält krebserregendes Ethylenoxid

Der Hintergrund der Massen-Rückrufe ist folgender: 2020 wurde in vielen Produkten, die Sesam aus Indien enthielten, das Pestizid festgestellt. Das liegt mit unter daran, dass in der EU zwar Ethylenoxid als Pflanzenschutzmittel verboten ist, in anderen Ländern jedoch nicht. Dort wird es beispielsweise eingesetzt, um eventuelle Bakterien abzutöten.

Durch Importe in die EU kann es deshalb vorkommen, dass mit dem Gift belastete Produkte in den Handel kommen und deshalb Rückrufe veranlasst werden müssen. Aktuell ist nicht mehr Sesam das Hauptproblem, sondern Johannisbrotkernmehl aus der Türkei. Das wird als Verdickungsmittel und Stabilisator in vielen Eiscremes, Konfitüren, Fleisch- und Backwaren verwendet. 

In Frankreich folgte schon ein Rückruf von hunderten Produkten. Die deutsche Lebensmittelindustrie hält sich bislang mit Warnungen noch zurück. Nach und nach treten die Hersteller, wie auch Kühne, selbst in die Verantwortung und prüfen, ob in ihren Lebensmitteln der gesundheitsgefährdende Stoff enthalten ist. Der Rückruf der Roten Grütze könnte also nicht der letzte Rückruf von vielen in nächster Zeit sein (mehr Rückrufe bei RUHR24).

Rückruf bei Kühne: Rote Grütze enthält gesundheitsgefährdende Substanz

Im Falle der Verunreinigung von Sesam hatte die EU 2020 schnell reagiert und eine Verordnung erlassen, dass entsprechende importierte Produkte einen Vermerk enthalten müssen, das sie auf das Pestizid hin kontrolliert wurden. Bei Johannisbrotkernmehl fehlt diese Aufforderung noch.

Doch Eythlenoxid gilt prinzipiell als giftig und verursacht laut dem Institut für Arbeitsschutz Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und sogar Bewusstlosigkeit. Die Symptome treten vor allem dann auf, wenn man direkt mit dem Gas in Kontakt kommt. Aber auch Rückstände in Lebensmitteln sind nicht ganz unbedenklich. Ethylenoxid gilt als krebserregend und erbgutverändernd.

Ethylenoxid in Lebensmittel ist der Grund für viele Rückrufe: Es gilt als krebserregend

Bei einem einmaligen Verzehr der kontaminierten Produkte drohen laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit nicht gleich ernste gesundheitliche Probleme. Bedenklich werde das erst bei regelmäßigem und längerfristigem Verzehr. Dann kann Ethylenoxid auf Dauer krebserregend sein. In der EU gilt daher nahezu eine Nulltoleranz in Bezug auf das Gift.

Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat ebenfalls einen Höchstgehalt für Ethylenoxid festgelegt, der vorsieht wie hoch die Verunreinigung des Produktes maximal durch das Gift sein darf. Der Wert liegt bei 1 Milligram pro Kilogramm.

Rückruf bei Rewe und anderen Supermärkten: Kühne nimmt Dessert aus dem Verkauf

Das hatte Kühne letztendlich auch zu dem Rückruf veranlasst. Die Rote Grütze wird in allen bekannten Supermärkten verkauft. So warnt beispielsweise auch Rewe auf seiner Webseite vor dem Verzehr des Nachtischs. Kühne weist jedoch explizit darauf hin, dass andere Chargen des Produktes „Kühne Rote Grütze 375 Gramm Glas“ nicht betroffen sind. 

Außerdem wurde das Dessert nur Supermärkten in Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg verkauft. Kunden, die die Rote Grütze aber gekauft oder im Vorrat haben, können diese gegen Rückerstattung des Einkaufspreises an die Verkaufsstelle zurückgeben. Alternativ können sie sich mit den Produktdaten und Fotos der Verpackung inklusive Codierung und Mindesthaltbarkeitsdatum unter der E-Mail-Adresse Verbraucherservice@kuehne.de an den Kühne Verbraucherservice wenden.

Rubriklistenbild: © Oliver Berg/dpa, Collage: RUHR24.de

Mehr zum Thema