Händler warnt

Rückruf bei Gewürzen: Gefährliche Gift-Rückstände gefunden

Ein Bio-Händler warnt aktuell vor einem beliebten Gewürz. Das betroffene Produkt ist mit 2-Chlorethanol belastet, einem Abbauprodukt des krebserregenden Pestizids Ethylenoxid.

Deutschland – Wie kaum ein anderes Gewürz hat Kurkuma es in den letzten Jahren geschafft, sich zu einem echten Trend-Lebensmittel zu entwickeln. Der darin enthaltene Stoff Curcumin wurde in zahlreichen Studien untersucht. Ihm werden unter anderem positive Effekte auf Magen und Darm sowie entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Jetzt warnt der Bio-Händler Vom Achterhof allerdings vor einem Kurkuma-Pulver: Es sollte nicht mehr verzehrt werden.

Kurkumaauch: Curcuma oder Gelber Ingwer
wissenschaftlicher NameCurcuma longa
FamilieIngwergewächse

Rückruf wegen Pestizid-Rückständen in Bio-Produkt – dieses Kurkuma-Pulver ist betroffen

Bei dem betroffenen Produkt seien bei Kontrollen 2-Chlorethanol-Rückstände nachgewiesen, erklärt das Unternehmen. Das Abbauprodukt des in der EU verbotenen Pestizids Ethylenoxid gilt als bedenklich.

Es handelt sich um das folgende Kurkuma-Pulver:

  • Produkt: Bio Kurkuma Pulver
  • Hersteller: Vom Achterhof
  • Chargen: VAKUR20210517 bis VAKUR20210722
  • Verkaufszeitraum: 18.05.2021 bis 31.07.2021 

Wie das Unternehmen betont, gäbe es bislang keine Berichte über Kunden, die nach dem Verzehr des Produktes negative gesundheitliche Auswirkungen erfahren haben. Vielmehr rufe man das Produkt „vorsorglich“ und „freiwillig“ zurück – Kunden sollten es „entsorgen“.

Gewürz-Rückruf: Produkt ist mit bedenklicher Substanz verunreinigt. (Symbolbild)

Rückruf von Kurkuma-Pulver: Mögliches Gesundheitsrisiko durch Pestizid-Rückstände

Akute Gesundheitsbeschwerden durch Ethylenoxid sind allerdings grundsätzlich nicht zu erwarten. Vielmehr besteht bei Verzehr von mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel belasteten Lebensmittel erst langfristig ein Risiko.

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Denn Ethylenoxid gilt laut Bundesamt für Risikobewertung (BfR) als krebserregend und erbgutschädigend. Besonders heikel: Eine erlaubte Verzehrmenge ganz ohne Gesundheitsrisiko kann laut BfR nicht definiert werden (weitere Rückrufe und Warnungen auf RUHR24).

Gesundheitsgefahr durch 2-Chlorethanol – die Datenlage ist unklar

Bei dem Abbauprodukt 2-Chlorethanol sei die Datenlage allerdings unklarer, erklärt das Institut. So kämen Studien beispielsweise in Bezug auf die erbgutschädigenden Eigenschaften zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Aufgrund fehlender Daten kann aber auch hier ein Risiko nicht ausgeschlossen werden. Daher gelten auch Rückstände des Abbauproduktes von als Ethylenoxid grundsätzlich unerwünscht.

Rückrufe wegen verbotenem Pestizid Ethylenoxid – auch Bio-Produkte betroffen

Bereits seit Herbst 2020 kommt es in Deutschland immer wieder zu Rückrufen wegen Verunreinigungen mit Ethylenoxid. Belastete Lebensmittel gelangen vermehrt über Importe in die EU – und das, obwohl die EU die Einfuhrbedingungen im Oktober 2020 verschärft hatte.

Derzeit werden beispielsweise auch Tabletten wegen Ethylenoxid zurückgerufen. Ebenso wird aus diesem Grund vor einem Nahrungsergänzungsmittel gewarnt.

Dass, wie im aktuellen Fall, sogar Bio-Produkte von den Verunreinigungen betroffen sind, ist besonders erschreckend. Denn von Lebensmitteln in Bio-Qualität erwarten Verbraucher eigentlich, dass sie nicht mit Pestiziden belastet sind – schon gar nicht mit verbotenen.

Rubriklistenbild: © Jiri Hera/ Zoonar/ picture alliance; Collage: RUHR24

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