Achtung, nicht essen!

Rückruf von Öl: Giftstoffe können Gesundheit der Kunden gefährden

In einem öffentlichen Rückruf warnt ein Hersteller aktuell vor einem Speiseöl. Bei Kontrollen wurden Rückstände von Pflanzengift entdeckt.

NRW – Dabei handelt es sich um Ethylenoxid, das häufig ein Grund für Rückrufe ist. So wurden in den letzten Wochen beispielsweise ein mit diesem Pflanzengift belastetes Müsli und auch Chips aus diesem Grund zurückgerufen.

Sesamöl Speiseöl
Geschmack nussig bis neutral
Energie/100 g 884 kcal
Fettgehalt/ 100 g gesättigte Fettsäuren 14 g, mehrfach ungesättigte Fettsäuren 42 g, einfach ungesättigte Fettsäuren 40 g

Speiseöl-Rückruf wegen Pflanzengift – Ethylenoxid gilt als gesundheitsgefährdend für Verbraucher

Ethylenoxid tötet Pilze, Schimmel und Bakterien ab. Daher wird es zum Beispiel als Desinfektionsmittel in der Gesundheitsbranche eingesetzt. Hier wird es zum Desinfizieren von medizinischen Geräten verwendet. Als Gas ist Ethylenoxid giftig und krebserregend. Beim Einatmen des Gases kann es zu schweren gesundheitlichen Folgen kommen.

Aber auch der Verzehr von mit Ethylenoxid belasteten Lebensmittel, die den zugelassenen Höchstwert überschreiten, kann gesundheitsgefährdend sein. Darauf verweist das Bundesamt für Lebensmittel in der Schweiz in seinem FAQ-Bereich.

Ethylenoxid – Pflanzenschutzmittel im Lebensmittelbereich in Deutschland verboten

Früher wurde Ethylenoxid auch in Deutschland zum Abtöten von Keimen in Lebensmitteln verwendet – zum Beispiel bei Gewürzen. Auch als Pflanzenschutzmittel kam es zum Einsatz.

Beides ist allerdings aufgrund des toxischen Potenzials von Ethylenoxid mittlerweile in Deutschland verboten. In der Verordnung für Pflanzenschutzmittel hat es ein „vollständiges Anwendungsverbot“.

Rückruf von Speiseöl wegen Ethylenoxid – giftiges Pflanzenschutzmittel in einigen Ländern zugelassen

In einigen Ländern, insbesondere Indien, ist Ethylenoxid allerdings als Pflanzenschutzmittel noch zugelassen. Durch Importe in die EU kann es daher immer wieder vorkommen, dass mit dem Gift belastete Produkte in den Handel kommen. So auch beim aktuellen Rückruf eines Sesamöls. Auf der Internetseite des Herstellers heißt es: „Die Sesamsamen für dieses hochwertige Bio Würzöl stammen aus aller Welt.“

Tatsächlich sind es häufig Sesamsamen, bei denen es zur Überschreitung der zulässigen Höchstmengen an Ethylenoxid-Rückständen kommt. Zu den größten Sesamproduzenten zählen Staaten außerhalb der EU, wie der Sudan, Myanmar oder Indien.

Rückruf von Sesamöl – dieses Natur-Produkt ist betroffen

Aktuell ist das folgende Produkt vom Rückruf betroffen: Arche Geröstetes Sesamöl 145 ml. Ein offizielles Rückrufschreiben veröffentlicht die Firma Arche Naturprodukte GmbH aus Hilden über Lebensmittelwarnungen.de. Betroffen sind diese drei Chargen:

  • Charge: N408 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum: 30.03.2021
  • Charge N282 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum: 28.02.2021
  • Charge M987 mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum: 30.11.2020
Rückruf von Speiseöl – dieses Produkt ist betroffen

Darin wird Verbrauchern empfohlen, das Produkt nicht mehr zu verzehren. Es kann im Geschäft zurückgegeben werden. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet (mehr Rückrufe und Warnungen auf RUHR24.de)

Produktrückrufe immer häufiger – das sind die Rechte als Verbraucher

Laut Verbraucherzentrale haben Kunden grundsätzlich „das Recht auf einwandfreie Produkte“. Hat gekaufte Ware Mängel oder ist sie schadhaft, ist der Händler erster Ansprechpartner.

Betroffene Kunden können das Produkt dann mit dem Kassenbon gegen ein einwandfreies tauschen. Ist das nicht möglich, bekommen sie ihr Geld zurück. Bei Lebensmittelrückrufen ist der Umtausch in der Regel auch ohne Kassenbon möglich – wie in diesem Fall.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa, Fa. Arche Naturprodukte GmbH; Collage: RUHR24.de

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