Zweiter Fall in kurzer Zeit

Nudel-Rückruf: Fertiggericht mit krebserregendem Inhalt belastet

Ein Fertiggericht mit Nudeln ist mit einem krebserregenden Mittel belastet. Es muss zurückgerufen werden. Doch das ist nicht der einzige Rückruf von Nudeln.

Dortmund – Schon wieder ein Rückruf, schon wieder ist das krebserregende Ethylenoxid das Problem. Diesmal wurde es in Nudeln nachgewiesen. Und das ist nicht die erste Warnung innerhalb kurzer Zeit. Im August wurde bereits ein weiteres Fertigprodukt mit Nudeln aus dem Verkauf gezogen.

EthylenoxidFarbloses, hochentzündliches Gas
FormelC2H4O
Dient zurHerstellung von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln
RisikoLaut ECHA wahrscheinlich krebserregend und erbgutverändernd beim Menschen

Rückruf von Nudeln: Krebserregender Stoff in Fertiggericht entdeckt

Am Donnerstag (12. August) veröffentlichte die Firma Panasia DE Handels GmbH eine Mitteilung, in der sie die Kunden darüber informiert, dass asiatische Instantnudeln von einem Rückruf betroffen sind. Im Rahmen einer Untersuchung wurden in dem Gewürzpulver, das den Nudeln beiliegt, 2-Cholerethanol gefunden. Das ist ein Zwischenprodukt von Ethylenoxid – das Petizid, das immer wieder für Rückrufe sorgt und als krebserregend gilt.

Konkret ist folgendes Nudel-Produkt von dem Rückruf betroffen:

  • Produkt: Ramen Rabokki (Instantnudeln)
  • Marke: Paldo
  • Inhalt: 4 x 145 Gramm
  • Artikelnummer: 50057
  • Mindesthaltbarkeitsdatum: 27.02.2022

Nudel-Rückruf: Krebserregende Substanz in Instantgericht entdeckt

Wie auch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit mitteilt, ist der Gehalt des Zwischenproduktes von Ethylenoxid so hoch, dass der Verzehr der Nudeln als gesundheitsschädlich eingestuft wird. Sie können nicht als sicheres Lebensmittel beurteilt werden können.

Die Panasia DE Handels GmbH ergänzt die Information mit den Angaben, dass „bei einem längerfristigen (chronischen) sowie einmaligen Verzehr der vorliegenden Probe im Hinblick auf eine tägliche Verzehrmenge von 9,9 g Gewürzmischung ein erhöhtes Krebsrisiko nicht auszuschließen“ ist (mehr Rückrufe und Warnungen bei RUHR24)

Diese Instant-Nudeln sind aktuell von einem Rückruf betroffen.

Kunden, die die Nudeln also gekauft haben, sollten sie auf keinen Fall verzehren. Außerdem sollten Fans von asiatischen Fertiggerichten nachsehen, ob sie möglicherweise nicht auch von einem weiteren Rückruf betroffen sind. Denn am Freitag (6. August) wurde bereits ein anderes Nudel-Gericht aus dem Verkauf genommen.

Mehrere Nudel-Rückrufe in kurzer Zeit: Wieder Ethylenoxid der Grund

So musste auch die Kreyenhop & Kluge GmbH ihre Kunden über den Rückruf von Instant-Nudeln informieren. Bei dem Unternehmen sind jedoch zwei Mindesthaltbarkeitsdaten betroffen. Es müssen die Nong Shim Instantnudeln Seafood mit dem Mindesthaltbarkeitsdaten 27.01.2022 und 03.03.2022 aus dem Verkauf genommen werden. Die Nudeln wurden in einer 125-Gramm-Packung verkauft und haben die Artikelnummer 8742 sowie den EAN-Code 8801043157766.

Genauere Angaben zu Gesundheitsrisiken macht der Hersteller der Asia-Nudeln jedoch nicht. Das Verbraucherportal produktwarnung.de kritisiert die Kreyenhop & Kluge GmbH dafür und bemängelt, dass Verbraucher nicht hinreichend über die Warnung informiert würden.

Ein weiteres Nudel-Gericht muss zurückgerufen werden. Der Grund ist ebenfalls Ethylenoxid.

Immerhin gibt das Unternehmen aber den Grund für den Nudel-Rückruf an. So sollen auch bei diesen asiatischen Instant-Nudeln im Rahmen einer Lebensmittelkontrolle erhöhte Rückstände von 2-Chlorethanol – also dem Zwischenprodukt von Ethylenoxid – nachgewiesen. Der Nudel-Fabrikant verweist jedoch nicht auf etwaige gesundheitliche Risiken, sondern schreibt lediglich, dass „der Artikel aufgrund der aktuellen weltweit bekannten Problematik mit Ethylenoxid vom Markt genommen“ werden muss.

Nudel-Rückruf aufgrund von krebserregendem Stoff: Das müssen Kunden jetzt wissen

Beide Unternehmen, die von den Rückrufen der Instant-Nudeln betroffen sind, bieten den Kunden an, den Artikel im Supermarkt zurückzugeben. Dort sollen sie den Einkaufspreis auch ohne Vorlage des Kassenbons zurückerstattet bekommen. Bei Fragen zu dem Nudel-Rückruf kann man sich außerdem auch an die entsprechenden Kunden-Hotlines der Firmen wenden.

Die Nudeln sind nicht das erste Lebensmittel, das innerhalb kurzer Zeit aufgrund von krebserregendem Ethylenoxid zurückgerufen wurde. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch fordert jegliche Lebensmittel, die das Mittel, das außerhalb der EU unter anderem als Pestizid eingesetzt wird, enthalten, aus dem Verkauf zu nehmen. Aber drohen deshalb jetzt massenhaft Rückrufe in Deutschland?

Pestizid sorgt häufig für Warnung: Drohen jetzt massenhafte Rückrufe in Deutschland?

War 2020 hauptsächlich noch mit Ethylenoxid belasteter Sesam der Grund für viele Rückrufe, steht aktuell Johannisbrotkernmehl aus der Türkei im Fokus. Das Verdickungsmittel wird als Stabilisator unter anderem in Eiscremes, Konfitüren, Fleisch- und Backwaren eingesetzt. Während Frankreich schon auf die Verunreinigung reagiert und hunderte Produkte aus dem Verkauf gezogen hatte, bleibt es in Deutschland noch relativ ruhig.

Zuletzt waren aus diesem Grund zwar viele Eissorten von einem Rückruf betroffen, jedoch auch erst, nachdem die Verbraucherschutzorganisation Druck auf Mars, den Hersteller der Süßigkeit, ausgeübt hatte. Ob nun auch weitere Rückrufe – ähnlich wie in Frankreich – folgen, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Tang Chhin Sothy/AFP, Collage: RUHR24

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