Kurioser Appell

Rückruf bei Mercedes: Erhöhte Brandgefahr bei fast einer Million Autos

Mercedes-Fahrer aufgepasst: Der deutsche Autohersteller ruft aktuell fast eine Million Autos zurück. Wir verraten, welche Modelle betroffen sind.

Deutschland – Wegen einer defekten Kühlmittelpumpe besteht bei etlichen Dieselmodellen des Autoherstellers Mercedes Brandgefahr. Betroffen sind weltweit 800.000 Fahrzeuge – auch in Deutschland. Ob das eigene Auto betroffen ist, erfahren Mercedes-Fahren in diesen Tagen per Post.

AutoherstellerMercedes-Benz
HauptsitzStuttgart
Gründung1926

Rückruf bei Mercedes-Benz 2022: Kühlmittelpumpe ist schuld an erhöhter Brandgefahr bei Autos

Betroffen seien laut einem Rückrufschreiben, das der Bild-Zeitung vorliegt, alle Diesel-Modelle der Baureihen GLC, GLE, GLS, C-, E-, sowie der S-Klasse, CLS und der G-Klasse mit den Motoren „OM 654“ oder „OM 656“. Der Produktionszeitraum wird zwischen Januar 2017 bis Oktober 2021 angegeben.

Laut Mercedes könnte die über Unterdruck steuerbare Kühlmittelpumpe bei den Autos eine Undichtigkeit zwischen Kühlmittel- und Unterdruckkreislauf aufweisen. In Einzelfällen könnte deshalb „aufgrund einer elektrochemischen Reaktion ein kontinuierliches Ansteigen der Bauteiltemperatur bis hin zu einer Brandgefahr nicht vollständig ausgeschlossen werden“, heißt es weiter in dem Schreiben von Mercedes (mehr Rückrufe und Warnungen bei RUHR24).

Mercedes-Fahrer können das betroffene Bauteil aktuell nicht austauschen lassen

Daher soll in den Werkstätten ein Software-Update aufgespielt und das betroffene Bauteil ausgetauscht werden. Doch es gibt ein Problem: Die betroffenen Mercedes-Fahrzeuge lassen sich nicht so schnell reparieren. Kunden können derzeit noch keine Termine für den nötigen Austausch buchen. Schuld daran ist die anhaltende Corona-Pandemie, durch die massive Lieferengpässe von Ersatzteilen entstanden sind.

Mercedes hat die betroffenen Bauteile wegen der Lieferengpässe aktuell nicht vorrätig und richtet deshalb einen kuriosen Appell an seine Kunden: Sie sollen mit den betroffenen Autos bis zum Austausch „besonders umsichtig fahren“ und die Nutzung auf das „erforderliche Minimum beschränken“.

Rückruf bei Mercedes: Bereits im März 2021 wurden Autos wegen Brandgefahr zurückgerufen

Der weltweite Rückruf von Mercedes ist übrigens nicht der erste Rückruf dieser Art: Erst im März des vergangenen Jahres hat der Hersteller hunderttausende Fahrzeuge aufgrund einer erhöhten Brandgefahr zurückgerufen. Damals waren alleine in Deutschland über 120.000 Autos betroffen.

Im darauffolgenden Sommer rief der deutsche Autohersteller Audi über 200.000 Fahrzeuge zurück, weil ein Mangel bei der Schutzwirkung des Airbags festgestellt wurde. In Deutschland waren von dem Rückruf rund 60.000 Autos betroffen.

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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