Wichtige Info für Kunden

Rückruf von Mehl: Hersteller kassiert Rüge – Schimmelpilze entdeckt

In einem Mehl wurden Schimmelpilze nachgewiesen, die als krebserregend eingestuft werden. Der Hersteller hält sich mit Informationen zu dem Rückruf allerdings bedeckt.

Dortmund – Aktuell vergeht kaum ein Tag, an dem es nicht mindestens einen Rückruf gibt. Mal ist ein Nahrungsergänzungsmittel von einem Rückruf betroffen, mal ein Salat, mal ein anderes Lebensmittel. Die neuste Warnung betrifft ein Mehl. Es wurden Schimmelpilze in einer Charge entdeckt.

BehördeBundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit
Informiert überRückrufe auf lebensmittelwarnung.de
SitzBraunschweig und Berlin

Mehl-Rückruf: Hersteller für Trendfood von Verunreinigung betroffen

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hatte auf seiner Seite lebensmittelwarnung.de am Freitag (23. Juli) über den Rückruf informiert. So muss das Unternehmen borchers fine food GmbH & Co. KG, das sich als Hersteller für Trendfood und Feinkost bezeichnet, ein sogenanntes Low Carb Mehl aus dem Verkauf ziehen (mehr Rückrufe bei RUHR24).

Low Carb bezeichnet eine Ernährungs- oder auch Diätform, bei der Menschen bewusst weniger Kohlenhydrate konsumieren. Vor einigen Jahren hatte sich die Ernährungsform zu einem regelrechten Trend entwickelt und zahlreiche Menschen haben plötzlich darauf geschworen, sich mit weniger Kohlenhydraten besser zu fühlen oder abnehmen zu können. Auch die Lebensmittelindustrie hat den Trend für sich genutzt und zahlreiche Produkte auf den Markt gebracht, die als Kohlenhydrat-reduziert gelten.

Aktueller Rückruf: Kunden sollten dieses Mehl nicht verzehren

So auch das Mehl, das aktuell von dem Rückruf betroffen ist. Laut Angaben des BVL handelt es sich um folgendes Produkt, das aus dem Verkauf gezogen werden muss:

  • Artikel: borchers Bio Low Carb Mehl
  • Verpackungseinheit: 350 Gramm
  • Haltbarkeit: 24.12.2021
  • Produktionsdatum: 12.05.2021
  • Los-Kennzeichnung: Charge 21000457

Was ist eine Losnummer?

In Deutschland dürfen nur solche Lebensmittel in Verkehr gebracht werden, die mit einer Losnummer versehen sind. Das regelt die deutsche Los-Kennzeichnungs-Verordnung (LKV). Mit der Kennzeichnung muss das Produkt eindeutig dem Los zugeordnet werden können, aus dem es stammt. Ein Los ist die Menge aller in einem gleichen Produktionsdurchgang hergestellter Produkte.

Mehl-Rückruf: Charge mit bedenklichen Schimmelpilzen betroffen

Wie die Behörde weiter informiert, ist das Mehl des Herstellers borchers fine food GmbH mit sogenannten Aflatoxine verunreinigt. Aflatoxine sind Schimmelpilze, die laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) in Lebensmitteln am häufigsten zu finden sind.

Aflatoxine können aufgrund von Pilzbefall vor oder direkt nach der Ernte bei Getreide, Erdnüssen, Mais, Reis aber auch Gewürzen auftreten. Dadurch geraten sie auch in verarbeitete Lebensmittel. Wie die Efsa weiter mitteilt, sind die Schimmelpilze nachweislich bereits in geringen Mengen krebserregend. Werden sie über einen längeren Zeitraum in großen Mengen aufgenommen, können die Leber und Nieren geschädigt werden.

Rückruf: In diesem Mehl wurden in einer Charge Schimmelpilze gefunden.

Schimmelpilze im Mehl sind leider keine Seltenheit. Wie Öko-Test in einem Mehl-Test herausgefunden hat, war jedes zweite Produkt verunreinigt.

Mehl-Rückruf: Hersteller lässt viele Fragen offen und kassiert Rüge

Kunden, die das von dem Rückruf betroffene Mehl gekauft haben, sollten es also auf keinen Fall verwenden, sondern umgehend entsorgen oder reklamieren. Doch hier gibt es ein noch ein anderes Problem. Wie produktwarnung.eu anmerkt, informiert der Hersteller mit Sitz im niedersächsischen Oyten nicht hinreichend über den Rückruf.

So gibt es, wie normalerweise bei Rückrufen üblich, keinerlei Hinweise, welche Nebenwirkungen bei Verzehr drohen, wo das Mehl verkauft wurde und ob die Kunden, die von dem Rückruf betroffen sind, das Produkt zurückgegeben können. Auch ist nicht bekannt, ob noch weitere Sorten Mehl oder andere Chargen von der Schimmelpilz-Verunreinigung betroffen sind.

Das BVL gibt zumindest an, dass bislang nur Kunden in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt betroffen seien. Allerdings wurde das Mehl auch bei Amazon und in diversen anderen Online-Shops für Lebensmittel verkauft, sodass der Rückruf eigentlich deutschlandweit gilt. Die Verbraucherseite rät daher, dass Kunden sich direkt an die Verkaufsstelle wenden sollen, wo sie das Mehl erworben haben.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/dpa, Collage: RUHR24

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