Gesundheitsgefahr für Verbraucher

Deutschlandweiter Rückruf: Vorsicht vor Corona-Masken – sie enthalten giftigen Stoff

Ein Hersteller ruft derzeit einen Mund-Nasen-Schutz zurück. In den betroffenen Masken wurde ein giftiger, potenziell krebserregender Stoff entdeckt.

NRW – Corona-Masken gehören seit Beginn der Pandemie zum Alltag dazu. Eigentlich sollen die Masken vor den Coronaviren schützen. So erhalten Risikogruppen mittlerweile zum Schutz kostenlose FFP2-Masken in den Apotheken.

Immer wieder gab es aber zuletzt Warnungen, dass einige Schutzmasken nicht die Sicherheitsanforderungen erfüllen. Von einer Alltagsmaske geht aktuell sogar Gesundheitsgefahr aus – sie wird vom Händler zurückgerufen, da ein giftiger Stoff nachgewiesen wurde.

Müller Handels GmbH & Co. KG Drogeriemarktkette
Rechtsform GmbH
Gründer Erwin Franz Müller
Gründung 5. März 1953, Ulm
Mitarbeiterzahl 35.000
CEO Günther Helm, Erwin Franz Müller

Rückruf – Corona-Masken sind bei der Drogeriekette Müller verkauft worden

Der Mund-Nasen-Schutz ist bei der Drogeriekette Müller in den Verkauf gekommen. Daher veröffentlicht die Müller Handels GmbH & Co. KG den Rückruf der schadhaften Masken ebenso wie der Hersteller, die Media Chain Products GmbH.

Unklar ist bislang noch, in welchen anderen Läden die Masken in den Umlauf gekommen sind. Dazu heißt es beim Hersteller lediglich, sie seien „vor allem“ bei Müller und über die eigene Webseite vertrieben worden.

Masken-Rückruf wegen Geruch: Bei chemischen Analysen krebserregender Stoff entdeckt

Das Brisante dabei: Zunächst waren die Masken lediglich aufgrund ihres unangenehmen Geruchs zurückgerufen worden. Zu diesem Zeitpunkt lagen laut Müller „aufgrund der beauftragen Prüfanalysen keine Anhaltspunkte vor, welche eine Gefährdung hätten begründen können.“

Das hat sich nun aber zugespitzt. Nach erneuten Untersuchungen ist ein unangenehmer Geruch beim Tragen nicht mehr das größte Problem. So heißt es bei der Drogeriekette: „Nach weitergehenden chemischen Analysen wurde zwischenzeitlich in einzelnen Proben Anilin im Einfassband nachgewiesen.“

Rückruf von Corona-Masken wegen Anilin – so gefährlich ist der Stoff

Anilin ist ein Farbstoff-Baustein. Es wird in der chemischen Industrie als Ausgangsstoff für die Synthese von Farben und Kunstfasern verwendet. In der Chemischen Industrie gehört Anilin zu den Grundstoffen. Es hat aber auch toxische Wirkung auf den Körper. Bei Tierversuchen war Anilin sogar krebserregend.

Bei einer akuten Vergiftung wirkt Anilin als Blutgift. Es verändert die chemische Struktur des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin und verhindert damit den Sauerstofftransport. Anilin ist beim Einatmen und Schlucken giftig – aber auch bei der Aufnahme über die Haut. Leichte Vergiftungen äußern sich durch blaue Hautverfärbungen oder Schwindel. In hoher Konzentration kann Anilin sogar zu Bewusstseinsstörungen und lebensbedrohlicher Atemnot führen.

Rückruf von Nasen-Mund-Schutz – diese Masken sind betroffen

Das Anilin wurde bei einer internen Qualitätsprüfung nachgewiesen – und zwar im Einlassband der 7-Monats-Mundschutzmaske „viral Protect“. Um folgende Produkte handelt es sich:

  • Marke: viral Protect
  • Artikelbezeichnung: 7-Monatsschutzmaske, schwarz
  • Größen: M und L
  • EAN: 4260537362347 | 4260537362354
  • Chargennummer: T 100406
  • Verkaufszeitraum: seit 30.10.2020

Wichtig: Die Chargennummer findet man auf der Verpackung der Masken links unten. 

Eindringliche Warnung: Nutzung der Masken „umgehend einstellen“

Wird aktuell zurückgerufen: Viral Protect 7-Monats-Schutzmaske

Betroffene Kunden können die Maske in jeder Müller-Filiale zurückgeben. Der Kaufpreis wird auch ohne Kassenbon erstattet. Bei weiteren Fragen kannmal sich auch direkt an den Kundenservice der Kette wenden: 0731/725 57 000 oder per Mail an:
info@mueller.de.

Wer die Maske über den Onlineshop des Herstellers Media Chain Products gekauft hat, kann hier ein entsprechendes Formular ausfüllen. Die Masken können so zurückgegeben oder umgetauscht werden. Der Hersteller hat ordnungsgemäß auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) in Kenntnis gesetzt und die zuständige Landesbehörde informiert. Weitere Abstimmungen zum Rückrufprozess mit den Behörden stehen nach Herstellerangaben noch aus.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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