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Bundesamt warnt vor Kräutern: Rückruf wegen krebserregendem Inhalt

Gewürze dürfen in keiner Küche fehlen. Ein echter Klassiker ist jetzt von einem Rückruf betroffen. Es wurde Ethylenoxid gefunden.

Dortmund – Ob für Kartoffeln, Fleisch oder Pizza: Rosmarin ist ein absolutes Muss für viele Gerichte. Ein Hersteller informiert jedoch, dass in einem seiner Gewürze Ethylenoxid entdeckt wurde. Es kommt zum Rückruf.

Rückruf von Kräutern wegen krebserregendem Ethylenoxid

Insbesondere 2020 und 2021 verging kaum eine Woche ohne einen Rückruf aufgrund von Ethylenoxid – ein Gas, das zum Beispiel als Desinfektionsmittel in der Gesundheitsbranche oder als Pflanzenschutzmittel eingesetzt wird. Da Ethylenoxid als giftig und krebserregend gilt, ist der Einsatz in Deutschland seit Langem verboten.

Das Problem: In vielen Ländern, insbesondere Indien oder der Türkei, ist Ethylenoxid als Pflanzenschutzmittel noch zugelassen. Durch Importe in die EU kann es deshalb vorkommen, dass mit dem Gift belastete Produkte in den Handel kommen. 2020 hat die EU-Kommission die Einfuhrbeschränkungen verschärft.

Importierte Lebensmittel müssen seitdem bei der Einfuhr strenger im Hinblick auf Pestizid-Rückstände einer Analyse unterzogen werden. Die Anzahl der Rückrufe aufgrund von Ethylenoxid ist dadurch deutlich zurückgegangen. Nur noch selten kommt es zu Vorfällen wie bei dem Rosmarin. Zuletzt musste deshalb der Verkauf von zahlreichen Eissorten gestoppt werden.

Rückruf wegen giftigem und krebserregendem Pestizid: Kräuter nicht verwenden

Die Yilmaz Feinkost GmbH informiert, dass bei einem ihrer Produkte, ein erhöhter Gehalt an Ethylenoxid nicht ausgeschlossen werden kann. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) konkretisiert die Informationen noch weiter und gibt an, dass es bei der Verunreinigung um 2-Chlorethanol geht – ein Abbauprodukt von Ethylenoxid.

Folgende Details gibt das Feinkost-Unternehmen zu dem Rückruf bekannt:

ProduktRosmarin (Baharim Biberye)
MarkeBaharim
Inhalt45 Gramm im Glas
Mindesthaltbarkeitsdatum11.11.2025
Los-KennzeichnungK5024
Rosmarin ist von einem Rückruf betroffen. Es wurde Ethylenoxid gefunden.

Rückruf von Rosmarin: Das müssen betroffene Kunden wissen

Immerhin versichert der Hersteller, dass man inzwischen alle Maßnahmen getroffen habe, um einen solchen Vorfall in Zukunft zu vermeiden. Auch werden betroffenen Kunden gebeten, den vom Rückruf betroffenen Rosmarin im jeweiligen Supermarkt oder Verkaufsstätte zurückzugeben.

Generell geht der Hersteller sehr sparsam mit Informationen rund um den Kräuter-Rückruf um. So klärt die Yilmaz Feinkost GmbH weder über gesundheitliche Risiken auf, noch gibt das Unternehmen an, in welchen Supermärkten der Rosmarin verkauft wurde. RUHR24-Recherchen ergaben, dass das Produkt hauptsächlich in orientalischen Feinkostgeschäften oder Supermärkten mit türkischen Lebensmitteln erhältlich war.

Bundesamt informiert über Kräuter-Rückruf – Hersteller lässt viele Fragen offen

Aufgrund von mangelnden Informationen kann nicht gewährleistet werden, dass möglichst viele Kunden von dem Rückruf erfahren. Dadurch kann es sein, dass die Kräuter in zahlreichen Haushalten weiterhin verwenden werden. Immerhin: Das BVL weist darauf hin, dass hauptsächlich Kunden und Händler in Nordrhein-Westfalen von dem Rückruf betroffen sind.

Verbraucher sollten dennoch unbedingt nachsehen, ob sie von dem Kräuter-Rückruf betroffen sind. Ist das der Fall, sollten sie den Rosmarin aufgrund der Verunreinigung nicht verwenden. Ethylenoxid und auch das Abbauprodukt 2-Chlorethanol gelten generell als giftig und verursachen laut Institut für Arbeitsschutz Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und sogar Bewusstlosigkeit. Allerdings treten diese Symptome nur auf, wenn man direkt mit dem Gas in Kontakt kommt.

Rückstände, so wie sie in Lebensmittel, gelten aber nicht als unbedenklich. Ethylenoxid wird von dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Dauer als krebserregend, fortpflanzungsgefährdend und erbgutschädigend eingestuft. Rückstände in Lebensmitteln seien grundsätzlich „unerwünscht“. 

Rubriklistenbild: © Jochen Tack/Imago

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