Supermarkt warnt vor Artikel

Rückruf: Dringende Kaufland-Warnung wegen Stromschlaggefahr

Elektronische Insektenvernichter sind umstritten. Nun muss eine Handelskette ein Gerät zurückrufen – es kann für Verbraucher selbst gefährlich sein.

NRW – Ob Fliegen-, Klebe-, Stromgitterfallen oder elektrische Insektenvernichter – lästige Insekten lassen sich häufig ohne Probleme vertreiben. Gegen den besonders hartnäckigen, ungebetenen Besuch kann mit einem elektronischen Insektenvernichter ein schweres Geschütz aufgefahren werden. Doch bei einem Gerät ist äußerste Vorsicht geboten, schließlich kann es für den Verbraucher selbst ein böses, weil sehr schmerzhaftes Erwachen geben. Der Insektenvernichter ist nicht ohne Grund von einem Rückruf betroffen, wie Produktwarnung berichtet.

KauflandUnternehmen des Lebensmitteleinzelhandels (LEH)
HauptsitzNeckarsulm
Gründung1984

Rückruf: Elektronischer Insektenvernichter von Kaufland kann für Verbraucher gefährlich werden

Das Unternehmen Kaufland ruft einen Insektenvernichter zurück und warnt seine Kundinnen und Kunden vor der Nutzung des Elektrogeräts. Denn „wegen eines Fertigungsfehlers“ könne „die Gefahr eines Stromschlags nicht vollständig ausgeschlossen werden“.

Das Unternehmen bittet seine Kunden deshalb, diesen erst seit Kurzem erhältlichen Insektenvernichter sicherheitshalber nicht mehr zu verwenden und ihn vom Stromnetz zu trennen:

  • Artikel: My Project Insektenvernichter
  • GTIN: 4063367290183
  • Chargen: alle
  • Im Verkauf bei Kaufland seit: Juni 2022
Der „My Project Insektenvernichter“ von Kaufland muss wegen Stromschlaggefahr zurückgerufen werden.

Rückruf: Elektronische Insektenvernichter im Freien verboten und höchst umstritten

Geht es nach „Mücken-Opfern“, die alljährlich von den nervigen Tierchen heimgesucht werden, sollen die Vernichter die Fluginsekten mittels einer Lichtquelle anlocken und sie mit einem unter Strom stehenden Metallnetz töten. Da das Gerät aber auch andere, ökologisch nützliche Tiere anlocken und vernichten kann, ist die Verwendung durchaus umstritten.

Schließlich gibt es durchaus weniger brutale und dank diverser Hausmittel, wie beispielsweise Kaffeesätzen, einfachere Schutzmaßnahmen gegen Stechmücken. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hatte bereits vor einigen Jahren eine E-Mail-Protestaktion gegen die Insektengriller mit 1330 Teilnehmern initiiert, in deren Konsequenz fünf Unternehmen die Geräte aus dem Sortiment genommen hatten.

Die unliebsamen Stechmücken werden zudem nicht nur von Licht, sondern auch von Wasserdampf und Kohlendioxid in der Atemluft von Säugetieren angelockt. Da elektronische Insektenvernichter häufig nur bei kleinen Tieren funktionieren, können größere Insekten durch abgebrannte Flügel in einem langen Todeskampf erliegen. Es kann also nicht verhindert werden, dass auch Nützlinge und geschützte Arten mitunter qualvoll getötet werden.

Rückruf: Insektenvernichter laut Bundesartenschutzverordnung im Freien verboten

Im Freien sind die elektronischen Insektenvernichter wegen ihres ökologischen Schadens laut Paragraf vier der Bundesartenschutzverordnung sogar verboten. Darin heißt es, dass das „Anlocken, Fangen und Töten von besonders geschützten Tieren mit künstlichen Lichtquellen oder elektronischen Geräten“, gesetzlich untersagt sei.

Kaufland erklärt seinen Kunden, dass die vom Rückruf betroffenen Insektenvernichter „in allen Kaufland Filialen zurückgegeben werden“ können. Der Kaufpreis werde „selbstverständlich erstattet, auch ohne Vorlage des Kassenbons.“

Rückruf: Kaufland verspricht Kaufpreiserstattung auch ohne Kassenbon

Bei Rückfragen stehe den betroffenen Kunden unter der Nummer 0800 1528352 eine kostenlose Hotline zur Verfügung. Die Seite Produktwarnung attestierte Kaufland zudem eine korrekte Vorgehensweise.

Schließlich hätte die Handelskette seine Endkunden „umfangreich und vorbehaltlos auf verschiedenen Informationsebenen“ über die Gefahr informiert. So sei gewährleistet worden, „dass möglichst viele Endverbraucher diese Information auch erhalten.“

Rubriklistenbild: © Manfred Segerer/Imago

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